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(SoJ^yyM^

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Papyros Ebers.

Das

I älteste Buch über Heilkunde.

Aus dem Aegyptischen zum erstenmal vollständig übersetzt

von

Dr. med. H. Joachim^

praet Arat in Berlin.

Berlin.

Di^ck und Verlag von Georg Reimer.

1890.

Alle Rechte vorbehalten.

Seinem treuen Berather

Herrn Prot Dr. Lieblein in CMstiania

ta dankbarer Yerehrang

gewidmet.

1^

Vorwort.

Bei der Abfassung dieses Buches , das hauptsächlich für das ärztliche Publikum bestimmt ist, war es mein Hauptbestreben, dem Leser eine möglichst wörtliche Ueber- setzung zu liefern. Das unbedingte Festhalten an einer wortgetreuen Uebertragung erschien mir um so mehr noth- wendig, als gar manche Worte und Stellen unseres Papyrus biaher unklar sind. Auf diese Weise soll dem Leser eine eventuelle Mitarbeiterschaft; ermöglicht werden, insofern er nunmehr selbst in der Lage ist, die unsicheren Stellen,

die durch ein Fragezeichen oder eine dahingehende Bemerkung kenntlich gemacht sind zu prüfen und eventuell zu erklären. Um ihm das zu erleichtem, habe ich in den Anmerkungen die Grundbedeutung der unklaren Worte angegeben, bisweilen auch, wo es mir möglich war, selbst eine Erklärung versucht. Dass einer solchen lieber- Setzung noch dazu aus dem Aegyptischen ins Deutsche

hinsichtlich des Ausdruckes gar manche Mängel an- haften, ist wohl nicht zu verwundern; es liegt das eben in der Sache selbst, und ich bitte deshalb bei der Beur- theilung um gütige Nachsicht.

Es bedarf einigermaassen der Erklärung, dass ich als Arzt mit einer Uebersetzung des Papyrus Ebers hervor-^

VI

trete. Als ich vor mehreren Jahren anfing, mich mit der Medicin der alten Aegypter zu befassen, vermisste ich vor allem eine Uebersetznng der bereits au^efundenen medicioi- sehen Papyri; denn vas uns die griechiscbeo und römi- schen Schriftsteller über die Medicin dieses alten Ealtnr- volkes überliefert haben, ist doch nur sehr geringfügig. Je länger ich mich mit diesen Papyri speciell mit dem Papyrus Ebers, aber den wir ja durch Ebers noch ver- hältnissmiissig die meisten Nachrichten haben, beschäftigt«, um so dringender hegte ich den Wunsch, dieses alte, werthvolle Schriftstücli selbst zu verstehen und eventuell auch weiteren Kreisen zugänglich zu machen. So fing ich selbst an, die ägyptische Sprache zu studiren, und war nach läi^erem Studium grammatisch so weit vorgebildet, das» ich an eine Uebertrf^;ung dieses Papyrus herangehen konnte. Die Schwierigkeiten, die dabei zu fiberwinden waren, waren ungemein gross; indessen das Interesse, das der Inhalt bot und die Ermunterung und Unter- stützung, die mein Vorhaben von vielen Seiten erfuhr, halfen über manche Mühen und Arbeiten hinweg.

Ich kann dieses Vorwort nicht schliessen, ohne meines treuen Berathers und Mitarbeitets , des Herrn Professor Lieblein in Christiania zu gedenken. Derselbe, A^pto- loge an der dortigen Universität, hat mir nicht nur seine vor längerer Zeit veröffentlichten Auszöge aus dem Papyrus Ebers in uneigennützigster Weise zur Verfügung gestellt, sondern mich auch sonst bei der Uebersetznng mit Rath nnd That unterstützt Ich sage ihm dafür auch von dieser Stelle aus im Namen unserer Wissenschaft meinen ver- bindlichsten Dank. Dank auch Herrn Stud. Spiegelberg, der mich bei der Entzifferung einiger schwieriger Stellen in bereitwilligster Weise unterstützt hat.

VII -

Zusätze von Prof. Lieblein sind darch den Buch- staben L. angedeutet.

Statt x^t'-Pflanze ist durch die ganze Uebersetzung Xet-Pflanze zu lesen.

Zur Orientirung des Lesers habe ich eine kurze Ein- leitung der Uebersetzung vorangeschickt; in derselben ist auch die Erklärung einiger ägyptischer Erankheitsnamen versucht worden. Ein angefügtes Register soll die Be- nutzung dieses Buches erleichtern.

Wenn ich mit dieser Arbeit zur Anregung des Stu- diums der Geschichte der Medicin auch in weiteren ärzt- lichen Kreisen beitragen wurde, wäre meine Absicht voll- kommen erreicht.

Berlin, Ende September 1890.

Heinrich Joachim.

Einleitung.

Der oDgeahnte Aufschwung, den die altagypüsche Forschung in unserem Jahrhundert genommen hat, ist auch für die Kenntniss der Medicin dieses ehrwürdigen Kulturvolkes nicht ganz ohne Wirkung gehlieben. Wir sind nicht mehr wie vordem auf die wenigen, sehr dürftigen und ungenauen Angaben griechischer und römischer Schriftsteller angewiesen, sondern sind heut in der Lage, aus erster Quelle zu schöpfen und können uns so aus den Originalschriften man nennt diese bekanntlich nach dem Material, auf dem sie geschrieben sind, Papyri ein un- gefähres Bild von den medicinischen Leistungen dieser Nation machen.

Derartiger, mehr oder minder werthvoller, medicinischer Pa- pyri besitzen wir bereits eine ganze Reihe ; doch sind sie für uns Aerzte bis jetzt ein Buch mit sieben . Siegeln geblieben. Die wichtigsten von ihnen sollen hier kurz besprochen werden.

1. Das Berliner Museum besitzt einen grösseren und einen kleineren Papyrus Brugsch. Der erstere stammt aus dem 14. Jahrhundert v. Chr., besteht aus 21 Seiten und ist (von Passalacqua entdeckt) von Brugsch herausgegeben worden*). Bisher ist er noch nicht übersetzt, doch besitzen wir von verschiedenen Aegyptologen genauere Mittheilungen über ihn').

*) Recueil de Monuments egyptiens. Abth. IL, Tafel 85 107.

*) a. BrugjLciu Allgemeine Monatsschr. für Wissensch. und Litteratur vom Jahre 1853, S. 44 56.

b. Brugsch. „Notice raisonnee d'un traite medical datant du XlVi^me si^cle avaut nofre "ere et contenu dans un papyrus hi^ra- tique du mus^e royal de Berlin.^ Leipzig 1863.

IX -

Der kleinere medicinische Papyras besteht ans 15 Seiten; über ihn wissen wir vorlänfig nichts.

2. Der Papyrus des British Mnsenm; er ist 18 cm breit nnd 2,5 m lang und stammt wahrscheinlich aus der Zeit der 18. Dynastie. Er ist bis heut noch nicht einmal edirt und von seinem Inhalt wissen wir daher auch heute noch so gut wie nichts. Eine kurze Notiz über ihn findet sich in einem von dem englischen Aegyptologen S. Birch ^) herrührenden Artikel.

3. Ausserdem finden sich Texte von magisch -medicini- schem Inhalt im Museum zu Leyden, Turin, Boulaq und Paris; doch sind sie für die Eenntniss der alt-ägyptischen Medicin nur von geringem Belang.

4. Der Papyrus Ebers, der jetzt in der Leipziger Uni- versitätsbibliothek aufbewahrt wird. Er übertrifft durch den Reichthum seines Inhalts, seine Vollständigkeit und Fehlerlosig- keit an Wichtigkeit alle anderen medicinischen Papyri; er ist der grösste, am schönsten geschriebene und am besten erhaltene medicinische Papyrus und wurde von Ebers im Winter 1872/73 bei seinem Aufenthalt in Aegypten von einem Bürger in Luqsor erworben.

Er ist 30 cm hoch und 20,23 m lang; von Ebers ist er im Jahre 1875 in eleganter Ausstattung herausgegeben und so auch weiteren Kreisen zugänglich gemacht worden^). Abgefasst ist er in hieratischer') Schrift und besteht aus 108 Seiten; auf

c. Chabas. „La raedecine des anciens Egyptiens; anti<luite des clystSres;" signes de lagrossesse.* ITelanges egyptologiques. PErtrTB62, S. 55-79.

d. LePageRenouf. Zeitscbr. für ägypt. Sprache und Alter- tbumskunde. 1873, S. 123—125. [Ein in dem genannten Papyrus beschriebenes Schwangerscbaftszeichen findet sieb, wie R. zuerst ge- fimdenTiat, wortgetreu beT Hippocrates.]

^) ZeitschfT'ffir ägypt. Sprache und Alterthumskunde. 1871, S. 61-64.

^ „Papyros Ebers. Das bermetiscbe Buch über die Arznei- mittel der alten Aegypter in hieratischer Schrift. Herausgegeben mit Inhaltsangabe und Einleitung yerseben von Georg Ebers. Mit bieroglypbiscb ' lateinischem Glossar von Ludwig Stern.*' 2 Bände. Leipzig. 1875.

') Man bat bei den Aegyptem 3 Schriftarten zu unterscheiden:

1. Die hieroglyphiscbe; sie ist die älteste und findet sich vorzugsweise auf Monumenten und in Texten religiösen Inhalts.

2. Die hieratische, die schon sehr früh aus der Abkürzung

X

jeder Seite stehen mit wenigen Ausnahmen 20 bis 22 Zeilen. Wohl durch ein Versehen des Schreibers ist bei der Nummeri- mng die Zahl 28 und 29 übergangen worden, so dass auf Seite 27 ohne Unterbrechung des Textes unmittelbar Seite 30 folgt; die letzte Tafel des Papyrus schliesst also nicht mit 108, sondern mit der Zahl 110.

Auf der Rückseite der ersten Tafel findet sich ein Kalender, aus dem £bers die Entstehungszeit der Handschrift zu bestim- men versuchte. Dieser Kalender, und besonders der auf dem- selben genannte König Ba-gerh-Rä*), hat der Entzifferung grosse Schwierigkeiten bereitet; Ebers hat aus den in dem- selben gemachten Zeitangaben die Abfassung des Papyrus auf die Jahre 1553 1550 v. Chr. verlegt. „Mit einer an Gewiss- heit grenzenden Wahrscheinlichkeit", sagt er in der Einleitung ') zu seinem Papyrus und hält diesen Ausspruch auch in seiner vorjährigen Abhandlung*) über die Augenkrankheiten aufrecht, „darf behauptet werden, dass Papyroji Ebers in dec Jutta des 1 6^ Jahrhunderts v^Chr^geschrieben worden sei". Ob er auch in dieser Zeit entstanden ist, ist eine Frage, auf die wir weiter unten zurückkommen werden.

Was haben wir unter dem Papyrus Ebers zu verstehn? Sein Herausgeber erklärt ihn für das von Clemens Alexan- drinus erwähnte Buch irspl ^apixaxoDV und hält diese Meinung auch in der eben genannten, jüngsten Arbeit über seinen Papyrus aufrecht. Bekanntlich berichtet Clemens Alexandrinus*), der im 2. Jahrhundert p. Chr. lebte und als einer der besten Kenner Aegjptens zu betrachten ist, dass dort 42 hermetische *) Bücher bestanden hätten, von denen 36 über Philosophie, die übrigen 6 aber über Medicin handelten und folgendermaassen lauteten:

der bieroglyphischen Zeichen von den heiligen Schreibern gebildet wurde; man bediente sich ihrer fast ausschliesslich beim Schreiben auf Papyrus.

3. Die demotische (Volksschrift), die erst aus der Ab- karzun? des Hieratischen entstanden ist; sie ist nicht vor dem 8. Jahrhundert v. Chr. in Gebrauch gewesen.

^) Nach Ebers. Op. cit. Einleitung. S. 8. Bi^eris, der 6. (?) König der 4. Dynastie.

«) Seite 3.

^ Papyros Ebers. Die Maasse und das Kapitel über die Augenkrankheiten. Von Georg Ebers. Leipzig. 1889.

<) Stromata. Lib. VI. S. 758. Edid. Potter.

*) D. h. dem Gotte Thoth (Hermes) geweiht.

XI

1) irepl ttJ? toü acujiaToc xataaxeoTjC

2) icepl ve5aa)V.

3) icepl Jp^avcov.

4) itepl 9app.ax(ov.

5) ircpl ö(pöaX[AÄv.

6) Trepl T&v ^üvatxftüv (voacov).

Diese Ansicht des gelehrten Forschers, dass der Papyrus Ebers also das von Clemens Alexandrinus genannte Buch irepl cpap}Aaxtt>v sei, kann ich durchaus nicht theilen. In einem so betitelten Werke sucht der Arzt eine Abhandlung über die einzelnen Arzeneimittel , ihre Wirkung, ihre Anwendung, ihre schädlichen Folgen etc. Dein entspricht der Inhalt des Pa- pyrus keineswegs; er handelt vielmehr von Organ-, besonders Magen-Krankheiten, von Augen-, Frauen-Krankheiten und vom Bau des menschlichen Körpers. Ich glaube daher, dass wir unter dem Papyrus Ebers eine Art medicinisches Compendium zu verstehn haben; dass er damit an seinem Ansehn und seiner Wichtigkeit, insbesondere fur die Geschichte der Medicin nichts verliert, bedarf wohl kaum der Erwähnung.

Hieran schliesst sich unmittelbar die Frage, ob unser Pa- pyrus eine Originalprodnction sei. Lepsius'} und mit ihm wohl die meisten Aegyptologen erklären ihn fur eine blosse Abschrift. Auf die Grunde, die der gelehrte Forscher für seine Ansicht angeführt hat, soll hier nicht weiter eingegangen werden. Dass wir aber in der That in dieser Handschrift nur eine Copie vor uns haben, dafür lassen sich ans dem Papyrus selbst po- sitive Beweise erbringen. An einigen Stellen, nämlich Tafel 18, Zeile 1; Tafel 89, Zeile 1 und Tafel 90, Zeile 3, finden wir mitten im Text mit rother Tinte die Worte qem-sen = „ge- funden zerstört". Was soll dieser Ausspruch in einem Original- werk? Femer finden sich einige Abschnitte, mit nur geringen Varianten, wiederholt; vergleiche hierzu

Tafel 37, Zeile 10 bis Tafel 38, Zeile 3 und Tafel 38, Zeile 10 bis Tafel 39, Zeile 2; Tafel 25, Zeile 3-8 und Tafel 52, Zeile 1-7.

Ausserdem kehren durchaus nicht selten dieselben Re- cepte an verschiedenen Stellen und für verschiedene Leiden wieder.

Die Art und Weise, wie diese Handschrift entstanden ist, kann man sich mit Ebers') am besten so erklären, „dass

») Zeitschr. f. -ägypt. Spr. und Alterthumsk. 1875. S. 148. ^ Cfr. Einleitung. S. 15.

XII

nnser Hierogrammat verschiedene kleinere Schriften zu einer zu verbinden hatte und ohne auf den Sinn zu achten, abschrei- bend, einige Stucke von gleichem Inhalte copirte^ und, wie wir hinzufügen wollen, etwa in diesen Schriften vorhandene Lücken eben durch das oben erwähnte „qem-sen^ bemerkbar machte.

Der Papyrus ist sicher benutet worden; kleine Ungenauig- keiten im Text sind, wie ich vermuthe, nachträglich beim Ge- brauch, bisweilen sogar, wie man deutlich unterscheiden kann, mit blasserer Tinte, als mit der der Papyrus geschrieben ist, häufig verbessert worden. Am Rande der Tafeln finden sich bis- weilen kurze Bemerkungen; so ist wahrscheinlich von einem späteren Benutzer —. am Rand von Tafel 40 mit blasser, vom Original abweichender Tinte dreimal das Wort „nefr = gut** hinzugefügt; auf Tafel 41 finden sich am Rande die Worte „nefr är = gut zu bereiten**.

Was nun das eigentliche Alter des Papyrus betrifft, so glaube ich nicht, ob es jemals gelingen wird, dasselbe annähernd zu bestimmen. Derselbe ist ja, wie wir oben erörtert haben, aus verschiedenen kleineren Schriften zusammengesetzt, und es ist damit wohl auch die Annahme begründet, dass die einzelnen Theile, die den Papyrus bilden, ganz verschiedenen Zeitepochen angehören. Dafür spricht in mancher Beziehung auch das gram- matische Studium unserer Handschrift. Dass einzelne Abschnitte ein besonders hohes Alter haben und in ihrer Entstehung viel- leicht bis in die graue Vorzeit hineinreichen, ist mir nicht zweifelhaft. Hierher rechne ich z. B. Tafel 46, Zeile 10 bis Tafel 47, Zeile 10; Tafel 47, ZeUe 12; Tafel 66, Zeüe 15—18 und Tafel 103, Zeüe 1—3.

Fassen wir das Resultat unserer allgemeinen Betrachtungen kurz zusammen, so darf wohl mit Recht behauptet werden, dass wir in dem Papyrus Ebers eine Art medicinisches Compendium oder Sammelwerk vor uns haben, das spätestens um 1550 v. Chr^ niedergeschrieben ist, das aber in seinen ein^^Jnen, Theilen verschiedenen, mehr oder weniger älteren Zeitepochen apgehört.

W"enn"wir uns nach diesen allgemeinen Bemerkungen zum Inhalt des Papyrus wenden, so sind es zunächst die Maasse und Gewichte, die unsere Aufmerksamkeit in Anspruch neh- men. Ich kann mich über diesen Gegenstand um so kürzer fassen, zumal wir darüber etwas Sicheres noch nicht wissen. Auch die von Ebers im vorigen Jahre veröffentlichte Abband-

XIII

lung über die Maasse und Gewichte im Papyrus Ebers hat uns darüber noch nicht volle Klarheit gebracht; so geistreich auch die Bemerkungen des gelehrten Forschers über diesen Punkt sind und er hat sich darüber mit gewohntem Scharf- sinn sehr eingehend geäussert , so ist ein vollgültiger Beweis iür seine Auffassung noch nicht erbracht. Verschiedene be- deutende Aegyptologen , wie Lieblein in Christiania und Er- man an der hiesigen Universität, meinten, dass die von Ebers gegebene Erklärung bis jetzt nichts weiter sei als eine allerdings ausserordentlich geistreiche Hypothese.

Was die Umschrift betrifft, so bin ich dabei den Inten- tionen meines treuen Berathers, des Prof. Lieblein in Chri- stiania, gefolgt.

Das ägyptische Alphabet: 1. '^ = a 4. \\ = i

= I

2. q = ä 5.

3. a = ä 6

7

8.

J = b 10. ^, £= = m 13. ra = h = p 11. www = n 14. y = h

9. H-^ = f 12. <r> = r 15. 0 = X

16. -Hl-, n = s 19. ^ = q 22. o = t

17. csa = s 20. ^^z^ = k 23. 8=3, \^ ^

18. ]ßg =s 21. S = g 24. c:=-, = d

25. "^ =t\

Von Vocalen^) kennt also die Hieroglyphenschrift nur a, i und u; wo in der Uebersetzung andere gebraucht werden,

*} D. h. Vocalen in unserem Sinne.

XIV

geschah es lediglich in der Absicht, die Aussprache des be- treffenden Wortes zu ermöglichen. So werden häufig ,,besbes- Kömer** ^ Fenchel verordnet; im ägyptischen Text heissen sie nur ,,bsbs^; nur um das Wort aussprechen zu können, sind die genannten Vocale eingefügt.

Die Bezeichnung der ägyptischen Worte ist, um auch das hier wenigstens kurz zu erwähnen, eine sehr genaue; zu einer Gruppe von Zeichen, die zusammen die Laute des gesprochenen Wortes ausdrucken, pflegt ein Bild zu treten, das den Gegen- stand näher charakterisiren soll; das ist das sogenannte Deter- minativ um. So heisst z. B. die Sycomore ägyptisch: neht, geschrieben mit dem Bild des Baumes; der Wein: ärp mit einem Krug als Bestimmungszeichen. Es liegt auf der Hand, dass dadurch die Erklärung der einzelnen ägyptischen Worte unge- mein erleichtert wird.

Diese erläuternden Bemerkungen glaubten wir zur Orien- tirung des Lesers voranschicken zu müssen; wer sich über den Papyrus, seine Herkunft etc. genauer unterrichten will, sei hier- mit auf die oben erwähnten Arbeiten von Ebers*) verwiesen.

Um den fortlaufenden Text der Uebersetzung nicht durch längere Auseinandersetzungen zu unterbrechen, sollen einige ägyptische Namen bereits an dieser Stelle erklärt und commen- tirt werden; in der Uebersetzung selbst wird an den betreffen- den Stellen unter der Bezeichnung „cfr. Einleitung^ auf diese Bemerkungen verwiesen werden.

1. Die äaä-Erankheit = Chlorosis aegyptiaca.

In der ersten Hälfte unseres Papyrus wird unter diesem Namen eine Krankheit häufig erwähnt, die aus der grossen An- zahl der für dieses Leiden angegebenen Recepte zu schliessen im alten Aegypten eine grosse Verbreitung gehabt haben muss; auch im Papyrus Brugsch finden wir sie wieder. Zahl- reiche Vermuth ungen sind bereits über ihre Natur meist jedoch von Aegyptologen geäussert worden, ohne dass es bisher gelungen wäre, eine befriedigende Erklärung dafür zu geben.

*) a. Papyros Ebers. Das hermetische Buch über die Arzenei- mittel der alten Aegypter in hieratischer Schrift. Bd. I. Eiuleitung. Leipzig 1875.

b. Die Maasse und das Kapitel über die Augenkrankheiten. Leipzig 1889. Cfr. Hirschberg. ^Ueber die Augenheilkunde der alten Aegypter.* Leipzig. 1890.

XV

Um eine genauere Bestimmang zu treffen, stellte ich zu- nächst alle diejenigen Stellen unseres Papyrus zusammen, an denen die äaä- Krankheit beschrieben und erwähnt wird. Es wurde zu weit führen, diese Zusammenstellung an dieser Stelle zu wiederholen; Jeder, der die Uebersetzung zur Hand nimmt, ist ja durch das angefugte Register sehr leicht im Stande, diese Stellen in Kürze zu sammeln. Anfanglich glaubte ich aus dem ganzen Bilde es handelt sich, wie in der Handschrift aus- drücklich erwähnt wird, um eine Krankheit des Leibes auf eine cholera- oder ruhrartige Erkrankung schliessen zu können, um so mehr als ja grade die Dysenterie in südlichen Ländern, speciell in Aegypten, auch heut noch ungemein häufig auftritt. Dagegen sprach allerdings gar mancherlei. Ich will hier auf die vielen Bedenken nicht weiter eingehn; nur zwei Punkte sollen in aller Kürze angeführt werden. Die alten Aegypter waren vorzügliche Beobachter und es wäre doch auffallend, dass sie in der Bezeichnung das markanteste Symptom der beiden genannten Krankheiten, nämlich die Diarrhoe, ganz unberück- sichtigt gelassen haben sollten. Weiter aber schloss ich aus der bei diesem Leiden nicht selten erwähnten Verordnung „gleich nach dem Zubettgehen einzunehmen^, dass der Patient dabei nicht bettlägerig war was ja bei Cholera und acuter Dysen- terie selbstverständlich ist , dass es sich mithin um eine wie wir heute sagen würden chronische Krankheit ge- handelt hat. Damit waren von vornherein Cholera und Ruhr absolut auszuschliessen.

Nun ergab aber andrerseits eine genauere Untersuchung aller derjenigen Stellen, an denen das genannte Wort vorkommt, dass die Jaä-Krankheit ohne Zweifel mit Würmern in Verbin- dung zu bringen ist, eine Ansicht, die vor mir schon Sc heu t- hauer') ausgesprochen hat. Die betreffende Stelle findet sich auf Tafel 19 des Papyrus; dort') wird ein vorzügliches Mittel zum Gebrauch für den Leib eines Kranken verordnet, „der in seinem Leib Würmer hat, die von der äaä-Krankheit hervorgebracht sind^. Aus meiner Zusammenstellung konnte ich ferner schliessen, dass es sich um ein im^ alten Aegypten sehr häufig vorkommendes, chronisches, gefährliches Leiden des Verdauungsapparates gehaudelt haben muss, das schwere Stö-

») Virchow's Archiv. Bd. 85. S. 343— 354. ^ Cfr. die nachfolgende Uebersetzung S. 13.

XVI

rangen von Seiten der Circalationsorgane, besonders des Herzens, im Gefolge hatte. Diesem kurz skizzirten Symptomencompiex entspricht ziemlich genau die durch das Ankylostomum duo- denale veranlasste Chlorosis aegyptiaca, die nach den überein- stimmenden Mittheilungen sachverständiger Forscher wie Pruner- Bey *), Bilharz') und Griesinger') auch noch heutigen Tages in Aegypten ausserordentlich häufig ist. ^Wir halten es fur eine nur sehr massige Schätzung*^, sagt der letztgenannte Autor, „wenn wir annehmen, dass der 4. Theil der egyptischen Be- völkerung in höherem oder geringerem Grade an dieser Krank- heit — Chlorosis aepyptiaca leidet".

Interessant und zugleich sehr lehrreich für mich war, dass in einer der neusten Arbeiten über diesen Gegenstand von Lutz*) ein Theil der in unserem Papyrus erwähnten Symptome, insbesondre diejenigen von Seiten des Herzens, fast mit den- selben Worten wiedergegeben werden; den „Herzpalpita- tionen*)", dem „Schmerzgefühl" in der Herzgegend, das „bald als dumpfes Drücken, bald als entschiedenes Stechen und Brennen" angegeben wird, entspricht in unserer Hand- schrift „die Herzschwäche, Herzpalpitationen und die Herzstiche". Es lehit somit ein Vergleich beider Stellen, dass die alt-ägptischen Aerzte auch gut zu beobachten verstanden.

Ich will allerdings nicht verschweigen, dass das Zeichen, mit dem das Wort äaä determinirt ist, nämlich der Phallus, wenn auch nicht grade dagegen, so doch auch nicht für unsere Ansicht zu sprechen scheint. Indess hat z. B. auch das Wort äa = Esel das Determinativzeichen des Phallus, ohne dass wir nach unseren heutigen Vorstellungen eine genügende Er- klärung dafür abgeben könnten; möglich also, dass auch die alten Aegypter mit diesem Zeichen einer für uns heute unverständlichen Theorie Ausdruck geben wollten. Auf der andern Seite aber kommt es nach den Beobachtungen von

*) Die Krankheiten des Orients. S. 244.

^ Beitrag zur Helminthographia humaua. Zeitschr. für wissensch. Zoologie. Bd. IV. 1853. 8. 53.

^ Klinische und anatomische Beobachtungen über die Krank- heiten Yon Egypten. Archiv fur physiol. Heilkunde. Bd. 13. S. 556.

*) Ueber Ankylostoroa duodenale und Ankylostomiasis. Samm- lung klin. Vorträge von Volkmann. Nr. 255— 256. S. 47. ,*) Ich citire möglichst wörtlich.

XVII

Lutz') in schweren Fällen von Chlorosis aegyptiaca beim männ- lichen Geschlecht zur Impotenz, bei Frauen kommt es dabei nur sehr selten zur Schwangerschaft; ferner verzögert sich die Pubertätsentwickelung dabei um Jahre und Monate. Es wäre also vielleicht denkbar, dass die Aegypter mit dem Determi- nativzeichen des Phallus auf diese Erscheinung aufmerksam machen wollten.

Nach alledem ist wohl der von mir gezogene Schluss ge- rechtfertigt, dass wir unter der äaä-Krankheit die durch das Ankylostomum duodenale veranlasste Chlorosis aegyptiaca zu verstehn haben.

2. pend-Wurm = Taenia mediocauellata.

Der Stamm pen bedeutet: se deplisser, sich entfalten; das Determinativum weist auf einen Wurm hin. Nun berichtet be- reits Plinius'), dass bei den Bewohnern von Aegyptern Tae- nien vorkommen, und auch die Berichte von Pruner-Bey, Bilharz und Griesinger') stimmen mit dieser Angabe überein. Da nun die alten Aegypter das Schweinefleisch verschmähten, die Taenia solium aber durch den Genuss dieses Fleisches vom Menschen erworben wird, so glaube ich, dass wir unter dem pend-Wurm nur die Taenia mediocauellata zu ver- stehn haben.

3. heft-Wurm = Ascaris lumbricoides.

Der Stamm heft bedeutet: sich hinstrecken, sich winden, kriechen; das Determinativum weist ebenfalls auf einen Wurm. Nun kommt der heft-Wurm in unserer Handschrift oft mit dem pend-Wurm vor, und da dieser letztere die T. mediocauellata bezeichnet, so lag es nahe, auch den heft-Wurm mit einem Bandwurm in Verbindung zu bringen. Dass dies indes nicht richtig ist, zeigt uns Tafel 66, Zeile 1; dort wird als Mittel graues Haar zu vertreiben neben anderen Substanzen auch „dunkler, schwarzer heft-Wurm" verordnet. Daraus folgt für jeden Arzt, dass dieses Wort nicht etwa mit Bandwurm über- setzt werden darf. Ich bin indes bei diesem negativen Ergebnis nicht stehn geblieben, sondern bin noch einen Schritt weiter gegangen. Auf die eben angeführte nähere Charakteri-

0 Op. cit 8. 55.

^ Cai Plinii secuudi Naturalis historia. Lib. XXVII. Cap. 119.

5) Cfr. die Seite XVI erwähnten Arbeiten.

Joachim, Aegyptiscbe HeUkunde. \}

XVIII

sirang des heft-Wurmes passt genau Ascaris laiobri- coides; dafür spricht, dass grade dieser Eingeweidewurm in Äegypten auch noch heutigen Tages sehr häufig angetroffen wird, und sich auch im Papyrus Ebers eine grosse Anzahl von Recepten zum Vertreiben dieses Wurmes finden. Nun wird allerdings in dnem Recept die Wurzelrinde des Granat- apfelbaumes' gegen den heft-Wurm empfohlen und danach könnte es scheinen , als wenn meine Auslegung eine irrige wäre. In- des die oben angeführte Stelle von dem dunkelbraunen, schwärzlichen heft-Wurm spricht ganz entschieden gegen Bandwurm und für Ascaris lumbricoides.

4. Ro-äb = Herzgrube, Herz-, Magen-Gegend.

Die wortliche üebersetzung lautet: Oeffnung oder oberer Theil des Herzens (Magens). Nun ist dafür die üebersetzung Cardia resp. Pylorus vorgeschlagen worden, wie mir scheint mit Unrecht. Denn erstens glaube ich nicht, dass die alten Aegypter bereits die Cardia oder den Pylorus gekannt haben. Zweitens aber werden auf Tafel 43 zur Vertreibung der Verhärtung am ro-ab') Pflaster zur äusserlichen Anwendung empfohlen; ägyp- tisch: ut heres = damit bepflastern, ein Wort, das nach Luring^ ^nur verwandt wird, wenn es sich um äusserliche Körpertheile handelt^. Ich schlage deshalb die Üebersetzung Herzgrube (scrobiculus cordis), Herzgegend, Magen- gegend vor; auch Luring') spricht sich in der genannten Dissertation gegen Cardia und Pylorus aus und übersetzt ro-ab mit „Nabel, Nabelgegend, Herzgrube**.

5. Die uha-Krankheit.

Der Stamm uha bedeutet: vernichten, verheeren. Die Krankheit kommt fast nur im Leib vor, ist ein chronisches, Männer und Frauen ergreifendes Leiden, zu dessen Beseitigung meist äasserliche Mittel angewandt wurden; daneben wurden auch innerliche Mittel, oft „warm einzunehmen**, verordnet. Ausserdem kommt die Erkrankung auch „in jedem Glied" und „im Fleisch (Körper) einer Person" vor; an einer Stelle wird ferner „die wirkliche uha-Krankheit" erwähnt, was meiner An- sicht nach soviel wie uha-Krankheit im Leib zum unterschied

^) Cfr. üebersetzung S. 50.

*) Die über die medicin. Kenntnisse der alten Aegypter be- richtenden Papyri etc. Strassburger Dissert. 1888. S. 74. 3) Op. cit. S. 74.

XIX

von demselben Leiden „in jedem Olied^' bedeutet. Einen ge- wissen Anhalt far die Bestimmung gaben mir zwei Stellen, an denen die uha- Krankheit überhaupt zum ersten Mal in un- serem Papyrus erwähnt wird; sie finden sich auf Tafel 23 *). Das eine Mal werden Abfuhrmittel gegen die dabei bestehende hartnäckige Obstipation ausdrücklich verordnet; an der andern heisst es von ihr, dass sie „schwer drückend im Körper liegt'^ Danach scheint es mir, als wenn unter uha-Krankheit die bei der Chlorosis aegyptiaca so häufige chronische Obstipation und Meteorismus des Unterleibes zu ver- stehn ist. „Die Verstopfung", sagt Lutz*), „ist gegen Abführ- mittel sehr resistent und führt nicht selten zu bedeutenden Coprostasen; die Patienten empfinden sie als sehr lästiges Symptom, dessen Behebung grosse Erleichterung bringt". Die uha-Krankheit in jedem Glied, oder im Fleisch (Körper) einer Person kann man dann entweder für Anschwellungen etwa gichtischer Natur erklären, oder für das bei dem von mir an- genommenen Zustand im ganzen Körper bestehende Unbehagen es liegt eine. Schwere in allen GHedem.

Nun kommt auf Tafel LVII, Zeile 4 eine Stelle vor, die mit unserer Erklärung kaum in Einklang zu bringen ist; dort wird nämlich die uhat-Krankheit im Auge erwähnt. Ich glaube mit Luring'), dass man hier ebenso wie Zeile 10 nicht uhat, sondern nehat = Schielen zu lesen hat, dass also ein Fehler des Abschreibers vorliegt. An den meisten Stellen nämlich, an denen diese Krankheit überhaupt erwähnt wird, finden wir nicht uha, sondern den Plural davon: uhau; nur an 2 Stellen: Tkfel XXV, Zeile 9 und Tafel XXVII,* Zeile 16 findet sich der Singular und zwar beide Male nicht uhat, sondern Uha. Es scheint also in der That, als wenn wir es Tafel 57, Zeile 4 nur mit einem Versehn des Abschreibers zu thun haben.

6. uxedu = schmerzhafte Anschwellung. Das Wort uxed steht nach Brugsch*) „nicht ohne Zu- sammenhang mit pinguis, crassus, obesus". Nun lehrt uns eine Zusammenstellung aller derjenigen Stellen, an denen dieses Wort in unserem Papyrus erwähnt wird, dass das Leiden zwar

*) Cfr. Uebersetzung S. 18.

') Sammlung klin. Vorträge von Volkmann. Nr. 255-256. S. 40.

») Op. cit. S. 17.

*) Wörterbuch Bd. V. S. 331.

XX

an den verschiedensten Körperstellen, besonders aber und haupt- sächlich im Leib vorkommt; daneben auch im Mund, in den Beinen, am Rumpf, im Rücken, Herzen, üringang, Auge, zitternden Arm, in den Zähnen, im Kopf und in allen Gliedern; auch eiternde Wunden, die aus uxedu entstehen, werden er- wähnt. Ausserdem kommen sie nicht grade selten in Verbin- dung mit der äaä-Krankheit vor, was mir für die Erklärung des Wortes einen gewissen Anhalt zu geben scheint.

Nach alledem ist wohl der Schluss gerechtfertigt, dass man darunter zunächst die bei der Chlorosis aegyptiaca so un- gemein häufig und schon sehr frühzeitig auftretende schmerz- hafte Anschwellung des Leibes zu verstehu hat; „der ganze Unterleib", sagt Lutz^), „ist spontan oder auf Druck schmerzhaft und dabei gewöhnlich meteoristisch aufgetrieben". Die gegebene allgemeine Erklärung passt auch vorzuglich für die verschiedenen Körpertheile, an denen die uyedu sonst noch vorkommen; welche specielle Bedeutung diesem Wort indes an den einzelnen Stellen zu geben ist, soll bei der meist unge- nügenden Beschreibung dahingestellt bleiben.

7. gent-Krankheit») = ?* Der Stamm bedeutet nach Brugsch'): kraftlos, matt, schwach, ohnmächtig sein; das Determinativum des Vogels deutet auf etwas Schlechtes, Böses. Ich vermuthe, dass es sich dabei um eine durch starken Blutverlust vielleicht in Folge von Abort veranlasste Krankheit handelt, wobei ja auffallend ist, dass in der Beschreibung nichts auf den Blutverlust hindeutet. Die Vermuthung von Ebers, dass darunter Kindbettfieber zu verstehn sei, erscheint mir ebenfalls fraglich; nichts weist an jener Stelle auf einen Zusammenhang mit der Geburt hin, der so guten Beobachtern, wie es die alten Aegypter waren, wohl schwerlich entgangen wäre.

') Sammlung klin. Vorträge von Volkmann. Nr. 255-256. S. 43. ^ Durch ein Versehn ist das Wort in der fortlaufenden üeber- setzung ohne Erklärung geblieben. ') Wörterb. Bd. IV. S. 1514.

Es*) fängt an das Buch vom Bereiten der Arzeneien Tafel I. für alle Körpertheile einer Person. Hervorgegangen bin ich aas Heliopolis mit den Priestern von het-äat, den Herren des Schutzes, den Königen der Ewigkeit und der Rettung. Hervorgegangen bin ich ans Sais mit den mütterlichen Göt- tinnen, die mir Schutz gewähren. Es wurden mir Worte verliehen vom Herrn des Alls, die Leiden aller Götter und die todtlichen Krankheiten jeglicher Art zu vertreiben. So viele Kapitel sind von diesem meinem Kopf, von diesem meinem Halse, von diesen meinen Armen, von diesem meinem Fleisch, von diesen meinen Gliedern, zu strafen die Verhöhnungen der Obersten, welche die Krankheit in dieses mein Fleisch ein- dringen lassen, zaubernd in diesen meinen Gliedern, dass sie (die Krankheit) eindringt in dieses mein Fleisch, in diesen meinen Kopf, in diese meine Arme, in meinen Leib, in diese meine Glieder, [so of^ erbarmt sich Ra, indem er spricht: ich be- schütze ihn gegen seine Feinde. Es ist sein Führer Hermes, der ihm die Sprache gegeben, der die Bücher schafft und Ruhm verleiht den Gelehrten') und den Aerzten, die ihm folgen, um das, was dunkel ist, zu enträthseln. Denjenigen, der Gott liebt, den macht er lebendig; ich bin Einer, der Gott liebt, er macht micHTebendig. Worte zu sprechen bei der Bereitung der Arzeneien für alle Körpertheile einer Person, die krank ist. Wie es sein soll, tausend Mal. Dies ist das Buch von der Heilung aller Krankheiten. Möge mich Isis heilen, sowie sieHorus heilte von allen Schmerzen, die ihm sein Bruder Set

') Alles gesperrt Gedruckte ist im Papyrus mit rother Tinte, das Uebrige mit schwarzer geschrieben. ^ Eigentlich: denen, die Alles wissen.

Jomcbim, Aegyptische Heilkunde. 1

2

angethan hatte, da er seinen Vater Osiris tödtete. 0 Isis, du grosse Zauberin , Tieile micTT,' erlöse mich von allen bosen^ schlechten, typhonischen Dingen, von den dämonischen^) und tödtlichen Krankheiten und Verunr^imgnngen jeder Art, die sich auf mich stün^erfT sowie Du erlöst und befreit hast deinen Sohn^ Horus. Da ich elngeärungen bin in das Feuer und herausgekommen aus dem Wasser. Möge ich nicht gerathen in die Falle jenes Tage§, an dem ich sageiTcE T)in klein und bejammemswerth. 0 Ra, der du gesprochen hast fuF Deinen Leib, o Osiris, der du betest für deine Manifestation; es spricht Ra für seinen Leib, es betet Osiris für seine Manifestation. Wohlan befreie mich von allen möglichen bösen, schlechten, typhonischen Dingen, von den dämonischen^) und tödtlichen Fiebern jeglicher Art.

IL Soviele Kapitel da sind [zu sagen] wie es sein soll,

tausend Mal. Capitel vom Trinken der Arzeneien. Es kommen die Arzeneien, es kommt, allerlei zu vertreiben in diesem meinem Herzen, in diesen meinen Gliedern; die Zau"ber- sprüche haben grosse Macht über die Mittel. Nocli einmal. Erinnere ich mich denn nicht, dass geführt wurden Horus und Set zu' dem grossen Vorhof von Heliopolis, zu berathen über die Hoden Hes Set und Horus werde frisch (gesund), wie er auf Erden war. Er macht alles, was er will, wie diejenigen von den Göttern, die dort sind. Worte, wenn man die Arzeneien trinkt, [zu sagen] wie es sein soll, tausend Mal.

Beginn des Buches von den Arzeneien.

Zu vertreiben die Krankheiten im Leib: Öehui-Korn mit Bier mischen und vom Kranken zu trinken.

Ein andres für den kranken Leib: Kümmel y^^

Gänseschmalz y^ Milch 1 dena'')

kochen, durchseihen und einnehmen.

Ein andres:

Feigen V,

Sebesten /^

Süsses Bier 1 dena ebenso (d. h. kochen, durchseihen und einnehmen).

^) Vielleicht soviel wie: epidemisch (?). ') denä = 0,6 Liter.

3

AbführmitteP):

Milch y, denä

Brodteig 74

Honig V,

kochen, durchseihen und 4 Tage einnehmen.

Ein andres Abführen zu bewirken:

Honig

Zwiebelpulyer (?) Absynthpulver daraus eine Pille machen.

1

1 1

Abfuhrmittel:

Kräuter des Feldes

i

Honig in Eins bringen und einnehmen.

Zusammennehmen mit Bier 7,

oder Wein 7^.

Ein andres:

äaam-Pflanze

V,

Zwiebel (?) Kräuter des Feldes

■^

Honig %, in Eins bringen und vom Kranken einmal einzunehmen

Ein andres:

Honig

Kräuter des Feldes

l

Palmwein

V.

gengent-Bohne 7i Oel V, kochen und vom Kranken einmal einzunehmen.

Ein andres:

Wein

1

Honig

Kräuter des Feldes

1 1

durchseihen und einmal einnehmen.

Ein andres:

Frische Datteln 1

Seesalz 1

»ebbet »)-Saft 1

III.

IV.

^) Eigentlich: MilteLden Leib zu theilen, ihn zu offnen.

») Brugsch. Wörterb. Bd. VII S. 1175 ^Mischtrank, Mixtur".

4

in Wasser mischen, in einen Thonkrag bringen and darauf ge- quetschte gengent-Bohne thun; zusammenkochen, in eine Kapsel oder Hülse legen und Yom Kranken warm einzunehmen; danach süsses Bier trinken.

Ein andres:

Kräuter des Feldes '/«

Honig V, ■)

zermahlen, zerreiben und vom Kranken mit süssem Bier einzu- nehmen.

Ein andres:

Qrün^an 1 zerjoabUüA) zerreiben, in bät-Brod thun, zu 3 Kugeln formen und vom Kranken zugleich mit süssem. Bier einzunehmen.

y. Andre Mittel den Leib zu öffnen:

uam-Samen aneb-Pflanze

Frucht vom kesebt')-Baum Honig

§eneft')-Kom in Eins bringen und 4 Tage einnehmen.

Ein andres:

däm-Pflanze Zwiebeln (?) Kümmel Feigen Sebesten Oel in Eins bringen und vom Kranken zu nehmen.

Ein andres den Leib auszuleeren: Kuhmilch 1 Brodteig 1

Honig 1

VI. zermahlen, zerreiben, kochen und 4 Tage einnehmen.

^ Der Bruch V4 ^^^ ^1® ^^^ ^^ Papyrus deutlich sehen kann, aus einem andern verbessert.

^ Nach Ebers „Die Maasse und das Kapitel über die Augen- krankheiten*" Leipzig 1889. Seite 90 „ricinus frutex?''.

») Nach Ebers Seite 31 gehört es zu den als Opfer dargebrachten Komem.

5

Ein andres für den Leib:

Blätter von der qaqa^ -Pflanze V4

Datteln von der männlichen Palme Ye

Cypergras V

Stengel von der xasit ')-Pflanze Vis

Coriander Vis

Kühles Bier V,

feucht stehen lassen*), durchseihen und 4 Tage einnehmen.

£in andres die uremlt^)- Krankheit im Leib zu vertreiben:

ännek-Pflanze 1 in Kuhmilch oder süssem Bier gekocht vom Kranken zu trinken, damit er die uremIt-Krankheit, die er in seinem Leibe hat, ausleere. Ein andres den Mastdarm zu heilen:

Zwiebeln (?) 7,

Süsses Bier '/j feucht stehen lassen und vom Kranken 4 Tage zu trinken. VII.

Ein andres den Leib auszuleeren und alle schlech- ten Dinge, die im Körper eines Kranken sind, abzu- führen:

Kräuter des Feldes Vg

Honig %

Dattehi V,

uäh-Kom */,

in eins mischen und an einem Tage kauen. Ein andres Mittel:

Frische Milch 7,

Absynth

ääam-Pflanze 7s3

däm-Pflanze 788

Wachholderbeere Vi 6

*) Das griech. x{x( = Ricinus.

^ Brugsch. Wörterbuch Bd. VL S.896 «Mohnpflanze*.

^ Oder: „Ueber Nacht stehen lassen*; oder: «auf die Presse legen*.

*) Nach Luring „Die über die medic. Kenntnisse der alten Aegypter berichtenden Papyri verglichen mit den med. Schriften griech. und röm. Autoren* Strassburg. Dissert, inaug. 1888. S. 15 ^schädliche Ansammlungen*.

Urem bedeutet „anschwellen" und wird vom Steigen des Nils gesagt; vielleicht handelt es sich bei dieser Krankheit um Anschwel- lung des Leibes: Ascites, Hydrops abdominis.

6

Cypergras V„

Beere vom nän-Baum Vi 6

Weihrauch 7,^

Seesalz

kochen mit tehebu-Holz ^e zusetzen lassen VIII. Honig, sobald es geronnen (?) ist^); kochen und hernach warm an einem Tage trinken.

Ein andres Mittel fär den Leib:

ELräuter des Feldes 74

gengent-Bohne V^

Absynth 7^

Süsses Bier 7$

in eins mischen, kochen, durchseihen und an einem Tage nehmen, damit der Kranke alle schädlichen Säfte, die in seinem Leib sind, entleere.

£in andres den Leib zu entleeren und den Unrath aus dem Leib einer Person zu vertreiben:

Beere vom deqm')-Baum, kauen und mit Bier hinunter- schlucken, um alles, was in seinem Leibe ist, auszuleeren.

Mittel Ausleerungen zu regeln: Honig

sasa ')-Samen Absynth IX. Wachholderbeere

Beere vom uän-Baum Kerne von der ut'ält-Frucht Künmiel ääam-Samen däm-Samen Seesalz zu einer Kugel*} formen und in den After brinjjfiu.

Ein andres den Urin zu regeln und Abführen zu regeln:

^) Loret Recueil de travaux relatifs a la phiiologie et k Tar- cheologie egypt. et assyr. Vol XI. S. 122 „aussitöt que le lait monte".

^ Ricinusbaum.

^ Brugsch. Worterb. VIT. S. 1226 „Kuchen a.us zusammen- gepressten Rosinen''.

«) Luring S. 15 „Seifenzäpfchen".

7

Glnseschmalz 7,

BleivitrioP) (?) V,,

kochen and hernach warm mit Wein hinunterschlucken.

Ein andres um Abführen zu machen (bewirken): gengent-Bohne 6 Stück; sie ist ähnlich der phönicischen Bohne; Beere von mennuh-Pflanze; setze zu jenen Kräuter des Feldes; zermahlen, zerreiben, in Honig thun und den Kranken nehmen X. lassen zusammen mit Palmwein 7,. Ein andres:

Wachholderbeere 78 Honig V,

kochen ind hernach warm einnehmen an einem Tage mit Hefe von Biefj^ das_geschäumt hai^

Ein andres kranke Excremente aus dem Leib einer Persoi auszutreiben:

Weissen Kuchen') 1 Rothes tlt-Kom 1

Frauenmilch in Eim mischen und vom Kranken einzunehmen. Fin andres:

Weizenmehl öäm-Pflanze Beeren vom uän-Baum Kräuter des Feldes gengent-Bohne sexet-Pflanze in Eds zermahlen, zu Brod backen und vom Kranken zu essen. XL

Ein andres den Leib zu entleeren und uxedu zu tilgen:

Eine Prise (Portion) hemit, zermahlen, zerreiben, in 4 Kuchen backen, in Honig aufweichen und von der Person zu ;ssen.

Ein andres:

Grünspan Ysi

Honig ebensoviel.

1) acBpu des Dioscorides. De mat. med. Ed. Kuhn YoL 25. Bu(h V. Cap. 118. S. 783.

^ Eigentlich: ^as oben ist" von t'afa = Kopf.

*) Nach Luring S. 158 pit = Brod, Kuchen, Brodteig.

8

Arzeneimittel dem Leib Oeffnang zu schaffen: Kräuter des Feldes 1 Wachholderbeere 1

Gänzescbmalz 1

Honig 1

Süsses Bier in eins mischen und 4 Tage trinken.

Ein andres um allerlei Krankheiten im Leib zu vertreiben und den Mastdarm zu behandeln:

Der Schaum ') von.ÄÜasßm Bier Zwiebelii (?) V,

XII. in einen des-Krug thun als köstliches*) (Mittel) gegen den Tod. Im Schaum zerreiben; lass Du es wärmen jeder Zeit']^ Ein andres um Abführung zu bewirken: Süsses Bier 7, dena

seneft*)-Samen 7,, Seesalz 7,^

Sebesten 78

feucht^) stehen lassen und 4 Tage trinken. Ein andres: Durra, 1 hennu-Geföss, getrocknet und geröstet ebenso ; davon Brot machen, Oel dazu setzen und von der Person zu essen, die nicht Abführung hat.

Ein andres um den Leib in Ordnung zu bringen: sasa*)-Kuchen 1

sames-Pflanze 1

f aä-Samen 1

Grünspan ein wenig

Honig 1

XIll. zerreiben und gleich nach dem Schlafengehu essen.

Ein andres Tumoren^) im Leib zu entfernen: Feigen 7,

Sebesten y^

K

*) Cfr. vorige Seite Anm. 2. ^ Eigentlich: lieblich. ^ Die üebersetzung ist unsicher. *) Gehort zu den als Opfer dargebrachten Körnern. ^) Erman „lass es feucht stehn*'; Luring „lass es auf die Pr<sse legen".

^ Cfr. Anmerkung 3 zu Seite 6. ^) a Anschwellungen**.

%

9

Weinbeeren 7^

Milch 7,

Brodteig Vg

Beere von x^slt ^)-Pflanze Vg

Grüne Bleierde (?) 7„

Weihrauch 7^^ Wasser feucht stehen lassen und 4 Tage einnehmen.

Ein andres um Krankheiten auf der einen Seite des Leibes zu vertreiben:

Lactuca 1

Datteln 1 in Oel kochen und als Pflaster darauf legen.

Ein andres um alle Krankheiten im Leib zu ver- treiben:

Geröstete Feigen aufgeweicht in frischem Baumöl (?) ; Wein- beeren ebenso; Wachholderbeere ebenso; in eins mischen und von einer Person zu essen, die krank in ihrem Leib ist; und sie trinken lassen.

Ein andtes: XIV.

Geröstete Feigen aufgeweicht in frischem Baumöl (?); Wein- beeren ebenso; Wachholderbeere ebenso; ein Krug paäb')- Saft; ein Krug Wein;

in eins mischen und zu trinken von einer Person, die krank

in ihrem Leib ist.

Ein andres um Krankheit des Leibes zu vertreiben: Oel, uäh-Kom, Absynth, ein Kügelchen *) in Honig zerrieben, in eins mischen und einen Tag einnehmen.

Mittel die Ausleerungen zu Ende zu bringen^):

Grüne Zwiebeln (?) Ys

Frischgekochte Grütze Vg

Oel und Honig V^

Wachs V,g

Wasser 7, dena kochen undj4 Tage einnehmen.

0 Brugsch Wörterbuch Bd. VI. S. 896 „Mohnpflanze\

^ Stern liest pahet-Saft

^ Soll wohl heissen eine Pille davon machen.

*) Also Mittel Diarrhoen zu stillen.

10

Ein andres:

Brodmehl 7,^

Grüne Bleierde (?) 7,,

äpert ') - ndaa - Saft 7, ^

Wasser 7, ^^^^

in 4 Tagen einnehmen. XV. Ein andres:

seneft*)-Kom V,

Sebesten 78

Weinbeeren 7i6

änest-Kom Vis

Beere vom uän-Banm 7i6

Honig V,.

Wasser y, denä

feucht stehen lassen, in gleicher Weise (d. i. 4 Tage einnehmen).

Ein andres:

Brodmehl 7,^

äpert')-ndau-Saft 78

Zwiebeln (?) 7„

Wasser V, dena 4 Tage trinken. Ein andres:

Feigen 7^

Weintrauben 78

Brodteig y„

pTt»)-Kom V„

Grüne Bleierde (?) //^^

XVI. Zwiebeln (?) %,

Wachholderbeere 7$ recitiren: o hetn*)! abermals o hetu; o äVen! o ät'enit abermals. Mischen mit Wasser 7,, feucht stehen lassen und 4 Tage ein- nehmen.

Ein andres häufige Blutausleernngen zu vertrei- ben*):

Frischgekochte Grütze 7$

0 Nach Sterns Glossar »ovum sive globulus". ') Cfr. Anmerkung zu Seite 4. ') Brod oder Kuchen.

*) Vielleicht Kynocephalus, wie Lieblein meint. ^) Es kann 3ich hier um Beimischungen von Blut zum Darm- inhalt, oder auch um blutigen Stuhlgang handeln. Das erstere

11

Pulverisiites näh-Kom '/i

Oel V,

Honig V,

durchseihen und 4 Tage einnehmen. Alle Droguen in gleicher Weise das zweite Mal.

heft*)-Würmer ahzutödten:

Das Holzartige der nehiinaa-Frucht ') Yj

Wasser V,

feucht stehen lassen, durchseihen und an einem Tage einnehmen. £in andres:

Durra vom Süden V,

Seesalz Ys

Wasser 7, in gleicher Weise.

Ein andres:

Harz von Acanthus ^/,

Wasser V, XVII.

feucht stehen lassen, durchseihen und an einem Tag einnehmen.

heft-Würmer im Leih zu vertreiben: Grünspan 4 Priesen, in 4 Kuchen zu backen und vom Kranken zu essen.

Ein andres:

Das Innere des kesebt ')-Baumes V, Hefe V,

Wasser V, V,

feucht stehen lassen, durchseihen und an einem Tag einnehmen.

Mittel heft-Würmer zu tödten: Dattelmehl V^ Zwiebeln (?) V^ Süsses Bier Ya ^^^^ kochen, durchseihen und einnehmen.

kommt bei Haemorrhois ja häufig vor, im letzteren Falle wäre an Ruhr (?) zu denken; das Letztere scheint mir wahrscheinlicher.

*) Ascaris lumbricoides ; cfr. hierzu die Einleitung. [Mit Scheu t- hauer (Virchow's Archiv Bd. 85. S. 350) glaube ich, dass man unter heft den Ascaris lumbricoides zu verstehen hat. Eine Taenie dafür zu halten, dagegen spricht eine Stelle nämlich Tafel 66. Zeile 1; dort wird ein dunkler (schwarzer) Jieft-Wurm als Einreibung gegen graues Haar verordnet.]

^ Wurzelrinde des Granatapfelbaumes; nehimaa ist wohl eine Variante von änhemani; Cfr. Taf. 19. Zeile 19.

*) Ricinus frutex?

12

Ein andres:

Bluthe der nesau*)- Pflanze V, Absynth V',

Süsses Bier 1 dena

zermahlen, durchseihen und einnehmen.

Ein andres:

Das Innere des Ricinusstrauches 4 Tage in Hefe, gähren und feucht stehen lassen; rühr es 5 Tage in einem irdenen Krug XVIII. um*"7g thun ... .^; auf ad, feucht stehen lassen im Sommer und am Morgen zu trinken.

Ein andres:

Cyperusknollen */,, Grünspan */,,

Wasser '/i

kochen und 4 Tage einnehmen.

Ein andres:

Frucht von uam-Beere 74 seneft ')-Kom 7*

Das Innere des kesebt *)-Baumes ^/^ Honig 7,

Bier V,

zermahlen, in Honig stehen lassen, am Morgen es thun in Bier y,

und vom Kranken einzunehmen.

Ein andres:

uam- Samen 7i Wasser '/s

feucht stehen lassen und 4 Tage einnehmen oder (auch) mit Bier.

Ein andres:

äsu *)-Pflanze 7a XIX. §ames-Pflanze 74

in Honig kochen und essen. Si_e sprechen die Beschwö-

0 Brugsch Wörterb. Bd. VI. S. 698 „Gerste«.

') qem-§en = „gefunden zerstört*. Hier ist also eine Lacke, d. h. der Abschreiber hat, wie ich vermuthe, im Originalwerk, aus dem er abgeschrieben hat, ein Stück zerstört gefunden und hat das durch das Aegyptische: „qem-sen" wiedergeben wollen. Cfr. 89. 1 und 90. 3, wo sich ebenfalls diese Bemerkung findet.

^ Gehört zu den als Opfer dargebrachten Körnern.

♦) Ricinus frutex?

*) Brugsch Wörterb. V S. 141 „eine liebliche Pflanze".

13

rong^aus: der herxetef )-Wnrm sticht die üenachen, beun- rahigt den Schwachen und schmerzt- ia -diesem Leib ; der Gott und der Feinä hat ihm Zauberei angethan; der Gott lässt auf- hören,'washer in dem Leib bewirkt hat.

Ein andres vorzügliches Mittel zum Gebrauch für den Leib:

äsu *)-Pflanze 1

sames- Pflanze 1 zerreiben, zermahlen, in Honig kochen und vom Kranken zu essen, der in seinem Leib heltu *)-Würmer hat, die von der äaä *)-Krank- heit hervorgebracht sind und durch kein (andres) Mittel sterben.

Ein andres:

Die Rinde vom Granatapfelbaum zerstossen in Bier 7,, feucht stehen lassen in einem Krug mit Wasser '/g) ^^ Morgen durch ein Tuch seihen und vom Kranken zu trinken.

Ein andres heft*)-Wurm aus dem Leib zu vertreiben: XX.

Lactuca 1

Absynth 1

Much 1

zusammenrühren und einnehmen. Siehe, der Kranke treibt*) alle Würmer aus, die in seinem Leib sind.

Ein andres heft*)-Würmer zu tödten: Getrocknete Sycomorenfeigen 1 Datteln 1

gut stossen, in umtet^)-Bier thun und vom Kranken zu trinken.

Ein andres die Krankheiten zu heilen, die von heft*)- und pend^-Würmern entstehen:

Dumpalmenpulver 1

*) Scheuthauer's Vermuthung (cfr. Virchow's Archiv Bd. 85. S. 350) dass hierunter der Oxyuris vermicularis zu verstehn sei, tbeile ich nicht; überhaupt heisst „her-vetef" nicht „aus dem Leibe** wie Scheuthauer meint Unter her-^etef kann man ganz allgemein „Eingeweide^'urm" verstehen.

2) Brugsch Wörterb. V S. 141 „eine liebliche Pflanze«.

«) Brugsch Wörterb. VI S. 838 „Gewürm"; Würmer.

*) Chlorosis aegyptiaca; cfr. die Einleitung.

^) Ascaris lumbricoides.

^ Eigentlich: scheisst aus.

^) Von der Wurzel umot nach Brugsch Wort. Bd. V. S. 314. „stark"; also starkes, kräftiges Bier.

^ Taenia mediocanellata; cfr. die Einleitung.

14

Spitzen von ämamu-Pflanze 1

Gänseschmalz 1

in eins mischen, durchseihen und 4 Tage einnehmen.

Krankheiten zu vertreiben, die entstehen durch pend*)- Würmer: ^

XXI. 'Harz von Acanthus 1

Pfefferminzblüthe 1

Lactuca 1

t'as-Pflanze 1

zerstossen, in eins mischen und als Pflaster auf den Leib einer Frau oder eines Mannes legen.

Mittel heft*)-Würmer zu tödten: Harz von Acanthus, ins Wasser gelegt in einer Vase, steht mit einem Tuch zugedeckt, in der Frühe in einem Stein-Morser zerstossen, bis Du es zerrieben findest; durch ein Rohr darin (gesteckt) hernach es einschlürfen.

Ein andres die Krankheiten zu vertreiben, die von pend^)-Würmern entstehen: ännek ')-Pflanze 1

aneb-Pflanze 1

Die Spitze von Rohr 1 Honig 1

4 Tage einnehmen.

Ein andres heft')-Würmer zu tödten: uam-Samen *) 7$ äeneft*)-Samen Yic Seesalz Yaa

Honig ■/„

in eins bringen, 1 Tag essen.* XXII. Andre Mittel:

Frucht von der Sycomore, getrocknet 1 Grüne Datteln 1

in Bier zerstossen und 4 Tage trinken.

0 Taenia mediocanellata.

^ Ascaris lumbricoides.

•) Brugsch Worterb. V S. 93 „Pflanze, die mit dem Mond in Verbindune steht*.

*) Während bis hierher die einzelnen Medicamente im Papyrus unter einander gesetzt wurden, werden sie von hier ab neben ein- ander gesetzt.

^) Gehört zu den als Opfer dargebrachten Kornern.

15

Andre Mittel die pend')-Würmer zu tödten: Das Innere des kesebt')-BaDme8 7i sert-Saft 1 denä

kochen, durchseihen und sogleich einnehmen.

Ein andres:

uam- Samen

Seesalz 7aj

seneft ')-Samen 7i s

Honig V,

Süsses Bier 7$

4 Pillen machen und von der Person einzunehmen, zu trinken mit Bier 76*

Andre Mittel:

uam-Samen 74

seneft ')-Samen 7aj

sert-Saft 7,

zermahlen, zerreiben und 1 Tag trinken.

Ein andres:

Krauter des Feldes 8efet*)-0el Fett

Natron, roth Kuhgalle in einen Kuchen backen, einen Tag einnehmen.

Ein andres:

Mennige 1

gentet- Pflanze, nesOl-Kom, ta-Brod 1 Erdöl (Petroleum?) 1

Süsses Bier zerstossen, pulverisiren, durchseihen und an einem Tag ein- nehmen.

Ein andres:

Kräuter des Feldes 1 Natron, roth 1

sefet*)-Oel 1

in einen Kuchen backen und 1 Tag einnehmen.

0 Cfr. vor. Seite. ^ Ricinus frutex.

^ Gehort zu den als Opfer dargebrachten Körnern. ') Ein heüiges Salböl.

16

Ein andres:

begsu-Beeren Ys Wein 7,

ämamu-Samen Ys wann machen und 4 Tage trinken.

Ein andres:

sert-Saft Kümmel faas- Samen suti-sut- Pflanze ämamu-Samen däm-Pflanze Sebesten Süsses Bier kochen und 1 Tag einnehmen.

Ein andres:

Alraunbeeren 1

Much 1

Honig 1

Kräuter des Feldes 1 Wein

kochen, durchseihen, 4 Tage nehmen; es entleert den Leib.

Ein andres:

Kräuter des Feldes Herz vom mesä- Vogel Honig Wein

ännek ^)-Pflanze Süsses Bier in einen Kuchen backen und einen Tag essen.

Ein andres pend')-Würmer zu behandeln: Pfefferminz 1

qemu»). Samen 1 nua-Pflanze 1

ämamu- Frucht 1 kochen, durchseihen und einen Tag einnehmen.

') Gfr. Seite 14.

^ Taenia mediocanellata.

3) Brugsch Worterb. VII S. 1245 ,Schwarzbaum^

17 Ein andres:

Vr

Dattelkörner

Absynth '/^

Cyperus 7,^

Bleivitriol ') (?) 7^^

seneft')-Samen V,,

Benenntet *) - Pflanze y^

ämamu- Frucht 7a

Kümmel 7^^

Süsses Bier 1 denä

kochen, durchseihen, 4 Tage einnehmen. Ein andres:

Zwiebeln (?) '/^

Mennige ^L^

Saure Much %

Weisses Oel 7^

Süsses Bier 7a ^®°* kochen und einnehmen; es tödtet die pend*)- Würmer. XXIII.

Ein andres:

Beeren vom uän-Baum 7a

Weisses Oel 7a

einen Tag einzunehmen.

Mittel uxedu im Leib zu heilen:

Fleisch von einer_ gebenden Kuh 7i

Weihrauch 7,^

Lactuca 78

Beere vom uän-Baum 7i«

Frischgebackenes Brod 78

Süsses Bier 7a ^®"* durchseihen und 4 Tage einnehmen.

Ein andres uxedu im Leib fortzubringen: Oäm- Pflanze 78 Sebesten 78

sexept-Saft 7a Süsses Bier durchseihen, kochen, 4 Tage einnehmen.

») oÄpu des Discor.; cfr. Seite 7. ^ Cfr. Seite 15.

^ Luring S. 161 „Pistia stratiotes L.' *) Taenia mediocanellata.

Joachim, Aegyptiscbe Ueilkande.

18

Ein andres:

Nastortiom 784

Sebesten Vg

Harz von Acanthus 7„

Ganseschmalz 7,g

Beere vom nän-Baum 7i6

Süsses Bier 7a ^®"^ ebenso. Ein andres:

Brodteig 7,

Weintraaben 7i6

Sebesten 78

Feigen 7^

Weihrauch 764

Eämmel 764

Beeren vom uän-Baum 7i6

Gänseschmalz 7i6

Süsses Bier 7a ^^^^ ebenso. Ein andres nha-Erankheit im Leib zu vertreiben:

Lapis memphites

BleivitrioP) (?)

besbes*)- Körner

sesqa- Kömer

Wachs

sefet')-Oel zerstossen, in Eins bringen und damit salben.

Wohlan bereite Du Abführmittel, nachdem es gegen seinen Leib verschlossen gewesen ist:

Kräuter des Feldes 1

gengent-Bohne 1

äneb-Pflanze 1

Brodteig 1

zerstossen, in Eins bringen, davon 4 Kuchen machen und ihn es essen lassen.

Ein andres uha-Krankheit zu vertreiben, die schwer drückend im Körper liegt; sie im Leib völlig zu vernichten:

1) acüpu des Diese. De mat. med. Ed. Kahn Vol. 25. Lib. V. Cap. 118. S. 783.

«) „Fenchel«; Brugsch. Zeitschr. f. ägypt. Spr. 1881. S. 33. s) Ein heiliges Salböl.

19

Getrocknete Myrrhen 7,^

Weihrauch Yei

Lapis memphites 4

Bleivitrior) (?) 7,,

aneb-Pflanze

Grüne Bleierde (?) 7ij

äsQ*)- Pflanze 7ie

Absynth 78

CoUyrium ' 7*4

gengent- Bohne 7$

Kräuter des Feldes 78

Zwiebeln (?) 7^

Honig 7,

feuchtes uäh')-Korn 7jj

zerreiben, in Eins mischen und warm einnehmen; eine voll- kommene Linderung.

Ein andres die uha-Erankheit im Leib auszuscheiden (heben) oder sie zu vernichten:

Feigen 7„

Seesalz 78

Frisches Brod 78

Süsses Bier 7, denä

kochen, durchseihen und einen Tag einnehmen.

Ein andres nach ihm (dem vorhergehenden Mittel): Kräuter des Feldes 78

Hefe 7g XXIV.

Honig 7,

Süsses Bier 7j

4 Tage einnehmen.

Ein andres seteft*)-Krankheit zu vertreiben:

Dattelmehl 7,

Zwiebelmehl (?) 7,

mesta- Getränk ein wenig kochen zu einer Dose von Wasser 7} dena; dem Mann oder der Frau warm zu geben ; vorzüglich um ihn gesund zu machen.

^) oÄpu des Di ose. Lib. V. Cap. 118.

2) Brugsch V. S. Ul „eine liebliche Pflanze«.

^ Wohl eine Getreideart (?).

*) Drücken, Aufstossen (?).

20

Ein andres uha-Krankheit zu vertreiben:

Absynth V,

Zwiebelmehl (?) V,

Seesalz 7a

Abfall von Datteln 7,

Oel 7,

ämamu-Pflanze 7a

Süsses Bier Va kochen und heiss essen.

Ein andres uha-Krankheit im Leib zu vertreiben

Süsse Myrrhen 1

Bleivitriol (?)') 1

Rnss vom bet'a*)-Topf 1 Rbnig 1

in Eins mischen und damit bestreichen.

Ein andres die böse seteft')-Krankbeit zu ver- treiben:

abu-Saft Mennige

Beere von der Tamariske Natron Seesalz *) in Eins bringen und gegen die Krankheit geben.

Ein andres uxedu im Leib zu heilen:

Kräuter des Feldes 7^

8äm- Pflanze 7i8

Feigen

Zwiebeln (?) 7„

Sebesten 78

Kümmel 764

ääam- Pflanze 78 a

Gänseschmalz 78

Süsses Bier '/, denä in gleicher Weise.

*) oÄpu des Di ose.

") Brugsch Wörterb. V S. 464 „der irdene Topf, Scherben*. ') Cfr. vorige Seite.

^) meht mit rother Tinte durchstrichen; dann müsste man nur „Salz" übersetzen.

21

Ein andres axedu zu tilgen:

Frucht der Dumpalme Vis

Datteln V,

Bittres Bier V,

Brodteig 7^

Wein 7,

Eselsmilch 1 denä

kochen, durchseihen und 4 Tage einnehmen.

Ein andres nyedu zu tilgen und die tödtliche äaä')- Krankheit in dem Leib eines Mannes oder einer Frau zu vertreiben:

Harz von Acanthus ^/^

Die Fibern desselben 7a

Die Frucht desselben

Harz vom Terpenthinbaum 7s

Die Fibern desselben 7i

Die Frucht desselben ^/^

Absynth*) 7^

Indigo") -Pflanze 74

Frucht von der taa- Pflanze 74

annek *)-Pflanze 74

Weinbeeren 74

Pfefferminz 74

mischen, zum Essen fertig machen und 4 Tage einnehmen.

Ein andres') uxedu im Leib zu tilgen: Weizen -Kömer 7>

Durra -Körner

ut'ä von Datteln 74

seneft*)-Kömer 7,

AbfaU von Datteln 7^

Frucht von der Dumpalme 74 Absynth 7,

kochen, feucht hinstellen und 4 Tage einnehmen.

') Chlorosis aegyptiaca.

>) Mit schwacher rother Tinte ist hier dem äam ein s v oran- gesetzt; säam-Absynth. ^ Luring S. 163. *) Cfr. S. 14.

^) nt mit blasser rother Tinte hinzugesetzt. «) Cfr. S. 4.

22

Ein andres: XXV. Knollen XXV. von Cyperus 7^,

Cyperus vom Binnenlande ^/,g

Cyperus (vom Ufer) 7i«

Beere vom uän-Baum ^/,j

Wachholderbeeren 7i e

Gummi

Gänseschmalz 7^

Honig 7,

Wasser etwas*) ebenso.

Wenn Du Jemand siehst mit Geschwulst v^ji_tßig- artiger Beschaffenheit, sein Leib ist hart darunter, er ist krank an seinem ro-ab'), es ist seine Geschwülst in seinem Leib, die keinen Weg findet herauszukommen und die keinen Weg hat aus ihm herauszukommen, es ist Faulichtes in seinem Leib. Nicht kommt es heraus, es wird zu hesebt-Wür- mernj wird es nicht zu beseht, so wird sich eine Kugel (?) bilden. Leert er es aus, so wird er augenblicklich gesund. Führt er es aber nicht als hesebt-Würmer ab, so mach Du ihm ein Abführmittel, um ihn augenbUcklich gesund zu machen.

Ein andres u/edu im Leib zu vertreiben und die holzharte uha-Krankheit im Leib eines Mannes oder einer Frau zu zerstören:

A

A A A A A

Pulverisirtes uäh-Kom, geröstet Kräuter des Feldes Süsser Brodteig Dattelteig Gänseschmalz Honig in Eins zerreiben und einmal einnehmen.

Der Beginn der Salben uha-Krankheit zu ver- treiben:

Lapis memphites, Milch, reines Oel viermal damit anfstreichen. Andre Salbe: . Harz von Acanthus, Bieivitriol (?), Lapis memphites, ta- Saft der Bauern, rothes Natron, Honig, Oel damit aufstreichen.

?

Ofr. Ebers S- 51. ') Cfr. die Einleitung.

23

Andre Salbe: seneft')-Korn, Eselskopf, besbes*)-Korn, sebtetit- Pflanze, nesti *) - Pflanze , mäki - Korn vom he - Platz , baq - Oel, reines Oel damit aufstreichen.

Andre Salbe: Zwiebelmehl (?), Bohnenmehl, nesti*) -Pflanze, Bleivitriol (?), Baumöl, reines Oel 4 Tage damit aufstreichen.

Andre Salbe: Samen der Blüthen der Erde, Eselsklauen, sefseft- Samen des Sees, frische Sahne, reines Oel 4 Tage damit salben.

Andre Salbe: Erwärmte Durra -Kömer, erwärmte äat-Pflanze, erwärmte Frucht der Dumpalme, XXVI. Lapis memphites, Milch XXVI. einer Frau , die einen Knaben^ gebpren^ h^, frisches baq-

(5el, Oel

kochen und 7 Tage damit aufstreichen.

Andre Salbe: Fenchel (?), Mentha montana, sebtetit -Pflanze, die rothe Frucht der Sycomore, Harz der x^t'-Pflanze, reines Oel

8 Tage damit aufstreichen.

Andre Salbe: mäki-Korn vom nehe *)-Platz, Leinsamen (?), Crocus, sesqa- Pflanze, Beere von der äbu-Pflanze, Kümmel, Wachs, Oel, - Baumöl, Milch einer Frau, die einen Sohn geboren hat

9 Tage damit aufstreichen.

Andre Salbe: sefseft- Frucht, FencheP) (?), Beere von der äbu-Pflanze sesqa- Samen, Bleivitriol (?), Lapis memphites, Crocus, trockene Myrrhen, süsse Myrrhen in Eins bringen und 10 Tage damit salben.

') Cfr. Seite 4.

*) Brugsch , Zeitschrift für ägypt. Sprache und Alterthumskunde. 1881. S. 33. „Fenchel.«

*) Luring S. 158 „Carthamus tinclorius«.

*) Wahrscheinlich ein Fehler anstatt: „he^-Platz. L.

*) Cfr. Anmerkung 2.

24

Mittel uha-Krankheit za vertreiben und uxedu zu trennen^):

Knhhirn 7^

Seesalz ^/^

Honig V„

Wasser */, in £ins mischen und damit anfstreichen.

Ein andres uha-Krankheit im Fleisch') einer Per- son zu vertreiben:

Klares Oel 1

Oel^yom Nilpferd 1

Alter Honig

Bleivitriol (?) 1

dam -Pflanze 1

Absynth 1

pax-Kraut 1

Wachs 1

Fenchel') (?)• 1

8efet*>0el 1

in Eins mischen und 4 Tage damit anfstreichen.

Ein andres Mittel seteft-Krankheit (oder) irgend ein andres Uebel im Körper') nicht entstehen zu lassen:

Trockenes saTt')-Kraut 1

Oel 1

Natron 1

Seesalz 1

zermahlen, zerreiben, in Eins mischen und damit aufstreichen.

Eine andre Salbe uha-Krankheit an jedem Glied einer Person zu vertreiben:

Süsse Myrrhen 1

BleivitrioF) (?) 1

Oel 1

*) Loret. Recueil de travaux relatifs k la pbilol. et k rarcheol. egypt. et assyr. Vol. XI. S. 131. »lever"; „sauver, delivrer*. ') Aegyptisch : = caro, musculus, corpus. ») Cfr. Seite 23. *) Cfr. Seite 18. *) Wörtlich: „in jedem Glied". «) Brügsch Worterb. VII. S. 982 „Wegerich?«. ^ Ott>pu des Diese. Lib. V. Cap. 118.

25

Zwiebeln (?)

Wachholderbeere

CoUyrium

Rass vom bet'aM-Gefass (?)

Honig in Eins mischen und damit aufstreichen.

Ein andres uha-Krankheit zu vertreiben und uyedu^ ZU entfernen'):

Euhgalie 1

Seesaiz 1

Honig 1

in Eins mischen und damit auf streichen.

Eine andre XXVH. Salbe uha-Krankheit in jedem XXVII. Körpertheii einer Person zu vertreiben:

Kräuter des Feldes, Oel damit aufstreichen.

Ein andres Mittel seteft')-Krankheit nicht entstehn zu lassen:

Oel V.

Gequetschtes salt*)-Krant 1

Seesalz 1

ut'ält-Frucht 1

Natron 1

zermahlen, zerreiben, in Eins mischen und den Korper damit einreiben.

Ein andres wirkliche uha-Krankheit zu vertreiben:

Oel

Rothes Korn

Seesalz

salt*)- Kraut

Natron als Pflaster auflegen.

Ein andres uxedu zu vertreiben:

Mohnpflanze ') 1

Mennige 1

Grüne Bleierde (?) 1

') Cfr. Anm. 2 zu Seite 20.

^ Loret Recueil de travaux etc. Vol. XI. S. 131.

») Cfr. Seite 19.

*) Cfr. vorige Seite.

^) Brugsch. Wörterb. VI. S. 896 ,Opium«.

26

Honig

sesqa-Körner Fracht der Dumpalme Kuchen senen-Myrrhe äber*)-Oel Fett in Eins machen und dagegen^) geben.

Ein andres n/edu im Mund zu vertreiben'): Absynth Ys

däm- Pflanze 7$

ääm-Pflanze V^,

Beere von 7aslt*)-Pflanze 7s

Beere vom uän-Baum ^/^^

Brodteig

Sebesten 7i6

Zwiebeln (?) 7^

Weihrauch 764

Grüne Bieierde (?) 7g,

Nasturtium 7^4

utit [Samen (?)] von Sycomore 7$ ämu- Kömer 1 denä

feucht stehen lassen, durchseihen, 4 Tage einnehmen. Ein andres uxeda zu vertreiben: Oel, ausgepresst aus Samen von der Ricinusstaude, damit eine Person bestreichen, die uha (-Geschwulst) mit stinkender Materie hat; siehe das Uebel wird vertrieben, als ob ihr (i. e. der Person) nichts fehlte; sie braucht das Oel gleicher Weise 10 Tage als Salbe, indem sie sich damit zwei Mal früh morgens be- streicht, um die Krankheit zu vertreiben, wie es sich immer gebührt. Ein andres u/edu zu vertreiben: Schale der Schildkröte 1 Natron 1

Frisches Baumöl (?) 1

sefet*)-Oel 1

in Eins machen, erhitzen und damit salben.

') Bezeichnung eines heiligen Salböls. ^ Gegen die Krankheit. ') Eigentlich: abzuwehren, fernzuhalten. *) Brugsch. WGrterb. Vi S. 896 «Opium' ») Cfr. Seite 18.

27

Ein andres uha-Krankheit und Hitzblattern') (pustulae) zu vertreiben:

Frucht der Papyruspflanze Ys

sasa^)- Samen ^4

Frucht der Dnmpalme '/s

Honig V,

Wasser ^/j denä

feucht stehen lassen, durchseihen, 4 Tage einnehmen.

Ein andres Hautflecke ^ zu vertreiben, die von uxedu entstehen*):

Feigen 7^

Weizenbrod ^j

Sebesten ^/^

Grüne Bleierde (?) V„

Wasser 7^ dena

feucht stehen lassen, 4 Tage einnehmen.

Andre Mittel Hautflecke*) zu vertreiben, die von uxedu entstanden sind*):

§enBft*)- Samen

Das Innere von Zwiebeln* (?)

Grüne Bleierde (?)

saSa*)- Samen

Harz von Acanthus

Harz von Terpenthin

Kuhmilch gut durchkochen und 4 Tage trinken.

Andre Mittel XXX.*) für die Vorderseite des Schien- XXX. beins:

Das Innere des när^)- Fisches, das innen in seinem Kopf sich findet« in Honig weichen, als Pflaster auflegen, um den Kranken sogleich zu Reilen.

*) qaqat.

') Cfr. Seite 6.

') ännut.

*) Eigentlich: Hautflecke der nvedu.

*) Cfr. Seite 4.

^ Hier folgt auf Tafel 27 unmittelbar 30, ohne dass der Text wie es scheint eine Unterbrechung erfahren bat; beim Numeriren hat der alte Schreiber wahrscheinlich die Zahlen 28 und 29 ver- gessen, cfr. Ebers „Das hermetische Buch über die Arzeneimittel etc." Leipzig 1875. Einleitung S. 17.

0 Ebers S. 169 „Wels«.

28

Ein andres u-/eda za tilgen: Weizenmehl Durramehl

Mehl von der Dumpalmenfracht Xet'- Pflanze Honig als Pflaster auflegen.

Ein andres eiternde Wunden zu heilen, die aus

u/edu entstehen:

Gequetschte Dumpalmenfrucht 1

Süsses Bier 1

Bohnen 1

Harz von Acanthus 1

Cbarpie von Leinwand 1

Süsse Myrrhen 1

Süsses Bier zusetzen 1

darauf als Pflaster legen ^).

XXXI.

Mittel den Leib und Anus zu hei Milch

Gänseschmalz (?) Gequetschtes uäh')-Korn Kräuter des Feldes Weinbeeren durchseihen und einen Tag einnehmen.

Ein andres:

Brodteig 1 7,

Durrapulver ^/^

Dattelpulver Yi

Honig Yie, Kräuter des Feldes*) V^

Gänseschmalz ^/,

durchseihen und einen Tag einnehmen.

len:

u

8

/,

u

0 Hier folgt eine lange Beschwörungsformel, die hergesagt werden solTle, um die Medicamente wirlcsaraei' zu machen; da sie keine medicinische Bedeutung hat, üherspringe ich sie. "

2) Eine Getreideart (?).

») Hier ist mit kleinerer Schrift zu Beginn der Tafel XXXI Fol- gendes eingeschoben : ,,nonig Vs durchseihen und 4 Tage einnehmen.

Ein andres: Wein Vs» Honig Vs»» Kräuter des Feldes Va» Zwiebelwasser (?) 74«"

29

Ein andres:

Gänseschmalz Vie

Honig Vie

Kräuter des Feldes V4 Frisches Brod Vi

durchseihen und einen Tag einnehmen.

Ein andres:

Zwiehelwasser (?) '/i

flüssige Grütze */,

Gänseschmalz */^

kochen, zu einem Brei machen und jeden Tag einnehmen; dazu Bierschanm Jrinken.

Ein andres:

Kräuter des Feldes 7,

Süsses Bier Yi

Honig V„

Weihrauch Yei Beere vom uän-Baum Yie

Weinbeeren */,

Feigen V, feucht stehen lassen, durchseihen und täglich einnehmen.

Ein andres*) äaä')-Krankheit bei einem Patien- ten zu vertreiben, uxedu zu heben, heftige Schmerzen (Kolik), die über eine Person kommen, zu vertreiben und den Anus durch Kühlen zu heilen:

Absynth 7,

Beere vom uän-Baum 7i6

Honig 7„

Süsses Bier durchseihen und 4 Tage trinken.

Andre Mittel Entz_üjQduDg (Gluth, Hitze) ijn Anus un_d_iu^ der Blase*) bei einer Person zu vertreiben, die häufig Winde von sich giebt, ohne es zu wis^sen*):

abu- Pflanze 1

Salz 1

^) nt doppelt geschrieben.

') Chlorosis aegyptiaca.

^ Septit, vom Stamme Sep => eine Flüssigkeit beseitigen.

*) Soll wohl soviel heissen wie: unfreiwillig.

30

Wassermelone 1

Honig 1

zerreiben, in Eins mischen, zu einer Engel formen und in den Anus bringen.

Eine andre Kugel den Anus zu kühlen:

Xeper-ur- Samen 1

Wachholderbeere 1

Beere vom uän-Baum 1

Weihrauch 1

Grüne Bleierde (?) 1

Seezungekomer 1

Kümmel 1

Honig 1

Myrrhen 1

Aloe 1

zu einer Kugel formen und in den Anus bringen.

Ein andres u/edu am Anus zu vertreiben:

Feigen 1

Seesalz 1

Weihrauch 1

Horn (?) von der Kuh 1 zu einer Kugel formen und in den Anus bringen.

Ein andres^) Brennen am Anns zu entfernen:

Antilopenfett 1

Kümmel 1 in gleicher Weise.

Mittel den Anus zu kühlen:

Baumöl (?) 1

Zwiebelwasser (?) 1

Oel 1

Honig V,

einspritzen in den Anus.

Andre Mittel den Anus zu lindern:

Weihrauch

sehtet -Kömer

xeslt*)- Samen

uän-Baum

Kümmel

Collyrium

0 nt mit schwarzer Tinte eingeschoben.

2) Brugsch, Wörterb. VI S. 89C „Mohn pflanze«.

31

Zwiebel (?)

sa- Kraut- Samen

Baumöl (?)

Fett

Oel

Seesalz

zermahlen, zerreiben, zu einer Kugel formen und 4 Tage in den Anns bringen.

Ein andres gegen unex^) (Wunde?) am Anus: Myrrhen Weihrauch

Cyperu» des Binnenlandes (Cyperus) des Nordens am Strande Crocus Coriander Oel Salz in Eins kochen, in Charpie legen und in den Anns^jt^ringen.

Andre Mittel:

Gänseeier (?) 1

Gänseeingeweide (?) 1 in den Anns bringen.

Ein andres den Anus zu behandeln: Milch V,

Gänseschmalz ^/,

Gequetschten uäh')-Samen 7^ Kräuter des Feldes 74

Weinbeeren 7*

durchseihen und eineiuTag einnehmen.

Ein andres:

Gequetschte Durra ^/^

Gequetschte Datteln ^j^ Gequetschten Weizen ^/^

Honig Vj^

Kräuter des Feldes 74

Fett 7, in Eins bringen und einen Tag einnehmen.

XXXIl

0 Brugsch, Wörterb. V. S. 331. unex = »verwunden**. *) Eine Getreideart (?)

32

Ein andres:

Gänseschmalz 7i«

Honig y,.

Kräuter des Feldes 7^

Frisches Brod Vi

einen Tag einnehmen. Ein andres:

Zwiebelwasser (?) 1

Honig V3

4 Tage trinken.

Andre Mittel:

Wein V,

Honig V

Kräuter des Feldes ^/^

Zwiebelwasser (?) ^/^

Flüssige Grütze 7^

Gänseschmalz Vi kochen, zu Brei machen und tätlich mit Hefe vom Bier, das geschäumt*) hat, essen.

Ein andres:

Kräuter des Feldes 7^

Süsses Bier 7^

Honig 7,,

Weihrauch 764

Beere vom uän-Baum 7i6

Weinbeeren ^j^

Feigen 7,

Sebesten 7$ feucht stehen lassen und 4 Tage einnehmen.

Mittel Brennen') am Anus zu verhindern, wenn er leidet in Verbindung mit uxedu in seinen (i. e. des Patienten) Beinen:

Das Innere von Zwiebeln (?) 7*8 Frischgekochte Grütze 7$

Wachs y

Gänseschmalz /^

Wasser 7a ^^^^'

feucht stehen lassen und 4 Tage einnehmen.

») Cfr. Seite 7 Anm. 2.

*) Determinirt durch die Flamme.

33

Ein andres, Brennen^) (Entzündung) am Anns zu vertreiben:

sasa*)- Stücke

fuhu- Samen

Teig

Wachholderbeere

Absynth

Knollen von der tektek- Pflanze

Grüne Bleierde (?)

Kern vom Sycomorenbaum

Knoblauch

Unreine Datteln

zerreiben, mischen und von einem Mann oder einer Frau zu trinken, die an Entzündung^) leidet.

Ein andres Entzündung^) am Anus zu vertreiben: XXXIII.

Bohnenmehl 1

Zwiebelmehl (?) 1 Myrrhen 1

ähemt-Harz 1

Collyrium 1

zu einer Kugel formen und in den Anus bringen.

Mittel nach anderen Aerzten zu kühlen:

Knoblauch V-.

Wein 7,

Galle (?) von einem fetten Ochsen ^/^

seter ^- Trunk 7^ Honig durchseihen und in den Anus giessen.

Ein andres:

Ochsengalle ^/^

Abgekochte Milch v 76 Honig 7,

mähui *)-Frucht 7j

durchseihen und einen Tag in_den Anus giessen.

^ tau = Hitze.

*) Cfr. Seite 6.

^ Yielleicht Opium; determinirt mit dem Ruhebett.

*) Brugsch. Wörterb. VI. S. 563 »Wunderfrucht**.

Joachim, Aegyptische HeUkunde. 3

34

Ein andres:

Zwiebeln (?) 1 ännek^)-Pflanze 1 Wasser in den Anns giessen.

Ein andres:

Zwiebelwasser (?) 1

Harz von Acanthus 1

Harz von Zizyphus Lotus') 1 mähui ') -Flüssigkeit in den Anus giessen.

Ein andres den Anus zu kühlen: Zwiebelmehl (?) V„ Mäuseschwanz Yaj Honig V,

Wasser 7s

durchseihen und 4 Tage einnehmen.

Ein andres die metu^) des Anus zu lindern^);

Fett y„

Harz von Acanthus */^^ darauf streichen (salben).

Ein andres den kranken Anus zu heilen: Kuhhom 1

Stücke von getrocknetem Oel 1 Hefe von Wein zu einem Zäpfchen für den Mann oder die Frau machen.

Ein andres Zäpfchen den Anus zu kühlen:

SaSa«)- Stücke

Zwiebelmehl (?)

Weinhefe

Xeper-ur-Kom

Seesalz

Durramehl

>

») Cfr. Seite 14. Anm. 3.

^ Luring S. 157.

^ Cfr. vorige Seite.

*) metu hier wohl die HämorrhoidalkDOten.

^) Wörtlich: angenehm machen.

«) Cfr. Seite.

35

Dattelmehl 1 Honig 1

za einem Z&pfchen machen und in den After bringen.

Linderung für den After und Linderung für den Unterleib^) zu schaffen:

Bohnenmehl

Natron

gemischt mit Myrrhen

Xesait-Samen von mät'au')

Wachholderbeere

Beere vom uän-Baum

Weihrauch

Zwiebelmehl (?)

Kümmel

Honig

zerreiben in Eins, mit diesem Honig mischen, zu einer Kugel formen und 4 Tage in den After bringen.

Zauberei in dem Leib zu vertreib.en:

Das Innere der hemem')- Pflanze 1 Das Innere der ufält- Frucht 1

Weihrauch 1

Kräuter des Feldes 1

Süsses Bier in Eins znsammenreiben und von der Person zu trinken.

Ein andres:

Greif meine Hand^F^ags .mgloe .Hasd -Kraut!), hinzusetzen 1 denä') Wasser die Nacht hindurch und davon jeden Tag ein hennu^-Gef&ss Wasser 4 Tage lang trinken.

Ein andres Zauberei in dem Leib eines Mannes oder einer Frau zu vertreiben:

Aloe 1

Wachholderbeere 1

XXXIV.

^ Luring S. 65 „Mutterleib* ; Ob abas schlägt die Uebersetzung .Blase* vor.

>) Brugsch. Wörterb. VI. S. 896 „Mohn vom Lande mat'au^

*) Brugsch. Wort. VI. S. 821 ^eine gewisse Pflauzenklasse, aus der eine berühmte Salbe bereitet wurde''.

*) Ebers S. 35.

*) deni » 0,6 Liter.

^ hennu = 0,46 Liter.

3*

36

Roher Honig 1

Natron in Eins bringen and von dem Mann oder der Fran zn essen.

Ein andres Zauberei and die gottliche ^)y tMiliche äaä-Krankheit in dem Leib einer Person zu vertreiben;

Die erste Fracht von Cyperas '/$ sasa')-Stacke '/§

Beere von Oehui-Pflanze '/^^

abn- Pflanze */,

zu Palver stossen, in Bier bringen und von der Person gleich nach dem Zubettgehn zu trinken.

Ein andres:

Gequetschte Datteln, thun in Oei, thun in sehet *)- Saft, auf Feuer setzen, dazu sar-Saft^) setzen zu essen von einer Frau, ihren Leib zu schützen.

' Ein andres:

ahn- Pflanze Ys*

sames- Pflanze 7,^

»ehui-Frucht '/^^

Coriander ^/^

in Eins kochen and gleich nach dem Zubettgehn einzunehmen. Ein andres:

§ames- Pflanze Yie

sasa*)- Stücke 7$

genti *)-Samen '/ei

Honig 7,

in Eins machen und gleich nach dem Zubettgehn zu nehmen. Ein andres:

Trauben

Kuchen 7i«

§ames- Pflanze 78

Honig 7j,

Saäa*)- Stücke 7^, zerreiben und einzunehmen gleich nach dem Zubettgehn.

*) D. h. von Gott gesandte ^ Epidemie (?); cfr. die Einleitung. 5) Brugscb. Wort. VII. S. 1226 „Kuchen aus zusammenge- pressten Rosinen".

3) Brugsch. Wort. VIL S. 1175 „Mischtrank, Mixtur*.

*) Luring S. 21 „Hefe*.

*) Brugsch. Wort YIL S. 1269 „Cassia«.

16

37

Ein andres: XXXV.

Frucht der Dampalme 7i«

annek*)- Pflanze 7i«

Wachholderbeeren 7i6

mema-Fnicht 7^

Absynth V^

Honig V,

einzunehmen gleich nach dem Zubettgehn. £in andres:

äbu- Pflanze 4

Coriander ^/^^

Dumpalmenfrucht 7^^

saäa^- Stücke 7,

sames- Pflanze ^L^

kochen in Honig 7^ und Yon einer Frau um die Zeit des Zubettgehens einzunehmen. Mittel Entzündung^ im Unterleib zu vertreiben:

Dumpalmenfrucht

Gerösteter Weizen

Weizenmehl

Durramehl

xet*- Pflanze

Honig den Unterleib damit bepflastern (als Pflaster auf den Unterleib legen).

Ein andres:

Feigen 1

Kümmel 1

Mehl von uäh^)- Samen 1

Honig 1

sefu-Oel 1

den Unterleib damit bepflastern. Ein andres:

Beere vom uän-Baum 1

Weihrauch 1

Sebesten 1

^) Brugscb. Wort. Y. S. 93 „Pflanze, die mit dem Mond in Verbindung steht".

•) Cfr. vorige Seite. ^ Hitze, Brennen. ^) Eine Getreideart (?).

38

Datteln 1

Oel 1

Esio^ 1

davon ein Pflastgx (machen und) aaf den Unterleib legen. Ein andres:

Mehl Yon näh*) -Samen 1 Honig 1

Oel 1

Pfefferminz 1

xet'- Pflanze 1

auf den Unterleib als Pflaster legen. Ein andres:

Ein Stack vom Stamm der Leinpflanze 1 Frische Milch auf den Unterleib einer Person za legen, die krank ist. Ein andres:

Oel von zuoberst des des-Kmges*) auf den Unterleib der Person than.

Ein andres:

sefseft-Kömer mit dem aasgegohrenen mesta- Getränk (?) mischen and aaf den Unterleib der Person legen.

Ein andres die Todeskrankheit')'in dem Leib einer Person aaszatreiben:

Beere von &ehai- Fracht 1

Beere von Grocas 1

Fracht von Terpentin-Pistazie 1 Das Innere von der at'ält-Frucht 1 sasa^)-Stacke 1

zermahlen, zerreiben and mit Honig von der Person zu essen. Mittel den Rampf^) za heilen: Zwiebeln (?) 7,^ Kämmel ^/^

Wein kochen and 4 Tage einnehmen.

.V

*) Cfir. vorige Seite.

3) Ebers S. 20.

*) Wörtlich: der Tod; es ist wohl die &aa-Krankheit gemeint; cfr. hierzu die Einleitung.

*) Cfr. Seite 36.

^) Seuebt; Luring übersetzt «Brust*; Brugsch. VII. S. 1196 ,Leib, Oberkörper, Torso*.

39

Ein andres:

Gemahlene Durra

Cypemsknollen

netertu-Pflanze (Weihrauch (?)) 7„

Das Innere von Zwiebeln (?) */,,

utit von Sycomore */„

Beere vom uän-Banm 7i«

ftäm- Pflanze 7,

Wasser 4 Tage lang zu essen.

Ein andres den Rumpf zu heilen, alle Krankheiten im Leib zu vertreiben und den Mastdarm zu heilen:

Der Schaum'} von sussegi Bipr

2^beln (?) " ' " 7,

thun in einen des-Krug als köstliches (Mittel) gegen den Tod; den Schaum anwenden; lass Du es jeder Zeit aufgewärmt essen; davon 1 hennu*)-Geffos jeden Tag trinken*).

Ein andres Brennen der uxedu am Rumpf zu ver- treiben:

Feigen

Beere vom Weinstock

Sebesten

Beere vom XXXVI. nän-Baum 1 XXX VI.

Weihrauch

Nasturtium

Rummel

Uta von Datteln

Susses Bier kochen, durchseihen und 4 Tage einnehmen.

Ein andres u/edu am Rumpf abzuwehren:

Harz von Acanthus 78

Süsses Bier */, denä*)

zerreiben, feucht stehen lassen, durchseihen und 4 Tage trinken.

Regeln, wenn der ro-ab*) leidend ist. ^J ;2

Wenn Du eine Person untersuchst, die an einem Hindernis

(Verstopfung) an ihrem ro-ab leidet; sie fühlt sich beschwert,

wenn sie Nahrung zu sich nimmt; ihr Leib schwillt auf, ihr

*) Am Rand mit blasser Tinte nefr = gut!

>) Die üebersetzung ist unsicher! cfr. Tafel XI. Z. 18— XII. 3.

") bennu = 0,46 Liter; dena = 0,6 Liter.

^ Cfr. die Einleitung.

40

HerejstjByitt, wenn sie geht, wie eine Person, die an Entzfin- dang am Aups leidet; lass sie sich ausgestreckt hinlegen and nntersnche sie. Findest Da, dass ihr Leih heiss, ihr ro-ih hart ist, so sage Da ihr: „es ist ein Leherleiden" (eigentlich: L.-Fall); mach ihr das geheimnisvolle Pflanzenmittel, das der Arzt verschriehen hat*):

payestet-Pflanze, Abfall von Datteln mischen, in Wasser auflösen and vom Patienten 4 Morgen za trinken, dam^t Da seinen Leib ausleerst. Wenn Da, nachdem dies gächehn ist, die beiden Seiten an seinem Leibe and zwar die rechte heiss *), die linke kahl fin- dest, sTTag Du dazu: „das ist eine Krankheit *) (P), die dabei ist, zu_ heilen, sie verzehrt sich". Sieh ihn wieder. Findest Du, dass sein Leib überall abgekählt ist, so sag Du: „sdpe Leber hat sich geth^llt und i^einigt*); er hat die Medicin. an- genommen (d. h. sie hat gewirkt)".

Üntersachst Du eine Person, deren ro-ab krank ist, alle ihre Glieder sind beschwert, wie (von einer Person), die geht um sich legen (d. h. die schwerföllig und matt ist); leg oänn deine Hand auf ihren ro-ab. Findest Du, dass' Ihr ro-ab_ geschwollen ist und dass es geht und kommt (d. h. dass Bie Geschwulst sich bewegt) unter deinen Fingern, so sag DiT dazn: y^es ist ein Fehler in der Verdauung der XXXVII. Speisen^ ^). Nicht lass sie XXXVII. zuerst essen; mach ihr radikale Abführung:

Abfall von Datteln auflösen in abgestandenem Bier; (nach- her) gehen und ihr Brod essen ^).

Untersuchst Du ihn, nachdem dies geschehn ist, und Du findesT seine Kreuzgegend warm, seinen Leib abgekühlt, 80 sag Du: „der MangeT an Abführung ist gehoben^; lass ihn seinen Mund schützen ^vor (gegen) allem Heissen').

0 Luring hält das für den Titel einer medicinischen Schrift *) Mit dem Determinativ der Flamme ; nachträglich eingeschoben mit rother Dinte.

*) yait = [B rug seh VI. S. 884] „Krankheit in ihren verschie- denen Formen, Schwäche^.

*) Die Uebersetzung ist nicht sicher! eigentlich: abgeschäumt ^) Eigentlich: es ist ein Aufhören der verdauungsthätigkeit *) Erst wenn er das Mittel genommen und spazieren gegangen ist, nimmt er wieder Nahrung zu sich; vorher soll er sich der >^h- rung enthalten.

0 Er soll sich in Acht nehmen, es meiden.

41

Wenn Du eine Person untersuchst mit Hindfiinis (Verstopfung) und Neigung zum Brechen; es ist Krankes^) in seinen Sei^n wie Excrements ugeln , so sind das in seine Seiten aufgestiegene Schädlichkeiten; es ist sein ro-äb geschwollen. Verschreib ihm folgendes Lin'^erungsmittel zu trinken: frische Grütze, kochen in Oel, Honig

Absynth ^jj

Wachholderbeere 7i«

sasa*)- Stücke V, dazu thun, in Eins kochen und 4 Tage trinken.*

Wenn Du ihn nachher untersuchst und findest es mit seiner Krankheit') wie das erste Mal, so bezeichnet das Heilung.

Wenn Du eine Person mit einem Leiden an^ihrem ro-äb untersuchst; sie ist krank^ an ihrem Arm, ihrer Brust (Mamma) und der Gegend ihres ro-aU und es ist ihr gesagt, es ist die uat*)-^rankneit, so sag Du dazu: „es ist der Tod, der in den Mund eingedrungen igt und dort haust. Mache ihr ein Wund mittel*) aus (folgenden) Pflanzen:

Beere von tehua*) 1

Xaslt^)- Pflanze 1

Pfefferminz 1

ännek *)-Pflanze 1

Rother Samen von sexet 1 in Oel kochen und vom Patienten zu trinken.

Leg Du deine Hand^ auf ihn, sein Arm wird mit Leichtigkeit ausgestreckt, frei von Schmerzen. Sag Du: ^dieses Leiden jst den wirklichen Dannkanal zum After her- abgegangen^ ich wiederhole gar nicht mehr das (Arzenei)mitlel**. "wenn Du eine Person untersuchst, die das Leiden an ihrem ro-äb hat, sie bricht oft und Du findest es

') Cfr. vorige Seite Anm. 3. ») Cfr. Seite 36. ») vait

*) Wörtlich: die grüne, blühende, frische. ^) Eigentlich: stechendes Mittel; der Sinn ist unklar. ^ Sonst dehui.

0 Brugsch VL S. 896 „Opium«. ^ Cfr. Seite 37 Anmerk. 1.

') detek = ^deine Hand*' ist mit blasser, schwärzlicher Tinte dazwischen geschrieben.

42

(als. etwas) Hervorragendes innen auf der Vorderseite^); seine beideiT^ugen sind ermattet nnd seine Nase verstopft; sag Da za l¥m~: ^es ist Fäulnis seiner Excremente; es geht nicht durch seine Weichen ab als Excremente von ihm. Mach ihm dafür (folgendes Mittel):

Weizenbrod, Absynth in besonders grossen Mengen; dazu XXX Vi II. setzen ein kleines Gefäss XXXVIIl. mit Knoblauch nebst

saatef) davon mit Bier; fettes Ochsenfloisch vom Patienten zu essen und mit Bier, das aus mehre- ren Ingredrenzien gebraut ist, zu trinken, um seine bei- den Augen zu offnen, seine Nase zu Öffnen und Abgang fur die Excremente zu schaffen.

Untersuchst Du eine Person mit Verhärtung ihres ro-ab, so leg deine Hand darauf. Findest Du, dass ihre yalt') sich verstärkt hat zwischen den darauf gelegten Fingern, so sag Du ihr: „es ist die seyen^)- Krankheit der uxedu, die nicht gehoben ist^; mach ihr das Pflanzenmittel: Rothe Körner von ment'ä*) Vs kochen Oel in Honig Oäm-Pflanze Vi«

Wachholderbeere Vi«

. sasa*)- Stücke V,

Cyperus vom Strande^) Vi«

Cyperus vom Binnenlande Vi« Wein Milch zu essen und herabzuschlucken mit süssem Bier, da- mit er sogleich geheilt werde.

Wenn Du eine Person mit einem Leiden an ihrem ro-ab untersuchst, sie ist krank an ihrem Arm, ihrer

*) D. h. eine kleine Geschwulst vorn; übrigens ist die üeber- setzung nicht ganz sicher!

*) «Gebrochenes?*; vielleicht: kleine Stücke.

») Cfr. Seite 40 Anm. 3; hier vielleicht: die kranke Stelle (?).

*) Brugsch. Wort. VII. S. 1109 ^Geschwür*^; er vergleicht da- mit das Hebr. pPK^i die sechste der 10 ägyptischen Plagen; cfr.

II. Buch Mose Cap. 9 Vers 9 (Die israelit. Bibel von Dr. Philippson). *) Brugsch: » weiches Wachs*. «) Cfr. Seite 36. 0 Cfr. Disscorides. Otpl öXijc iorcpix^c. Lib. I. Cap. IV.

43

Brost und der Gegend ihres ro-ab und es ist ihr gesagt, es ist die nat-Krankheit, so sag Da daza: ^os ist der Tod, der in den Mand eingedrungen ist und dort haust ^. Mach ihr ein Wandmittel aus (folgenden) Pflanzen: Beere von tehua 1

XasTt-Pflanze 1

Pfefferminz 1

annek-Pflanze 1

Rother Samen von se/et 1 in Bier^) kochen und vom Patienten zu trinken.

Leg Deine Hand auf ihn, sein Arm wird mit Leich- tigkeit ausgestreckt, frei von Schmerzen. Sag Du: ^das*) Leiden ist den wirklichen Darmkanal zum After heraus- gegangen; ich wiederhole gar nicht mehr das (Arzenei)mittel^. Wenn Du eine Person untersuchst, die das Leiden an ihrem ro-ab hat; sie bricht oft und Du findest es (als etwas) Hervorragendes innen auf der Vorderseite; seine beiden Augen sind ermattet und seine Nase verstopft; sag Du zu ihr: „es ist Fäulnis seiner Excremente; es geht nicht durch seine Weichen ab als Excrepiente von ihm. Mach ihm dafür (fol- gendes Mittel):

Weizenbrod, Absynth in besonders grossen Mengen; dazu setzen ein kleines Geföss voll mit Knoblauch nebst säatet davon mit Bier; fettes Ochsenfleisch vom Patienten zu essen und mit Bier, das aus mehre- XXXIX. ren Ingredienzien gebraut ist, zu trinken, um seine bei- den Augen zu öffnen, seine Nase zu öffnen und Abgang fur die Excremente zu schaffen*).

ünters_nchst Du eine Person, die von Zeit zu Zeit Schmerzen hat wie diejenigen, welche Unrein! jchkeiten ge- gessen haben; ihr Herz ist matt, als ob die Gebrechlichkeit des Alters^ über sie gekommen^), so sag Du: „es ist eine An- sammlung von kranken Sä^n^; er soll sich nicht über die Krankheit übermüthig hinwegsetzen oder sein Vertrauen auf

») In der Variante Tafel 37. 14. heisst es „in Oel".

^ In der Variante Tafel 37 Z. 16 heisst es «dieses Leiden'^.

«) Die Tafel 38. 10—39. 2 wiederholt nur Tafel 37. 10—38. 3; die Abweichungen an beiden Stellen sind geringe; cfir. Seite 39 und die betreffenden Anmerkungen.

*) Die Uebersetzung ist nicht ganz sicher 1

44

schwache Mittel setzen. Es hat sich ein Geschwnr gebildet; es ist fauler Eiter und Fluss von der Wunde*). Mach ihm die Mittel, dTe es (das (Seschwür) durch Arzeneimittel

offnen 5*

Wenn Du eine Person untersuchst, die das Leiden an ihrem

ro-ab hat, ihre Glieder sind zart und ganz ermattet; Du unter- suchst sie und findest keine Wunde*) am Leib ausgenommen an den Geschlechtsorganen ^ (?) wie ein Kügelchen, so sag Du zu ihr: „es^ist Gefährliches in Dir"*); mach ihr als Mittel dagegen:

Alraunen von Elefantine, zermahlen

des*) -Samen

Zwiebeln (?)

kochen in Oel und Honig vom Patienten 4 Morgen zu essen, um seinen Durst zu löschen und das Gefährliche seines Herzens^) zu vertreiben.

Wenn Du die Verstopfung (Hindernis) an seinem ro-ab untersuchst und findest, er ist nicht im Stande, aber den Nil zu .setzen (sich zu bewegen), es ist sein Herz*) ange- schwollen und sein ro-äb asthmatisch^), so sag Du rßiri: „es ist das Blut^ das sich festgesetzt hat^ und nicht circulirt**. Mach 5u"*Äusleerung ^ durch Arzeneimittel. Mach ihm dafür (folgendes Mittel:)

Absyntb */g

Wachholderbeeren 7i«

Sebesten */g

sasa'^)-Stöcke V,

in Bier kochen, das ans verschiedenen Ingredienzien gebraut ist, durchseihen in eins (gut) und vom Patienten zu trinken. Dieses Mittel treibt (Blut) durch seinen Mund oder

0 yait.

*) Das specielle Reeept fehlt hier. ^) Die UebersetzuDg ist unsicher; eigentlich „an dem henut des Körpers".

^) „In deinem Hause."

*) Brugsch. Wort. VIL S. 1375 „Leinsamen«. •) Oder Machen. 0 Unsicher:

^ Eigentlich: est ist ein Blutnest. ^ Eigentlich: „fallen, gehn"; zu ergänzen: des Blutes. »*0 Cfr. Anmerkung 2 zu Seite 36.

45

i^fter ans, das dem Schweineblut gleicht, wenn e,9 ge- kocht~~l8t. EntweJeFmach ihm einen ümschlagj^. ujn vornan kühlen; oder mach Du nicht dieses Mittel, sondern mach ihm folgende wirklich 'ausgezeichnete Salbe be- stehend aus:

Ochsenfett, Samen von Crocus, Coriander, Myrrhen,

äager-Baum zermahlen und als Pflaster auflegen.

Wenn Du eine Person untersuchst, die leidet an einer Ver- stopfung^) an ihrem ro-XXXX. ab und Du findest, dass sie XXXX*). geht und kommt (sich bewegt) unter deinen Fingern wie Oel in einem Schlauche, so sag Du dazu: „es kommt ihm in den Mund wie Schleim*'; mach Du für ihn (folgendes Mittel):

Frucht von der Dumpalme lY^,

mischen, auflösen in männlichem Samen^^ zermahlen, in Oel und Honig kochen und von der Person 4 Morgen zu essen; darauf diesen bestreichen mit trockenem, zerriebenem und zer- stampftem ma^et-?orn.

Wenn Du eine Person untersuchst, die das Leiden an ihrem ro-äb hat und findest es an ihrem Ruckgrat wie die Beschwerden von Messerträgerkrankheit ^), so sag Du dazu: „das sinddie__uxedu, die in seinen Rücken übergegangen sind**; er ist krank7 ich will die Rücken-Mittel machen; es (das Mittel) geht inihnjüoein. als ob*) es hineinhüpft (?). Mach Du ihm eme Topfhefe ^) und mach ihm nachher folgende Mittel:

yet'-Pflanze (frutex hortensis) 1

Pfefferminz 1

Harz von Acanthus 1

Maurerlehm 1

zermahlen, kochen in Hefe von süssem Bier und 4 Tage aufstreichen, um ihn sogleich zu heilen.

Wenn Du die Verhärtung seines ro-äb untersuchst

*) Hier wohl eine Art Geschwulst.

*) Obenan auf Tafel XXXX steht „Abfall von Datteln %*. 3) Der weisse milch- oder schleimartige Same des Mannes. L. *) JlTne "Krankheit, die auch im Berliner med. Papyrus beschrie- ben ist; cfr. Brugsch VI. S. 968.

^) Ich fasse hier m gleichbedeutend mit auf. «) Ebers S. 19.

46

nnd findest^), es ist sehr viel schlimmer geworden, so sag Du zu ihm: ^diese Verhfirtung hringt Dir schmerzhafte') Conval- sionen*) nnd ist wie ein Leiden*), das sich im Leib erhebt. Mach Du ihm:

Öäm-Pflanze 1

iaia')- Stucke 1

Gyperus vom Strande 1

Gyperus vom Binneniande 1 Zwiebeln (?) 1

in süssem Bier kochen, um .......*).

Wenn^) Du eine Person mit Verhärtung an ihrem ro-ab untersuchst; sie bricht und ist sehr krank, ihr Leiden ist wie eine Wunde ^, so sag Du: „gehoben sind die uxedu, sie umschlingen ihn nicht ^). Mach ihm zu trinken: Feigen V^

Milch V„

Brodteig Vg

ruhen lassen in süssem Bier Y, durchseihen und sehr häufig einnehmen, um ihn sogleich gesund zu machen.

Wenn*®) Du eine Person untersuchst, die das Lei- den an ihrem ro-äb hat, so leg deine Hand auf ihn. Fin- dest Du ihre rechte Seite angeschwollen'^), so sag Du: ^'^; mach Du ihr dagegen als Augenblicks- mittel:

Dumpalmenfrucht durchseihen und 4 Tage trinken.

^) Am Rand der Tafel ist mit blasser, schwarzer Tinte nefr = gut hinzugefügt.

*) Cfr. Zeitschr. f. aegypt. Spr. 1880. S. 14; eigentlich: „bitter".

^ Aegyptiscli: hit; Brugsch VI. S. 747 „convulsiones inducere".

*) Aegyptisch: nesit; cfr. Brugsch VL S.696 = Schmerz, Leiden.

*) Cfr. S. 36 Anm. 2.

^ Die üebersetzung ist unsicher.

^) Am Rand ist mit blasser schwarzer Tinte nefr = gut biozu- gefügt.

*) Wortlich: sie leidet daran (an dem ro-äb).

') Eigentlich: sie legen keinen Strick um ihn.

*<*) Am Rand ist mit schwarzer blasser Tinte nefr = gut hinzu- gefügt.

*^) Eigentlich: wenn Du ihn gehöben findest auf seiner rechten Seite.

") Die Üebersetzung ist unsicher.

47

Wenn Da ihn untersuchst XXXXI., nachdem dies XXXXI. geschehn ist und findest, dass diese seine kranke Stelle *) gleich bleibt wie vorher, so mach Du ihm das Linderungsmittel zu seiner Ausleerung und Heilung *): Beere von tehua*) Ye« Eine Priese (Portion) Salz zermahlen, in süssem Bier kochen.

Mach Du ihm das Linderungsmittel von Oel zu seiner Ausleerung:

Eine grosse Portion seyet-Frucht zermahlen, in Oel und Honig kochen*) und vom Patienten 4 Tage lang zu essen.

Wenn*) Du eine Person mit Verhärtung an ihrer linken Seite untersuchst^ sie hat Fasse*), dass sie nicht auf^dem Boden gehn kann, so sag Du zu ihr: „sie bat Sandbänke gegraben und Sand gehoben** (vermuthlich ein Ausdruck daTur, da^s sie sich angestrengt hat). Mach Du ihr die Mittel, die vorher genannt waren:

Dumpalmenfrucht */^

ftäm-Samen, zermahlen 7$

Wachholderbeere 7i e

äasaO- Stücke 7,

in Eins kochen mit Oel 1 und Honig ein wenig und vom Patienten 4 Tage lang zu essen.

Wenn Du den Kranken untersuchst, nachdem dies geschehn ist und Du findest, dass sie ^) sich bewegt, der untere Theil ausgenommen'), so mach Du ihm:

Eine Masse von trockenen pesed- Körnern ebenfalls*^ zu kocheq und vom Kranken 4 Tage zu essen, um seinen Leib

*) Aegytisch: vait; cfr. Seite 40 Anm. 3. ^ Eigentlich: damit es herausfalle und er gesund werde. *) Sonst dehui.

*) pes iat mit schwarzer Tinte hineingeschrieben. *) Am Rand ist mit schwarzer Tinte: „nefr är ^ „gut zu be- reiten" hinzugefügt.

*) Eigentlich: Gelenke, insbesondre Fussgelenke. 0 Cfr. Seite 36 Anm. 2. *) Die Verhärtung. •) Die Uebersetzung ist unsicher! *^ Unsicher; vielleicht: Kochen mit Umdrehen (?).

48

zu füllen ai|d seine Eingeweide *) anzufeuchten *) (einzutauchen). Leg Deine Hand darauf; findest DtX" 316"^ z€r8tnckelt_nnd zermahlen wie etwas in der uahit-Pflanze^), so mach Du ihm augenblicklich zur Kühlung:

Frucht von der Dumpalme 1 fuh-Rönier 1

Wasser

durchseihen und 4 Tage lang einnehmen.

Wenn Du eine Person mit einem Leiden an ihrem

ro-ab untersuchst und Du findest, nachdem sie über den

Nil gesetzt hat, dass siencrant Ist' än^renhefden "Seiten^ ihr

Leib ist aufjgetrieben , wenn sie N'ahrung zu sicJi nimmt *),

/ ihr M.agen (Herz) fohlt sich beschwert bei ihrem ^ Hineintreten \

<''^ /scfist es die beöetu- Krankheit ^\ ESmpfe Du (regen sie mit

-Linderungsmitteln, nachdem^T"iertli"eh Umschlag von

Weizenwasser erhalten hat. Wenn sie sich hernach unter

deinen Fingern^^iEfig^, so brauche Du bei ihm 4 Morgen

die" Klistierspritze^). lhr_Eindringen (der Spritze) verwundet;

dagegen ist zu brauchenl

uäh')- Körner V,

Gummitropfen V, Grüne Bleierde (?) 7,^

in Oel und Honig koch£aL.ttnd vom Patienten 4 Tage lang ein- zunehmen.

Wenn sie sich nachher unter Deinen Finjgernjb^ wegt, wfe yanSkürner, alle_ seine Glieder brennen unter der de^ert'^'-'Krankheit

" ' Bröd iD^Qährung.

») Brugsch VIL S. 1241 „Geschlinge".

') Luring S. 80.

") Die Verhärtung'.

*) Kohl oder Getreide.

^) Eigentlich: von dem Brode.

^) D. h. wenn die Person Nahrung geniesst und sie in den Magen kommt.

0 Nach Brugsch: confractio, coutorsio, tortura.

«) Ebers S. 19.

») Eine Getreideart (?).

1^ Sterns Glossar zu dem Papyrus Ebers: putredo, morbus cutis.

49

Etwas vom Horn

Nahrangsmittel von Enten geht in ihn hinein,' "als 6h es Tiineinhfipfüj^

Wenn JL>u~eine Person untersuchst mit Verhärtung an ihrem ro-ab, ihr Herz CMag^en) schmerzt sie, Unbe- hagen XLU. ergreift sie bei jeder Nahrung~~^ie sie isst, ihr XLII. ro-ab ,ist~ngeschyoiien. sie leidet,..aQ ihren beiden Füssen, ihren Fusssohlen, aber nicht an ihren beiden Schenkeln; unter- suchst Du ihn und findest seinen ro-dh -schwach wie eine Frau, die ein Kind geboren hat^^^ und sein Kopf ist schwach, so sag Du ih m : 7,6s Jst__eineYers topf un^ der Excrementa; das Wasser dringt jq ihn hinein^ als ob es hineinhüpft ^). Mach D'u ihm die Mittel des Geheimnisses^, das nur für den'XrzTJsT, ausgeliömmen für deine eig^ene Xoiüiter: Grünen, nicht getrockneten Weizen in Wasser kochen, ohne zu verdampfen; es vom Feuer nehmen, um es mit Dattelabfall zu mischen; durchseihen und in 4 Tagen einnehmen, damit er sogleich geheilt werde.

Wenn Du eine Person untersuchst'), die Verhärtung hat, ihr HerzXMagen) schmerzt sie, ihr_ Gesicht ist bleich, ihr Herz klopft (?); wenn Du ihn untersuchst und findest sejn Herz (Magen) brennend, seinen Leib aufgetrieben, so ist es die 8e)(en^)-krftnkheit in der Tiefe, und der Brandy verzehrt ihn. Mache Du ihm ein Mittel, das den Brand löscht und seine Eingeweide' ausleert durch Trinken von süssem Bier, das in getrocknetem Teig gestanden, hat; zu essen und trinken 4 Tage lang. Sieh Du jeden Morgen in 6 Tagen nacfij^ was^aus seinem After herausfällt. Wenn die näat'et (Excremenle?) aus ihm herausfallen ~* wie schwarze Klümpchen, so sag Du ihm: „dieser Körperbrand ist auf sein Herz (Magen) gefallen, die äsI-KranTcheit^ seines Leibes

*) Die Uebersetzung dieses kleinen Abschnittes ist upsicher; es scheint etwas ausgelassen zu sein ; cfr. Tafel Z. 7.

*) Eigentlich: hervorgestossen hat

^ Die Uebersetzung des letzten Satzes ist unsicher!

♦) Im Papyrus steht seta, was keinen Sinn giebt, wohl fälschlich statt sesta.

*) vaek ist mit blasser rother Dinte nachträglich dazwischen- geschrieoen.

«) Brugsch Vll. S. 1109. „heiss sein, Geschwür"; cfr. Seite 42 Anm. 4.

^) Brugsch I. S. 120 „damnum sive detrimentum".

Joachim, Aegyptische Heilkunde. 4

50

ist verlJißinßrt*). Untersuchst Du ihn, nachdem dies ge- selle hen ist, und es tritt etwAS. aus seinem AftßjuFie das Weisse von Johnen'), und Tropfen schiessen jiiiÄitun-hervor wie nesu von tepant^, so sagDü"däzüV ^^das was in ^seinem ro-äb XLIII. ist, XLIII. fallt herunter*^. Mach Du iÜmT Mittel, die das Gesicht kGhlen; den Kessel über Feuer stellen, eine Mischung i¥m machen und auf dieselbe Weise*) kochen. Ein andres*) Mittel zur Vertreibung der Verhärtung am ro-äb:

Brod von Zizyphus Lotus ^)

Wassermelone

KatzenXöth

Süsses. Bier

Wßi». in Eins machen und als Pflaster auflegen.

Ein andres Verhärtung an der rechten Seite zu heilen und den Schmerz^) ihm auszutreiben:

äeneft")- Körner 1 denä

Weisse sexet-Frucht Ys

Grüne sexet-Frucht Yg

Fibern der xas^t-Pflanze®) 7i6

Beere vom uän-Baum 7i6

Crocus des Berges

Crocus des Nordens 7$

Lotusblume 7$

Myrrhen 7i6

xet'- Pflanze 78

Grünspan von der Barke 78

sefet**»)-Oel 7,^

teun-Pflanze 7,

') Hat abgenommen.

») Brugsch VIL S. 1207. Cfr. Ebers, 1.1. S. 18.

') Die Uebersetzung ist unsicher!

*) Unsicher ;cfr. Seite 47 Anm. 10. Dieser ganze Abschnitt bietet der Uebersetzung sehr erosse Schwierigkeiten.

*) Folgt unvermittelt ohne Absatz; ket ist mit schwarzer Tinte geschrieben.

«) Lürin^ S. 157.

7) Aegyptisch: nesit = Schmerz, Krankheit, Leiden.

«) Cfr. Seite 4. Anm. 3.

^ Brugsch. WörtVL S. 896 „Mohnpflanze*.

'<>) Ein heiliges Salböl.

51

Honig V„

Bier V.

Gänseschmalz ^) */g

feocht stehen lassen, durchseihen, 4 Tage lang einnehmen.

Ein andres Verhärtang an der rechten Seite zu

vertreiben, wenn das Feuer') (die Entzündung) ab- nimmt:

Feigen 7,

Sebesten 7$

genti-Samen *) Yie

Weinbeeren 7^^

änest-Pflanze 7i6

Beere vom uän-Baum 7i6

Milch 7,

Honig 73

Weihrauch ^/^

Weisser Kuchen 7j>

Brodteig 7,,

Grüne Bleierde (?) 7„

Harz von Acanthus 7j>

Wein 7^

Harz von Zizyphus Lotus*) 73>

Harz von Sycomore */,,

Bier 73 ^®°*

feucht^) stehen lassen, durchseihen und 4 Tage lang eiDDehmen.

£in andres Verhärtang zu vertreiben, wenn das

gt^am^ro-ab frisst *):

1) set = „Gans" ist mit schwach-rother Tinte hinzugefügt.

^ Wörtlich: wenn es erlischt.

') Brugsch VII. S. 1269. „Cassia".

*) Cfr. Luring S. 157.

^ Ausnahmsweise ist hier die Verordnung mit rother Tinte ge- schrieben.

^ Die Erkl&rang des am r aenef .bei Brugsch V. S. 76. ist wohl nicht richtig;! überall wo von ,JBJutfressen" im Papyrus die Rede i»t,*natniich 43. 14; 75. 19; 87. 17; 87. 20; 88. 1; 89. 14 ist Jas am durch die den Fiag.er zum Mund führende Person determinirt im GegeABäTSTzu am mit der Bedeutung „quod est in"^ wo dieses De- termioatiTua^L fehlt.

4*

52

Mischung von Wein und Wasser 1

Saure Milch 1

Baumol (?) 1

in Eins machen und als Pflaster auflegen. Aadre*) Mittel für den ro-äb:

uäh ') - Körner

Weinbeeren 7a

Kräuter des Feldes 7*

Feigen ein wenig

Teig von Sycomore

oder Zwiebeln (?) von der Oase zermahlen, zerreiben, in süsses Bier von zur Ernährung erforder- lichem Getreide ') (also Weizen- oder Gerstenbier) thun^ feucht stehen lassen, es nicht trocken (oder) zugedeckt finden lassen, dazu tiiun:

Honig 7,

Gänsefett 7, in Eins machen und von einem Mann oder einer Frau zu trinken. Ein andres Verhärtung am ro-äb zu vertreiben:

Brod von Zizyphus Lotus*)

Katzendreck

Mennige

Wassermelone

Süsses Bier

Wein in Eins machen und als Pflaster darauf legen. Andre*) Mittel für den ro-äb:

Honig 1

Baumöl (?) 1

Weihrauch 1

Wein 1

XLIV. in Eins thun, kochen und essen. Ein andres:

Honig 2

Mehl von der Dumpalmenfrucht 2

Kräuter des Feldes 1

0 Wörtlich: Ein andres: Mittel etc

^ Wohl eine Getreideart (?).

*) Uebersetzung ist nicht sicher; cfr. Brugsch VII. S. 1365.

*) Wörtlich: gethan.

*) Cfr. Luring S. 157.

53

zu 4 Kuchen machen für 4 Tage; nachher Honig kochen, vor- her hinzufügen *)

Mehl von Dumpalmenfrucht Kräuter des Feldes 4 Tage lang essen.

Ein andres für den ro-äh:

Weihrauch Y^^

Wachholderbeere 7a

Kräuter des Feldes') 7^

Honig 7,

Wein 7,

Gänseschmalz 7a

kochen und einen Tag einnehmen.

Ein andres Krankheiten am Herzen zu vertreiben:

Dattelmehl 7^

Zwiebeln (?) 7,.,

ämamu-Pflanze 78

Süsses Bier 7a ^®°*

kochen, durchseihen und 4 Tage einnehmen

tehebu-Baum *) 73« Ein andres:

Milch 73

Honig 7jg

Wasser kochen, durchseihen und 4 Tage einnehmen.

Mittel su§*) der Fieber(hitze) am Herzen zu ver- treiben:

änest-Pflanze 1

Sebesten 78

Weizenbrod 78

Kuchen 788

Blüthen von Cucumis melo ^/j,

genti *)-Samen 78 a

') Eigentlich: dazu fallen lassen.

*) ta = »Feld" ist mit rother Tinte dazwischengeschrieben.

^ Hier ist wohl etwas ausgelassen; cfr. T. VII. Zeile 21.

*) Brugsch VIT. S. 1022 bringt das Wort mit der Messschnur zusammen; Sterns Glossar: angor seu siccitas? Ich schlage die üebersetzung „Beklemmung (Dyspnoe?) in Folge von etc.** vor; die Annahme des ersten Autors spricht ebenfalls für diese Üebersetzung.

*) Brugsch VII. S. 1269 »Cassia«.

54

Honig V,

Wasser 1 dena

feacht stehen lassen und 4 Tage lang trinken. Ein andres das Herz zu behandeln:

Cucumis melo 7a »

Brodteig

Grüne Bleierde (?) 7„

Frische Datteln 7,

Honig V,

Wasser 1 denä

feucht stehen lassen, durchseihen und 1 Tag einnehmen.

Der Beginn der Mittel äaä^)-Krankheit im Leib und im Herzen zu vertreiben:

sames-Pflanze 7is

sasa')-Stücke 7,

Grüne Bleierde (?) V^,

Honig V, ») (?)

in Eins machen und gleich nach dem Zubettgehen einzunehmen. Ein andres:

Cyperus Ys

sasa*) -Stücke Ys

Wachholderbeere Yi«

Grünspan Ys4

sehtet-Kömer */,,

pesed-Samen *) ^/

Honig 7.^ (?)

in Eins machen und gleich nach dem Zubettgehen einzunehmen. Ein andres:

Gummi Yj»

Weintrauben 7is

§asa»)-Stücke 7,

Sames-Pflanze 7i6

Honig */, ») (?)

in Eins machen und gleich nach dem Zubettgehen einzunehmen. Andre Mittel:

») Cfr. die Einleitung.

^ Brugsch. Wort. VII. 8. 1226 „Kuchen aus zusammenge- pressten Rosinen". ») Ebers S. 50. *) Ebers S. 101 «Gerste«.

55

uäh*)-K5raer, zennahlen Ya Blätter der Ricinospflanze ') 7$

xesu von der Sycomore */,

Grane Datteln 7^

Lotusblume 7$

Frischer Brei

Wasser 1 denä auflosen und sogleich nehmen.

Ein andres die gottliche, todtÜche^ äaä^K^rankheit im Leib einer Person zu vertreFBen:

HaVz XLV. von Acanthus 7„ ^^^•

Harz von Pistacia terebinthus ^/,j

Frucht von Pistacia terebinthus 7ij

Zwiebel (?) 7. *

Salz 7„

Weintrauben 78

Kern der ut'ält-Frucht

saäa*>Stücke 7^

sames-Pflanze ^/.^

Honig »/, *) (?) in Eins machen und gleich nach dem Zubettgehen einnehmen. ^^-«^

Ein andres:

änest-Pflanze ^/^

Feigen 7,

Crocus des Nordens 7u

genti *)-Kömer 7,,

Honig 1 denä

Weintrauben 7sj

uäh ^)-Korner 7^^

Brod von Zizyphus Lotus 7i6

abu-Pflanze 7«»

Coriander ^/^^

durchseihen und gleich nach dem Zubettgehen einnehmen.

») Wohl eine Getreideart (?). ^ Aegyptisch = qaqa; das Griechische x(xi. *) Eigentlich: ^es Gottes und des Todes d. h. die von Gott ge- sandte, (epidemische?), todiliche; cfr. die Einleitung. *) Cfr. die Anmerkungen zu voriger Seite. *) Brugsch VII. S. 1269 „Cassia*.

- 56

Ein andres äaä^)-Krankheit am Herzen za vertrei- ben; zu vertröiben die HerzschwäcEeT), Herzpalpita- tionen') und die Herzstiche: änest-Pflanze

V

7j ebenso.

Feigen

Crocus

Grüne Bleierde (?)

sasa*)-Stücke

Honig

Wasser Ein andres:

Weintrauben

uäh *)-KÖrner

Brod von Zizyphus Lotus

abu-Pflanze

Crocus

anest-Pflanze

Wasser Handmittel®) die göttliche, tödtliche äaä')-Krank- heit zu vertreiben und alles Mögliche (üebel) zu tilgen:

'i

V

7, ebenso.

Feigen Sebesten Weizenbrod Grüne Bleierde (?) Wasser

7, ebenso.

Ein andres Handmittel*) das Herz in Wahrheit zu heilen:

Feigen

Grüne Bleierde (?)

Kuchen

Wasser

*/j ebenso.

Handmittel®) den Tod im Leib zu vertreiben, zu

0 Cfr. S. 55 Anm. 3.

^ ab = Herz mit rother Tinte eingeschoben; eigentlich j^das Aussei-sich-gerathen" ; Brugsch VI. S. 561.

3) Brugsch T.'S. 305 ^fliehen«.

*) Brugsch VIL S. 1226 „Kuchen aus zusammengepressten Rosinen".

^) Wohl eine Getreideart (?).

^) Augenblicksmittel, d. h. sofort anzuwenden.

^) Cfr. Anmerkung 3 zu vor. Seite.

57

vertreiben die göttliche, todtliche äaä')-KraDkheit und die uxeda, and alles, das krank ist, zu tilgen: Crocus vom Delta 7i

13

V V

7, ebenso.

näh ')-Samen

Brodteig

Feigen

Dumpalmenfracht

sasa *)-Stücke

Honig

Wasser Ein andres:

Mehl von aäh')-Komem

Feigen

Weintrauben

änest-Pflanze

Wachholderbeere

Cyperus

Kümmel

Honig

Wasser Ein andres ^) das Herz zu heilen und die uxedu fernzuhalten*):

V V V

v"

/8

7, ebenso.

Grüne Bleierde (?) Kuchen Feigen Weinbeeren Sebesten Weizenkom Wasser kochen und 4 Tage einnehmen. Ein andres: Feigen Weizenkom Honig

Grüne Bleierde (?) Wasser

'r

V

v:

V,

6

V.

V

7, dena el)enso.

>) Cfr. S. 55 Anm. 3.

^ Cfr. S. 56 Anm. 5.

') Cfr. S. 56 Anm. 4.

^) nt ist nachträglich eingeschoben.

^) Eigentlich: fortgehn zu lassen.

58

Ein andres Handmittel das Herz zu kühlen:

Feigen '/, " "

anest-Pflanze 7^

Grüne Bleierde (?) 7^

Honig V„

Wasser öbenso.

Ein andres^) die äaä-Krankheit im Herzen zu ver- treiben:

Crocus Vi6

abu-Pflanze 7ij

Süsses Bier Ys ^®^^ kochen und 4 Tage einnehmen. XLVI. Ein andres:

äbu-Pflanze 764

Crocus

Öehui-Frucht %^

Süsses Bier

kochen, feucht stehen lassen, durchseihen und 4 Tage einnehmen. Ein Handmittel, ^ die äaä-Krankheit im Leib und im Herzen in Wahrheit zu vertreiben:

Pulver von der äbu-Pflanze 764

Pulver von Coriander 7^^

Süsses Bier 7^

gleich nach dem Zubettgehen zu trinken. Ein andres:

äbu-Pflanze 764

Coriander 7i 6

»ehua-Frucht 7^^

sames-Pflanze 7i6

Dumpalmenfrucht 7i6

sa§a')-Stücke 7,

Honig 7,

kochen und gleich nach dem Zubettgehen einnehmen.

0 ket ist doppelt gesetzt, als letztes Wort einer Zeile und als erstes der darauf folgenden; wahrscheinlich liegt hier ein Ver- sehn des Abschreibers vor.

*) ^heniä = HandmitteP scheint nachträglich hinzugefügt zu sein; der Abschreiber sab das eine Zeile vorher stehende ket und hat vielleicht dadurch veranlasst „herua^ ausgelassen.

') Brugsch Wort. VlI. S. 1226 „Kuchen aus zusammenge- pressten Rosinen''.

59

Ein andres:

Durra- Wasser, die Durrakeme aus- schneiden, zerstossen und kochen Ya gentet-Pflanze Vis

Zwiebeln (?) 7„

Honig V„

Knollen von der tektek-Pflanze Vjj

Sycomore 7»«

kochen, durchseihen, feucht hinstellen und 4 Tage lang trinken. Ein andres die äaä-Krankheit zu tilgen ^): Jochaullegung ') (?) von sau -Holz in Oel erwärmen und dagegen geben.

Der Beginn von den Mitteln, welche der Gott für sich selbst gemacht hat:

Honig ans Feuer gestellt 1

Wachs 1

Das Abgeschabte*) von Weihrauch 1

Leinsamen (?) 1

Zwiebeln (?) 1

sa§a^)-Stücke 1

Knollen von Cyperus 1

Beere von der t'aas-Pflanze 1

abtt-Pflanze 1

Xaslt *)-Pflanze 1

Ausgezeichneter Weihrauch 1

peres-Samen 1

Beere von Coriander 1

Das Abgeschabte') vom uän-Baum 1

Das Abgeschabte *) vom Cederbaum 1 Frischer Brei

in Eins machen und damit die kranken Stellen bestreichen, (um) die gottlichen und alle Arten todtlicher Krank- heiten und die u/edu jeglicher Art in jeglichem Glied einer Persoli zu vertreiben, um sie sogleich gesund zu machen.

') Eigentlich: zum Weichen zu bringen, fernzuhalten.

^ Cfr. Brugsch VI. S. 690; Name einer Erd- oder Steinart.

«) Ebers S. 93 „Feilspähne«.

*) Cfr. vor. Seite Anm. 3.

») Brugsch VI. S. 896 „Opium«.

60

Ein andres zweites Mittel, das der_Gott_su_|J__Xür _ych selbst gemacht hat: " Weizenmehl

Seesalz

Oel

Coriandermehl

Maorerkohle

Zwiebelmehl (?)

Bohnenmehl

Weihrauch

gentet-Pflanze

Grüne Bleierde (?)

Frische Milch in Eins machen und damit auf die kranke Stelle streichen.

Ein andres, drittes MJitelj^das die^Göttin Jefnut ') für den Gott selbst gemacht hat:

Mehl von ämää-Eömem 1

seneft ')-Frucht 1

Gänseschmalz 1

sechs Mal versiegeln, alle Wunden und göttliche Krankheiten bestreichen, um ihn sogleich gesund zu machen.

Das vierte Mittel vomGoUseb*) für den Gott selbst gemacht: "■"* Zwiebelmehl (?) 1

Mehl von Öehua-Frucht 1

Mehl von xet'-Baum Blüthen (?) 1 XLVH. zermahlen, zerreiben in natürlichem Dattelwein XLVII. und alle Wunden in göttlichen Krankheiten und allerlei Uebel zu be- streichen, um sogleich gesund zu machen.

Das fünfte Mittel von der Göttin nut') für den Gott selbst gemacht:

Maurerziegel 1

Der Stamm ^) von der qadet-Pflanze 1

Stein vom Flussstrande 1

Natron 1

0 Der Gott der Luft.

^ Die Göttin, welche die feuchten Niederschläge spendet.

*) Gehört zu den als Opfer dargebrachten Körnern.

*) Name des Erdgottes.

*) Göttin des Himmels.

^ Eigentlich: was am Boden ist.

61

Seesalz

Frische Grütze Oel

pat-Saft sefet *)-Oel sens-Brod

kochen, in Eins machen und damit bestreichen alle Wunden von u^edu jeglicher Art und von allerlei ÜePeTn.

Ein andres, das sechste, von der Göttiji^ äst") für den Gott selbst gemacht, um Schmerzen, die in seinem Kopf sind, zu vertreiben:

Beere von Coriander 1

Beere von der /aslt ')-Pflanze 1

Absynth 1

Beere von der äames-Pflanze 1

Wachholderbeere 1

Honig 1

in Eins machen, dieses mit Honig mischen und damit ^) auf- streichen, um ihn sogleich gesund zu machen. Wenn bei ihm alle diese Mittel gegen allerlei Krankheiten am Kopf und gegen Leiden und Uebel jeglicher Art angewendet werden, wird er augenblicklich gesund werden.

Mittel Schmerzen*) am Kopf zu vertreiben:

Das Innere von Zwiebeln (?)

Die Frucht vom äm-Baum

Natron

sefseft-Samen

Qrate_yRnnL jrra^J-Fisch , gekocht

Rother Fisch, gekocht

Schädel vom behau ^}-Fisch, gekocht

0 Ein heiliges Salböl. v\ ^g^ ^— Isis.

«) Brugsch VI. S. 896 „Opium^

*) Nämlich auf dem Kopf.

*) Aegyptisch heta oder dsta.

®) Brugsch. Zeitschrift für ägypt. Spr. 1881. S. 38: „vielleicht Schwertfisch*'.

0 Brugsch. Zeitschrift für ägypt. Spr. 1882. S. 70: „vielleicht Krebs«.

62

Honig 1

äbra ^-Salbe 1

damit den Kopf 4 Tage lang einölen. Ein andres:

Beere von der ämmest')-Pflanze Beere von der xasIt*^)-Pflanze Beere von Coriander ännek *)-Pflanze yet'-Pflanze Eselsfett den Kopf damit einölen.

Ein andres gegen Schmerzen auf der einen Seite d^s Kopfes (Migräne):

Den Schädel vom när *)-Fisch in Oel erwärmen und 4 Tage damit den Kopf einschmieren.

Verzeichnis*) über die Verwendung des deqm- Baumes, wie man es gefunden in alten von dem Licht^ der Männer [verfassten] Bücher:

Wenn man seine Stengel in Wasser zerreibt und auf einen Kopf, der krank ist,^thut, wird er sogleich wieder frisch werden, als wenn er nicht krank gewesen wäre. Wenn dann eine Per- son, die Mangel an Excrementen *) hat, ein wenig* von seinen Beeren mit Bier kaut, so wird es das Kranke') in dem Leib des Patienten vertreib en^*^).

Auch werden weiter die Haare einer Frau durch seine Beeren wachsen; es zermahle sie, mach in Eins, und thlie es in Oel eine Frau und salbt ihren Kopf damit.

>) Ebers S. 98 „feines Salböl«.

^ Loret. Recueil de travaux relatifs ä la philol. et ä rarcbeol. egypt. et assyr. Septieme annee. Paris 1886. S. 108. ,Anethum graveolens L."

«) Brugsch Wort. VI. 8.896 „Opium«.

♦) Brugsch Wort. V. S. 93 „Pflanze, die mit dem Mond in Verbindung steht.

*) Ebers S. 169 „Wels«.

*) In ungewöhnlicher Weise ist hier der Text abgebrochen, und es folgt eine zusammenhängende Angabe über die Verwendung des Ricinusstrauches ; ägyptisch dfiqm.

Ö Aegyptisch: yut = T(i iyaM; Licht, Ruhm, Weisheit.

^ 1). h. verstopft ist.

*) Aegyptisch: vait.; cfr. Seite 40. Anm. 3.

»0) Cfr. Diese. De mat. medica. Lib. IV. Cap. 161.

63

Es ^) wird dann auch sein Oel aus seinen Beeren gepresst als Salbe*) für den gebraucht, der eine uha ')-Geschwul8t mit stin- kender Materie hat; siehe das üebel wird fliehen, als wenn ihm XLVIIf. nichts gefehlt hätte*); er braucht es (das Oel) in gleicher Weise 10 Tage als Salbe, indem er sich damit täglich am Morgen früh salbt, um sie (die Geschwüre oder Geschwülste) zu vertreiben*). Wie es sein soll, tausendmal.

Ein andres Schwindel"*) im Kopf zu vertreiben: Wenn der Kopf bei einer Person schwindlig') ist, so leg Du deine Hand auf seinen Kopf, während^) er Beschwörungen dar- über liest, mach für ihn:

Natron, zermahlen in Oel, Honig und Wachs in Eins machen und damit aufstreichen.

Andre Mittel^ für seinen kranken Kopf und Kopf- schmerzen:

Weihrauch

Fett**^) von der äbu-Pflanze

äbra ")-Oel

ässes-Pflanze

Fett zermahlen, kochen und damit einsalben.

Ein andres für seinen kranken Kopf und u/edu zu vertreiben^'):

Weihrauch 1

Kümmel 1

Beere vom uän-Baum 1

Gänsefett 1

kochen und damit einsalben.

J) Cfr. Tafel 27. Zeile 11—14.

*) Einreibung.

•) uJ^a = (durch Feuer) yernichten ; also wohl eine Art Abscess oder Geschwür.

*) Eigentlich: als wenn nichts gegen ihn wäre.

*) Cfr. Diese. De mat. med. Lib. I. Cap. 38.

*) daut ^ tremor oder »Schuttfilfl".

0 Oder «schüttelt".

^) Oder „ohne dass er".

») Brugsch VIT. 8.1117: „Kopfuoittel. 1st er leidend, so stillt den Schmerz."

»0) Brugsch VII. S. 1386. tjeda = feist, fett; von Pflanzen ge- sagt bedeutet es „das Beste, Vorzüglichste". '

»0 Ebers S. 9^ „ein feines Salböl".

*^ Eigentlich: aufzuheben.

- 64

Ein andres den Kopf zu heilen:

Oel von Aloö 1

Mentha montana 1

Das Weiche vom 5resTi^)-Harz 1

Weihrauch " 1

salben damit 6 Tage; es heilt den Kopf. Ein andres:

Das Innere im Weihrauch 1 den Kopf damit oftmals einreiben.

Ein andres seinen kranken Kopf gesund zu machen:

äsu ')-Pflanze

uän-Baum

Fett vom Cederbaum

paätet-Holz

Weihrauch

Fett zermahlen und auf den Kopf thun. Ein andres:

Kümmel

gesfen *)-Korn

tentem Beere

Myrrhen

Baumol (?)

Beere vom uän-Baum

Lotus zermahlen und auf den Kopf thun.

Ein andres seinen kranken Kopf zu kühlen:

Grüne Bleierde (?)

Weihrauch

Fauliges Holz (?)*)

uaneb-Pflanze

Aloe

Hirschhorn

Kuchen

netr-tit-Metal *)

Maurerlehm

») Brugsch. Wort. S. 896 „Mohnpflanze".

^ Brugsch. Wort. V. S. 14l"*;;i^'e TiBbliche Pflanze".

3) Luring S. 155 „Kupfervitriol" (?).

*) Ebers S. 73 „arab. Holzpulver?"

*) Cfr. Luring S. 60.

'64

'64

65

Zwiebeln (?) 1

Wasser 1

zermahlen und auf den Kopf thun.

Ein andres für die Spitze des Scheitels'):

Weihrauch ^64

Knoblauch 7^

netr-tlt-Metal ') 7^

senen-Myrrhe ^/j

uat'-Stein ') 7,

Collyrium 733

Alabaster*) 7„

uah-nehebt-Stein 7e

Wasser

zermahlen und auf den Scheitel thun.

Der Beginn von den Mitteln Ansammlun^^)' von Urin und Krankheit im Unterleib^) zu vertreiben:

Weizen 7$

Datteln 7^

uäh^)-Korn, gekocht 74

Wasser 7^

zermahlen, durchseihen und 4 Tage einnehmen.

Ein andres für ein Kind zur Entleerung von Urin- XLIX. ansammlung in seinem Leib^):

Ein altes Buch, in Oel gekocht, auf seinen Leib schmieren, um seine (des Kindes) Ausleerung in Ordnung zu bringen. Ein andres den Urin^) in Ordnung zu bringen:

Stroh von der nebät-Pflanze 78

Datteln 7,

Der Stamm von der j^aslt ^°)-Pflanze 74

') Cfr. Luring S. 60.

») Brugsch VII. S. 1311 „Gotteskoth".

*) Grüne Augenschminke (?).

*) Cfr. Luring S. 96.

*) des heisst eigentlich [Brugsch VII. S. 1350] „ejnpn Strick um etwas legen".

'^ kenes; die Uebersetzung ist unsicher. Luring übersetzt es mit .Mutterleib** ; der Aegyptologe Chabas* schlug die Uebersetzung „vessie = Blase" vor, was roedicinisch am besten passen würde.

^ Wohl eine Getreideart (?).

^ Eigentlich : ein Kind Ansammlungen von Urin in seinem Leib ausleeren zu lassen.

•) D. b. das Urinlassen. ***) Cfr. vor. Seite. Hier ist ^ait anstatt ^asit geschrieben.

Joachim, Aegyptische Heilkunde. 5

66

Honig Vg

Beere vom uän-Bauni ^/^

Wasser 1 denä

durchseihen und 4 Tage lang einnehmen.

Ein andres die Urinentleerung bei einer erwach- senen Person zu ordnen*):

Gyperus 1

Wachholderbeere 1

Das Holz von belieh-Pflanze 1 zu einer Masse stossen, stehn lassen in süssem Bier und trin- ken; es ist zuträglich dafür *).

Ein andres Verstopfung') auf Grund von Entzün- dung im üringang*) bei einer Person zu vertreiben, die an Verstopfung des Urins leidet):

Seesalz Ye«

mähui *)-Samen 7s

Baumöl (?) 1

Honig 1

Süsses Bier 1

in den Anus spritzen.

Ein andres das unregelmässige Urinlassen zu regeln*):

Beere vom uän-Baum 7i6

sasa>Stücke V^

Gänseschmalz Ys

Honig V,

uäh-Komer Vs

Dattelabfall 7^^

Grüne Datteln V,,

feucht stehn lassen, durchseihen und 4 Tage lang einnehmen. Andre Mittel gemacht für den, der krank ist mit ujjedu in seinem Urin (gang):

0 Eigentlich: was rechtmässig zu leisten ist.

^ D. h. es ist ein gutes Mittel dagegen.

') Verstopfung oder Verhärtung.

*) Blase.

*) Brugsch VI. S.563 „Wunderfrucht«.

^ Eigentlich : Urinlassen, das nicht in Ordnung ist, in Ordnung zu bringen.

^) Brugsch. Wort. VII. S. 1226. »Kuchen aus zusammenge- pressten Rosinen^.

67 -

Kahleber 1

anest-Pflanze 1 thun in^) pät')-Brod und von der Person zu essen. Ein andres:

deser^)-Samen 7$

Das Inwendige von Zwiebeln (?) Vas Weizenmehl 74

Gänseschmalz 78

Honig ~- 73

Papyruspflanze

Wasser ^/,

kochen, durchseihen und 4 Tage lang einnehmen.

Ein andres den Urin zu regeln: )^et'-Pflanze 1 in frischer Milch mischen und auf den Phallus thun. Ein andres;

Crocus des Südens 1 Bohnen, geröstet 1

in Oel thun, damit den Phallus einsalben.

Ein andres: Ein hennu *)-Gefilsß^ voll von Wasser von dem Vogelteich 1 Wachholderbeere Fibern der j^aslt *)-Pflanze Frische Milch Bierspülicht

Blumen von cucumis melo Grüne Datteln

in Eins machen, durchseihen und 4 Tage lang einnehmen. Ein andres:

Holz von Zizyphus Lotus 1 mischen in Hefe von mesta-Getränk , damit den Phallus ein- salben.

Ein andres Urinausleerung bei einem Kind in Ord- nung zu bringen (zu ordnen):

Blüthe, die auf der nebät-Pflanze ist, zusammen bringen

0 Nachtraglich ist mit rother Tinte dazwischen geschrieben: är m = thun in.

^ Brugsch. Wort. VI. S. 470 „Name einer besonderen Art (runder) Opferbrote".

») Brugsch. Wort. S. 1375 „Leinsamen".

*) bennu = 0,465 Liter.

*) Brugsch. Wort. VL S. 896 »Mohupflanze".

5*

68

mit süssem Bier in eine kühle Flasche und von einem Mädchen za trinken, einem Jangen ^) aber in einem hennu ')-Krag zu geben. Was man einem Kind machen muss, das am Urin leidet:

Xent')-Kom in einer Pille erwärmt; wenn es ein älteres Kind ist, so nehme es dieselbe zusammen mit der Nahrung^); L. wenn es aber ein Wickelkind ist, so bringe man Ihm es in die Brustmilch, indem seine Amme es 4 Tage lang hineinspeit ^ Andre Mfltel zu viel ürinausleerung^) zu vertreiben: Weizenkom ^/j

Sebesten */g

Grüne Bleierde 0*) V„

Wasser */,

feucht stehen lassen, durchseihen und 4 Tage einnehmen. Ein andres:

Kuchen */^

Weizenkom Yi

Frische Grütze Vi

durchseihen, 4 Tage lang einnehmen.

Ein andres das (zu)schnelle^ Urinlassen zu ver- treiben:

Wachholderbeere 1 Cyperus 1

Bier 1 hunnu-Gefass

kochen, durchseihen und 4 Tage lang einnehmen.

Ein andres zu viel Urinausleerung*) zu vertreiben:

*) im Text steht an, wie ich annehme, statt n, was in unserem Papyrus häufiger vorkommt; cfr. Ebers „Das hermetische Buch etc. '^ S. 16.

Liest mau an, so muss man abersetzen: „einem Nicht-Knaben, d. h. einem, der nicht mehr Kind, also erwachsen ist.* Das würde freilich keinen rechten Gegensatz zu „einem Mädchen** bilden; ausser- dem soll das Mittel die Unnausleerung bei einem Kina ordnen.

») Cfr. S. 67 Anm. 4.

*) Nach Brugscb VI. S. 948 = xenti, also „grüne Bleierde?*

*) Wörtlich: esse sie in dem Essen.

*) Aegyptisch: kefef = dimittere, vomere. Die Amme erwärmt es in ihrem Mund und speit es nachher in den Hund des Kin- des. (?) L.

^) Polyurie ; vielleicht Diabetes mellitus (?).

^ as bedeutet: schnell; also: das schnelle Urinlassen, woran alte Leute häufig leiden. Ich denke an Froslalahyperfrophle oder Lithiasis.

69

39

Kochen Weizenkom Frische Grütze Grüne Bleierde (?) Wasser, Honig 7s

feacht stehen lassen, durchseihen, 4 Tage lang einnehmen. Ein andres:

Zweige (Aestchen) von der qadet-Pflanze ^/^ Trauben 7,

Honig 7,

Beere vom uän-Baum */.,

Süsses Bier 1

kochen, durchseihen und 2 Tage einnehmen. Ein andres:

Sebesten Vg

Weizenkom

Grüne Bleierde (?) 7„

Kuchen

Wasser 7j ebenso.

Ein andres:

Kuchen

Honig V„

Wasser 7a

durchseihen und 1 Tag einnehmen.

Ein andres as^) des Urinlassens zu vertreiben: Wachholderbeere 1 Cyperus 1

Bier 1 hunnu-Gefäss

kochen, dorchseihn, 1 Tag einnehmen *).

Mittel den Urin herauszutreiben'): Crocus des Berges 7*

Crocus des Delta 7$

äbu-Pflanze von Oberägypten 7i« Beere vom uän-Baum ^/^^

Frische Grütze 7$

äbu-Pflanze von ünterfigypten 7i«

0 Cfr. vorige Seite = Urindrang (?).

') Dasselbe Recept wie oben Zeile 5, nur dass dort 4 Tage lang eingenommen werden soll. ») Vielleicht: Strictur(?).

70

Leinsamen (?) Vi«

uam *)-Samen Vis

duat-Pflanze V^g

Wasser Vi^

feucht stehen lassen, durchseihen, 4 Tage lang einnehmen.

Die ^ Urinentleerung zu regeln und gegen Unter- leibs-Krankheit bei erstmaliger Erkrankung: Honig 1

Weihrauch 1

Wachholderbeere 1

Cyperus 1

Gekneteter Teig vom Bäcker') 1 Rinde der Sykomore 1

Wurzelrinde vom Ricinusstrauch ^) 1 Grüne Bleierde (?) 1

Frische Datteln 1

Rinde von der yasit-Pflanze *) 1

Brei wärmen, durchseihen, in einen Becher thun, zu einer Kugel formen als Pastille für den Geruch des Mundes®); zugleich es zu trinken, um ihn sogleich gesund zu machen.

Der Beginn der Arzneimittel das^Herz in den Stand zu setzen, die Nahrung aufzunehmen^): LI. Fleisch LI fettes (fettesTleisch) 7^^

Schreibfarbe Yj»

Feigen * " 7^

Beere vom uän-Baum 7i6

Weihrauch 7«4

Kümmel 764

Nasturtium 764

Oäm-Pflanze 7i6

1) Scheint nachträglich eingeschoben worden zu sein.

') ket = „ein andres** ist hier weggelassen.

») Luring S.26.

*) Aegyptisch qaqa = x^xt.

*) Brugsch VL S. 896 „Mohn«.

®) Unsicher; nach B rug seh und Luring: zu einer Kugel for- men, wenn da ist die wiederkehrende Zeit der MumI toilette (Luflng S. 27).

0 Also Stomaebica in unserem Sinne, nur mit dem Unterschied, dass nach unserer Auflassung natürlich nicht das Herz, sondern der Magen die Nahrung aufnimmt.

71

Gänseschmalz Yg

Sebesten */^

sert-Saft 7,

Süsses Bier 7a ^^^^

za trinken.

Ein andres:

Süsses Bier 73

sexept-Saft 7a

sert-Saft 7,

Dattelmehl 7,

Weizenmehl

Beere vom uän-Baum 7ifi

Weihrauch 764

Nasturtinm 4

Weinbeeren

Feigen 7,

Gänseschmalz

kochen, durchseihen, 4 Tage lang einnehmen. Ein andres:

seneft>Kömer 7„

Sässes Bier Ve

kochen, durchseihen, 1 Tag einnehmen. Ein andres:

^eizenkorn feucht stehen lassen, durchseihen und 1 Tag einnehmen. Ein andres:

Oäm-Pflanze 7$

uäh ^Körner 7^

Weihrauch 7i4

'talg 7s

Grüne Bleierde (?) 7„

Wein 1 denä

kochen, durchseihen und 4 Tage lang einnehmen. Ein andres:

Brod am Feuer geröstet')

uäh ^Körner 7*

0 Gehört zu den als Opfer dargebrachten Körnern. ^ Wohl eine Getreideart (?). ») Der «Platz'' der Thüringer.

72

genti ')-Samen y^^

Honig 7,^

Wasser y^

durchseihen und 4 Tage lang einnehmen. Ein andres:

Geröstetes*) Brod 7^

uäh ')-Kömer 7^

Honig 7„

Wasser 7^ zermahlen, durchseihen, 4 Tage lang einnehmen. Ein andres:

Fettes Fleisch 7,.

Wein 7,

Weinheeren y^^

Feigen y^^

Crocus 7i«

Süsses Bier y^ denä

kochen, durchseihen, 4 Tage lang einnehmen. Ein andres:

unti-Brod y^

heken *)-Brod y^

battelfrucht \

Honig y

Wein 7j

kochen, durchseihen, 1 Tag einnehmen. Ein andres:

Feigen y^

uäh ')-Kömer 7^

Weihrauch y^^

Dattelfracht 7„

Knohlauch y^^

Süsses Bier y^ denä

Fettes Fleisch y^

Weidenhaum *) '/^

kochen, durchseihen, 4 Tage lang einnehmen.

^) Brugsch. Wort. VII. S. 1269 „Cassia«. *) Cfr. vor. Seite Anm. 3. ') Cfr. vor. Seite Anm. 2. *) Liebliches, süsses Brod. *) Aegyptisch: Äert.

73

Der Beginn von den Arzeneimitteln, Anschwellun- gen in der Leiste^) (?) zum Fallen zu bringen:

Eine Pflanze, senenutet ^ mit Namen, die auf ihrem Bauch gleich der qadet- Pflanze kriecht*) und blüht*) wie die Lotus- pflanze, so dass man ihre Blätter gleich einem weissen Baum findet. Man bringe sie herbei und lege sie auf die Weiche*); (die Schwellung) fällt sofort. Auch wird ihr Samen in Brod auf die uyedl gethan, um sie*) in der Weiche zum (Ein)fallen zu bringen.

Ein andres. Wenn du eine Person mit (Drüsen) Anschwellungen an ihrem Halse^) siehst; sie leidet an beiden Gelenken ihres Halses^) und hat Schmerzen an ihrem Kopf; der Wirbelknochen ihres Nackens*) ist steif, ihr Nacken") beschwert, so dass sie nicht auf ihren Leib herabsehn kann, und sie ist wie lahm- geschlagen, so sag Du: „sie hat (Drüsen) Anschwellungen an ihrem Nacken ^.^ Lass ihn sich salben und einreiben, damit LH. er sogleich gesund werde.

Ein andres. Wenn ^) Du Jemand mit Ansamm- lungen^) von teigartiger Substanz siehst, sein Leib ist ' hart darunter; er ist krank an seinem ro-äb; es ist seine GTeschwulst in seinem Leib, die keinen Weg findet herauszukom- men und keinen Weg hat aus ihm herauszukommen; es ist Faules in seinem Leib. Nicht kommt es heraus, es wird zu hesebt- Wnrmem; vrird es nicht zu hesebt, so wird sich eine Kugel bilden *). Leert er es aus, so wird er augenblicklich gesund; fuBH 6r es aber nicht als hesebt- Würmer ab, so mach Du ihm ein AbfuhrmitteP^) , um ihn augenblicklich gesund zu machen.

Ein andres* Kothanschwellungen im Leib zu ver- treiben:

# *"

0 Unsicher; ägyptisch nepehu von Luring S. 27 mit ^Hufle' abersetzt

") Luring S. 161 ^Pistia stratiotes L."

') Eigentlich: wächst.

^) Eigentlich: Blüthen setzt.

*) Nämlich: die u^edi.

«) Luring S. 66 «Genick*'.

0 Variante von Tafel 25 Zeile 3—8.

») Luring S. 28 ,Küth«.

*) Die üebersetzung ist unsicher. Cfr. Luring 1. 1. S. 28.

*®) Wörtlich: die Mittel des Ausleerens.

Feigen

V.

Sebesten

V,

Weinbeeren

'ho

Kümmel

7"

Harz von Acanthna

v„

Schreibfarbe

7,4

Pfefferminz

7:;

gengent-Bohne

7,

Süsses Bier

fencbt stehn lassen nnd 4 Tage lang einnehmen.

Ein andres Zd machen für ei

ine Person, die anient')

in ihrem Kopf und (Drüsen) A

naehweHangen in ihrem

Nacken leidet;

äbrä').0el

zesalt ')-Pflanze

Holz vom uän-Baum

Weihrauch

CoUyrium

Grüne Bleierde (?)

Fett von Ibex nubiana

zermahlen, in eine Hülle thun, am

Kopf anbringen.

Andre Uittel:

suH^anze des Südens

nehedet')-Harz

Kümmel

Beere vom uän-Baum

Myrrhen

Fett vom Cederbaum ")

Fett 1 von Ibei nubiana 1

abräO-Oel

1

in Eins machen, feucht hinstellen

1, durchseihen, 4 Tage ein-

nehmen.

') Bigentlic^h: Hervorragendes; vielleicht: Kopfschmerz. L.

i) Ein heiliges Salböl.

») Brugsch. Wort VI. S. 896 .Mohupflanze".

') Ebers S. 69 .ZahnkSraer'.

') Nach „Fett vom Cederbaum" fehlt der rothe Strich (wohl aus Versehn), wahrend er (ganz ungehörig) hinter „Fatt" und „von Ibei nubiana*, also doppelt sieht. Ohne Zweifel liegt hier ein Ver- Bebn des Schreibers vor.

75

Ein andres (Drüsen) Anschwellangen im Leib eines Mannes oder einer Frau zu vertreiben: Feigen V,

Sebesten Vs

Weinbeeren 7i6

Weihrauch 7«4

Knmmel */g^

Kräuter des Feldes 7^ Honig 7,

Susses Bier 7s ^®^*

durchseihen und einnehmen.

Andre Mittel Krankheiten in allen Gliedern einer Person zu vertreiben*):

Eine Auflosung von sebeb ^)-Flässigkeit zermahlen, zerreiben, mischen mit saurer Milch und als Pflaster auflegen.

Ein anjires d_ehert^')-Krankheit zu vertreiben: Zwiebeln C?}^in Honig zermahlen und in Bier nehmen. Ein andres ßrand(wunde) abzuwehren: Frosch *)(?) in Oel erhitzen und damit einreiben. Ein andres:

Den Kopf vom t'edeb ^)-Fisch in Oel erhitzen und der Per- son auf ihren KÖrpertheil thun.

Der Beginn von den Mitteln serlt*) zu vertreiben: LIII. Grüne Zwiebeln (?) in Wasser thun in einem^ neuen hunnu- Geföss und 4 Tage trinken. Ein andres:

Zwiebeln (?) in süssem Bier kochen und den dritten Theil davon 4 Tage trinken. Ein andres:

Nimm ein Tragegefäss ^) halb mit Wasser, halb mit Zwie- beln (?), lass es 4 Tage lang stehn, pass auf, dass es nicht trocken wird; nachdem es feucht gestanden, schäume Du 74 des dritten Theiles von dem Inhalt dieses Gefässes ab und

') Eigentlich: fortgehn machen.

>) B rugs eh. Wort. VII. S. 1175 „Mischtrank, Mixtur**. ') Ebers. Einleitung zum Papyrus Ebers S. 28 „Krätze". *) Aegyptisch: äbeven. *) Ebers S. 26, «Zitteraal**. ^ Brechreiz, ünverdaulichkeit, Ueberladung. ^ Aegyptisch: rement = Tragegeßss; Ebers S. 23 , Kasse- rolle«.

76

lass es denjenigen, der an Brechreiz*) leidet, 4 Tage trinken, damit er sogleich gesund werde. Ein andres:

Dattelmehl, ein henno^-Gefass, zu einem Teig machen, in 2 mehet ')-Gefässe thun, es ans Feuer setzen, so dass dieser Teig sich spaltet (scheidet); nachdem dies geschehn, den Brei in Fett und Baumöl (?) thun *) und von der Person gehörig warm zu essen, damit sie sogleich gesund werde. Ein andres:

Zwieheln (?) 1

Gedörrte Datteln 1

Milch 1 hennu^ zu trinken.

Ein andres:

Kuhmilch kochen, nachher mähetet^)- Samen zermahlen, Sahne dazu thun und von der Person 4 Tage zu trinken*), zu trinken mit gekochter Milch. Ein andres:

Abfall von Datteln, zerstossen, in einen Leinwandsack thun, diesen Sack 1 Tag in einem Mischtrank lassen, der ans Feuer gestellt wird, bis der Teig sich scheidet^) (zerrinnt?), diesen Sack leeren, in ein hunnu-Gefäss thun, Wasser dazu setzen, durchseihen, wie es mit Bier geschieht und 4 Tage trinken. Ein andres:

Saure Milch 7^ Oei 7,

Bier V,

in einen Kessel thun und kochen. Nachher zerreibe Du Lactuca 1

Xet'-Pflanze 1 in diesen Kessel thun. Wenn es nachher gekocht und durch- geseiht ist, lass es 4 Tage lang trinken.

0 Aegyptisch: sent; cfr. vor. Seite.

^ hennu 0,456 Liter.

^ Brugsch VI. S. 632 „irdener Krug«.

*) Eigentlich: Zu einem Brei machen in Fett und Baumöl (?).

*) Brugsch VI. S. 563 Wunderfrucht** ; abzuleiten von mäh = mirari.

*) se)(eb, nicht wie in Sterns Glossar se^^ep.

^ Loret übersetzt 8ed mit lever, s'enlever; also hier „aufgehn lassen", „sich erheben** etc.; cfr. Recueil de travaux relatifs ä la Philologie et a rarcheol. egypt. et assyr. Vol. XI. S. 131.

77

Ein andres:

Dattelmehl 7,

in Wasser thun, zu einem Sauerteig *) machen und mischen; thu Du zwei pega^-Brode ans Feuer, um sie zu backen; diesen Sauerteig*) dazu setzen und zu einem Brod') machen; nach- dem es gebacken ist, mach Du es zu Fladen in Honig und Ochsenfett; 1 Tag zu essen. Ein andres:

Kuhmilch, näh*)-KÖmer in eine Kasserolle*) bringen; wird am Feuer gesotten wie man Bohnen kocht; nachdem es gesotten, kaue der Kranke diese LIV. uäh *)-Körner, 4 Tage lang in dieser Milch zu trinken. Ein andres:

Honig und Sahne, in Eins machen, essen und trinken in Bierhefe 4 Tage lang. Ein andres:

Ein Schweinezahn, zermahlen, zerreiben, ins Innere von 4 Zuckerkuchen thun und 4 Tage essen. Ein andres:

Wasser von Hefe pet-Saft Sahne ^ in Zuckerkuchen 4 Tage einnehmen. Ein andres:

Mehl von Dumpalmenfrucht 7s Gänseöl 7,

Honig 7,

kochen und 4 Tage einehmen. Ein andres:

Dattelmehl 7„

seneft^)-Körner

däm-Pflanze 78

Kräuter des Feldes zermahlen, zerreiben, in Eins machen, thun in

*) Cfr. vor. Seite A um. 7.

^ Luring S. 29 „Brotscheibe**; also eine Art ^Platz".

') Aegyptisch: x^r.

*) Wohl eine Qetreideart (?).

») Cfr. S. 75 Anm. 7.

^ Mit rother Tinte ist hier „gekocht" dazwischen geschrieben.

0 Gehört zu den als Opfer dargebrachten Körnern.

78

Bier 1 denä

feucht stehn lassen, durchseihen und 4 Tage einnehmen. Ein andres:

Oäm-Pflanze 7ia

ämamu-Pflanze zermahlen, zerreiben, ans Feuer setzen, den Dampf davon durch ein Rohr einziehen 1 Tag.

Ein andres Augenblicksmittel Brechreiz^) im Leib zu vertreiben:

Feigen 7^

Sebesten 78

Weinbeeren 7jg

Kümmel 764

Harz von Acanthus 7s a

Schreibschwärze 764

Pfefferminz 7ss

gengent-Bohne 7$

Süsses Bier feucht stehn lassen und 4 Tage lang einnehmen*). Ein andres:

Gedorrte Dumpalmenfrucht, mischen in Bier; dazu ein bet'a')- Geföss heiss machen, zu einem Brot machen und 2 Tage essen. Ein andres:

Honig 1 hennu*)

Ochsenfett 1 hunnu

sar*)-Wasser 2 hunnu

Geröstete Dumpalmenfrucht 1 hunnu Teig von Acanthus in Eins zermahlen, kochen und hernach warm einnnehmen. Ein andres:

Grüne Zwiebeln (?) in eine Kasserolle*) thun, deren eine Hälfte mit Wasser, die andre mit Zwiebeln (?) (gefüllt ist); davon 1 hennu*) 6 Mal trinken, 4 Tage. Ein andres:

0 Aegyptisch: serit; cfr. S. 75 Anm. 6.

^ Dasselbe Recept findet sich Tafel LH. Zeile 8—10; dort gegen (Drüsen) Anschwellungen.

3) Brugsch. Wort. V. S. 464 „irdene Topf, Scherben".

*) hennu = 0,456 Liter.

*) Luring S. 21 „Hefe".

^ rement-Qefäss; cfr. S. 75 Anm. 7.

79

fut-ab '>Kom 1

meni ')-Korn 1

ääm-PJQanze 1

in Eins zermahlen. Nimm Du 7 Steine, mach sie an dem Feuer heiss; nimm einen davon und bringe von den genannten Ingredienzien darauf. Deck es in einem neuen GefSss zu, bohre ein Loch in seinen Boden'), steck ein Calmusrohr durch jenes Loch, thu deinen Mund auf dieses Rohr, damit Du den Dampf davon einathmet. Ebenso mit den übrigen 6 Steinen. LV. Iss LV. hernach dazu irgend etwas Fettes, entweder vom fetten Fleisch oder OeL

Der Beginn von den Ärzeneimitteln grosse Schwä- che (?)*) zu vertreiben (abzutödten^:

netr-her-Frucht Yie

Was *in ut'ält-Frucht ist 7^^

hemut-Korn '/le

Excremeute vom ädu- Vogel Vu

Baumöl (?) V3

Süsses Bier Vs

in Eins machen, kochen, durchseihen und 4 Tage einnehmen. Ein andres:

Feigen V3

Sebesten Ys

Weintrauben Vb

Brodteig 7^

Weihrauch 764

Kümmel 764

Beere vom nän-Baum 7i6 Wein V,

Gänseschmalz 7,

Süsses Bier 7s

0 „Animi solatium"-Korn.

^ Luring S. 29 „ein aromatisches Ilarz".

') Hier also „Deckel".

*) Aegyptisch gehu. Ebers übersetzt, gehu-Milben", Stern im Glossar „morbus pedicularis", indem er das nach gehu folgende Zeichen als Determinativum fasst; Lieb lein hat „grosse Schwäche" vom Stamm gah = „schwach sein" vorgeschlagen. Alle verordneten Mittel sollen innerlich gegeben werden, das spricht wohl gegen Ebers und Stern.

80

zermalilen, zerreiben, in Eins machen, durchseihen und 4 Tage einnehmen.

Ein andres:

ämamu-Fnicht 7s

Frisches Brod 7^

Grüne Bleierde (?) '/„

Beere vom uän Baum '/b

Oel V,

Seesalz 74

in Eins machen, durchseihen und 4 Tage einnehmen. Ein andres:

Weihranch 764

Lebende Binse 78

Zwiebeln (?) 7„

Wein 7,

kochen, durchseihen und 4 Tage einnehmen. Ein andres:

Kräuter des Feldes

Knoblauch 78

hemut-Korn 78

taa O-Pflanze 7,

Faules Fleisch 7,

Gänseöl 78

sert-Saft 7,^

kochen, durchseihen und 4 Tage einnehmen. Ein andres:

Weihrauch 764

Lebende Binse 78

Zwiebeln (?) 7„

Wein 7^

kochen und 1 Tag einnehmen*). Ein andres:

Seesalz 7i6

Bleivitriol (?) 7^^

Grüne Bleierde (?) 7^^

Wein 7,^

sert-Saft 73

durchseihen und 4 Tage einnehmen.

») Brugsch. Wort. VII. S. 1310 „Gerste".

') Dasselbe Recept wie oben T. 55 Zeile 9 mit geringen Varianten.

81

Ein andres:

Krokodilerde ') 7,

dua (Stern) von Datteln ^/^

Süsses Bier Ya

zermahlen, in Eins machen und 1 Tag einnehmen. Ein andres:

Grünes teur'>Schilf 7,^

Frisches Brod

Kräuter des Feldes 7$

Samen des Esels 78

Crocus 7$

Beere vom uän-Baum 7i6

Kümmel 7^^

Feigen 7,,

Trauben 7i e

Wein 7g

sert-Saft 7a ^^^^

durchseihen und 4 Tage einnehmen. Ein andres:

Honig 7„

sert-Saft 7^

Wein») durchseihen und 1 Tag einnehmen.

Ein andres. Der Beginn des Buches von den Augen. Zu machen gegen die Zunahme der u^edu im Blut in dem Auge*):

sa^)-Samen von Oberagypten 1 ' Honig 1

Kümmel 1 LVI.

nehed *)-Kömer 1

Behandlung von dem Wasser darin (die Flüssig- keit, die aus dem Auge fliesst)^):

») Ebers S. 186 „Nilschlamm''?

») Brugsch. Wort. VII. S. 1315 „Weidenbaura".

*) Im Papyrus folgen nach „Wein" zwei rothe Punkte.

*) Hirschberg. Ueber die Augenheilkunde der alten Aegypter. Deutsch, med. Wochenschr. 1889. S. 790. „Krankhafte Rötbuug des Auges*.

*) Ebers S. 69. „Natron oder Salpeter".

^) Ebers I.e. „Zahnkorner".

^) Hirschberg S. 790 „thränige Absonderung".

Joachim, Acgyptische Heilktinde. (5

82

Weihrauch

Myrrhen 1

tentem-Samen 1

Gräne Bleierde (?) 1 Behandlung der wachsenden uxedu'):

sa*)-Samen von ünterägypten 1

Mennige 1

Grünspan 1

Honig 1

Darauf mach Du ffir ihn:

Oel

Fruhjahrswachs')

gesfen *)-Kom

Vorzüglichen Weihrauch

Grüne Bleierde (?)

Das 1 Jahr alte faulige Holzpulver*)

Weihrauch

Gänseschmalz

Bodensatz der grünen Bleierde (Bleierde des Spätjahres?) L.

Gollyrium

Oel«) damit 4 Tage aufschmieren; nicht reibe Du stark (?)^).

Ein andres zu machen gegen Verschleierung^ im Auge den ersten Tag:

Wasser vom Vogelteich 1.

Den zweiten Tag:

Honig 1

Gollyrium 1 auf einen Tag. Ist Blut (im Auge):

') Hirschberg S. 791 „Bindehautcatarrh mit Schwellung".

^ Cfr. vor. Seite Anm. 5.

') Cfr. Diese. De mat. med. IL Gap. 105.

*) Luring S. 91 »möglicherweise Kupfervitriol".

*) Ebers S. 73 „das schwarze hinter arab. Holzpulver?"; Luring S. 109 vielleicht Bobrmehl". Cfr. Diese. De mat med. Lib. I Cap. 79.

^ Auffallend ist, dass sich «Gel" zu Beginn und Ende des Re- ceptes findet.

^) Die Uebersetzung ist unsicher.

8) Aegyptisch: te^en; Hirschberg S. 791 „entzündliche Horn- hauttrübung"; Ebers S. 76 aintische Affection".

83

Honig i

CoUyriam 1 auf das Aage streichen *) 2 Tage.

Wenn dabei viel Wasser vom Auge fliesst, mach Du dagegen das Mittel gegen die äfes^)- Krankheit:

aau-Eorn 1

Grünspan 1

Weihrauch 1

Die Spitze der Papyruspflanze 1 kochen

Harz von Acanthus 1

Collyrium 1

Grünspan 1

Zwiebel (?) 1

Wasser 1 zermahlen und in sein (des Auges) Inneres bringen.

Ein andres Triefen*) im Auge zu vertreiben:

Myrrhen 1

Bleivitriol (?) 1

qesTt*)-Kom 1

Zwiebel (?) 1

Cyperus des Nordens 1

Grünspan 1

Antilopenexcremente 1

Das Innere vom qadit ')-Thier 1

Klares Oel 1 tbun in Wasser, feucht stehen lassen, durchseihen und 4 Tage (als Umschlag) auflegen. Nach einer andern Vorschrift pinsele es mit einer Geierfeder ein. Ein andres:

gesfen •)-Samen 1

nsefan-Vogel des Sees^) 1

Zweige der Nordpflanze ^) 1.

^ Ebers S. 77 „Umschläge machen".

*) Ebers 1. c. „mouches volantes?" ^ ») Hirschberg S. 791 „Triefauge".

*) Ebers S. 87 „hartes Korn des Grünspans"; Brugsch. VII. S. 1204 „pulvis«. » *) Ebers S. 177: Antilope.

^ Luring S. 91 „Kupfervitriol"?

^) Ebers S. 88 „Pistia stratiotes".

^ Ebers S. 89 „Zweige des Mastixstrauches,,?

6*

Darauf mach for ihn: äfet') 1

■Wachs 1 nachhei geben.

Ein Angen:

am Ferobalteu der a/^'^i >" ^^^

Collyriam 1

Dinte 1

die Angen damit salben.

Ein andres das Sehen zn eröffnen; nach dem Schlaf, dann anf die Augen*):

Beere von ten&a 1

Der Kern von kesebt*)-frucht 1

Collyrium 1

Wasser 1

zermahlen, zerreiben, in Eins machen und dann auf die Angen thnn*). Ein andres:

Zwiebeln (?) 1

Das Innere der ut'SIt-Frucht 1

Venniscben in Oel 1

zu einem Teig machen, es trocknen lassen; nachdem es getrock- net ist, damit mischen and dann auf die Augen thun*). Ein andres:

Skarabä-CoIlTrium *)

Zwiebeln (?)

Grüne Bleierde (?)

Erokodilkoth

Bleivitriol (?)

Rotbes Natron

Honig n Eins machen nnd hernach anf die Ängen thun*).

*) Die Uebersetzung ist Dicht sicher; nörllich: lugen", was keinen rechten Sinn giebt. ■0 Kbers S. 91 „Slibiumoiyd" ?

85

Ein andres für das Znsammenziehen') der Pupille des Auges:

Feilspäne vom Ebenholz*) 1

sa')-Samen von Oberägypten 1 in Wasser mischen und oftmals auf die Augen thun.

Ein andres uhat*) in den Augen zu vertreiben:

Collyrium 1

Mennige 1

Grüne Bleierde (?) 1

Rothes Natron 1 hernach auf die Augen thnn^).

Ein andres zum Vertreiben der Albugo*) der Augen: Schildkrötenhim 1 Honig 1

sodann auf die Augen thun^).

Ein andres zum Vertreiben des Blutes') in den Augen:

Schreibfarbe 1

Grünspan 4

Collyrium 1

Fauliges Holzpulver*) 1

Zwiebeln (?) 1

Wasser 1 zermahlen, zerreiben und in die Augen thun.

Andre Mittel*) gegen Verschleierung, die sich im

Auge erhebt:

Trockene Excremente vom Leib eines Kindes 1 Honig 1

in frische Milch thun und nachher auf die Augen bringen^).

0 Ebers S. 92. „Hypopyon"? Luring S. Ill „Verdunkeln der Pupillen"; Hirschberg S. 792. „Verengerung der Pupille".

^ Aegyptisch: hebeni.

') Ebers S. 94 „Natron oder Salpeter".

^) Ebers S. 94 „Verkalkung in den Meibomschen Drüsen"; Luring S. 17 liest nehat = Schielen.

*) Hirschberg S. 792 „weisse Narbe der Hornhaut".

*) Cfr. vor. Seite Anm. 4.

0 Hirschberg S. 807 „Blutunterlaufung der Lider".

8) Ebers S. 96 „arab. Holzpulver"?

^ Mit schwarzer Dinte ist hier eingefügt: ärt => zu machen.

86

£in andres das Schielen^) in den Augen zu ver- treiben:

Schildkrötenhim 1 äbrä*>Salbe 1

in die Augen bringen.

Ein andres gegen sau') in den Augen: Rindsleber gebraten und ....*) mit Vorsicht dar- auf thun.

Ein andres Blut um die Augen zu vertreiben: Weihrauch 1 Crocus *) 1

in die Augen thun.

Ein andres Hitze^) in den Augen zu vertreiben: Zwiebeln (?) 1 Collyrium 1

tendä-Beere 1

nachher auf die Augen thun^).

Ein andres Fett^ in den Augen zu vertreiben:

Collyrium 1

Grünspan 1

Mennige 1

Bleivitriol (?) 1

Honig 1 hernach auf die Augen bringen ^).

Ein andres Granulation^ im Auge zu vertreiben: Collyrium 1

Grünspan 1

Zwiebeln (?) 1

^ Aegyptisch: nehat.

^ Bezeichnung eines heiligen Salböls.

») Ebers S. 98 „Hitze".

*) Die Uebersetzung von a&f ist bis jetzt unbestimmbar.

*) Nach Ebers S. 99 „Chelidonium majus"; ägyptisch: matet.

^ Mit schwarzer Tinte ist hier eingeschoben: sus n = Been- gung (?) in Folge von (Hitze); cfr. Tafel 44 Zeile 8, wo derselbe Ausdruck vom Herzen gebraucht ist.

0 Cfr. S. 84. Anm. 4.

^ Ebers S. 100 „Xanthelasma"; Hirschberg S. 808 denkt an „Steatom" oder „Hydatis".

^ Ebers S. 101 „Gerstenkorn"; ägyptisch: pedest = glo- bulus.

87

Fauliges Holz(?)*) 1 gesfen ')-Kom 1

in Wasser umrühren und sodann auf die Augen thun'). Ein andres gegen Blindheit^): 2 Schweinsaugen, das Wasser darin ^) ausziehen Echtes Collyrium 1 Mennige 1

Roher Honig 1

zermahlen, zerreiben, in Eins machen nnd in das Ohr des Patienten spritzen, damit er sofort gesund werde.

Wenn Du der Ordnung gemäss nachgesehn hast, so sag als Zauberformel her: Ich habe dieses Ding geführt nnd auf jenen Platz gebracht; das Krokodil ist schwach und kraft- los; zweimal!

Ein andres Blindheit in den Augen durch eine Pille*) zu vertreiben:

Trockene Myrrhen zermahlen in saurer Milch und dann LVIII. auf die Augen thun '). Ein andres: Zwiebel (?) in Honig mischen und sodann auf die Augen

thun^.

Ein andres zur Behandlung der Sehkraft in den Augen:

Stibium

Dinte

Zwiebeln (?)

gesfen ^Kom

Männliches Collyrium') in Eins machen und auf die Augen thun.

Ein andres Albngo in den Augen zu vertreiben:

^ Cfr. Ebers S. 101 „arab. Holzpulver?'.

2) Luring S. 91 „Kupfervitriol"?

^ Cfr. S. 84. Anm. 4.

*) Sepet; Hirschberg S. 808 „Amblyopie der Griechen".

^) Eigentiich: das Wasser, das dazu gebort.

^ Ebers S. 103 übersetzt m benen mit „an dem Rundkörper (Pupille oder Linse)"; Lieblein: in dem Rundkorper.

0 Cfr. S. 84. Anm. 4.

^ Luring S. 91 „Kupfervitriol"?

^ Cfr. Plinius. Histor. natur. Lib. XXXIIL Cap. 101. „Duo eius (stibii) genera mas et femina.*'

Eh ist ein Geschrei am sädlichen Himmel noter Pinsttr- nis, es ist ein Aufnihr am nSnÜicbea Himmel; die Sanlenbalie stürzt ins Wasser; des Sonnengottes Schiffsleale schlagen ihre Rnder, so dass die KSpfe an seiner Seite ins Wasser stirzen. Wer führt heran, was er findet? ich fähre hervor, yfts ich finde; ich führe Enre Köpfe hervor, ich richte Eure Nacken aaf; ich befestige, vas an Ench abgeschnitten war, in seiner Stelle. Ich fähre Ench hervor, um den Gott des Fiebers nnd alle möglieben Todesarten zn vertreiben, soviel ikrer sind. Eine Formel herzusagen über Schildkrötenhirn, das in Honig gemischt wird, und sodann an/ die Augen bringen').

Ein andres Hitze in den Angen zn vertreiben: Wachholderbeeren von Byblos*) zermahlen, zerreiben in Wasser nnd dem Kranken sodann auf seine beiden Augen thun*), nm ihn sofort gesund zu machen.

Ein andres:

Talg von der Kinnlade eines Esels in kühlem Wasser mischen und dem Kranken auf seine Schläfe*) thnn, nm ihn sofort gesund zu machen.

Ein andres für die Schl&fe'):

Crocus in kühlem Wasser zerstossen, der Person anf ihren Augenrand thun, um sie sofort gesund zu machen.

Ein andres:

Eselszabn in Wasser mischen nnd der Person auf ihren Angenrand thun, um sie sofort gesund zn machen.

Ein andres adet') im Auge za vertreiben:

Bxcremente des henat-Vogels 1

Seesalz 1

Weihrauch 1

in Eins machen nnd in das Innere des Auges thun.

') Cfr. S. 84. Anm. 4.

^ Stadl in Phönlcien; ägvptiscb: kepni.

>) Cfr. S. 84. Anm. 4.

*) Aegjptisch: mi; Brugach. Wort. VI. S.537 „Backe, Wange"; ich schlafe die Uebersetzung; „Schläfe, Augennind" vor.

') Ebers S. 121 „Blepharitis".

•) Ebers S. 122 „Pterygion"? Luring S. 32 „Verletzung'; Hirschberg, „Geschichtliche Studien eines ÄuRenarites" S. 49 „Carcinom des Auges (F)". Uir scheint Lürings Ucbersetzung am wahrscheiDÜchsten.

- 89 -

Ein andres Hitze zu vertreiben: 8a^)-Kom von Oberägypten in Quell wasser thun und ins Auge thon, um ihn zu heUen.

Ein andres x^^^^O ^^^ Augen zu vertreiben: Collyrium Vsa

senen ')-Harz 7i6

Galmei ^/i5

Schreibfarbe 7^^

Frische Myrrhen Y«*

8a*)-Korn von Oberagypten 7g ^ zermahlen, zerreiben, in Eins machen und in die Augen thun, um sie sofort zu heilen.

Ein andres Eiterfluss*)(?) in den Augen zu vor- treiben:

Echtes Collyrium in Wasser thun in einem hennu-Krug 4 Tage; die Handlung wiederholen, indem man es 4 Tage in Gänseschmalz bringt; es werde mit der Milch einer Frau, die einen Knaben geboren hat, gewaschen; es 9 Tage trocknen lassen, es werde zermahlen; eine ganze Myrrhenkugel darauf thun und damit die Augen salben.

Ein andres adet^) im Auge zum ersten Mal, nach- dem man seine Beschwörung gesprochen hat, zu ver- treiben:

yepera-Honig •) oder eine Honigwabe 4 Tage darauf^) thun. Zum zweiten Mal:

Knpfergrunspan ^/g

Collyrium Ys

Fauliges Holz^ (?) V,

8a®)-Kom von Oberägypten Ys in Eins zermahlen und 4 Tage darauf^) thun.

*) Ebers S. 125. „Natron oder Salpeter**.

') ^öiit = Hervorragendes, also Geschwulst; Ebers S. 125 ,Lid- abscess"; Luring S. 32 „grössere Geschwüre".

') Ebers I.e. „Opalharz".

*) Aegyptisch: bädi; Ebers S. 126 „Chemosis"; nach Luring S. 118 „ein anderer Name für das t'eftVt"; cfr. T. 59 Zeile 22.

*) Cfr. vorige Seite Anm. 6.

«) Ebers S. 128 „Käferwachs".

0 Nämlich: „auf das Auge".

^ Ebers I.e. „arab. Holzpulver"?

^ Ebers I. c. „Natron oder Salpeter".

90

Ein andres:

Eidechsenexcremente 1

8a*)-Korn von Oberägypten 1

Collyrium 1

Naturhonig 1

in Eins zermahlen und auf die Augen thun. Ein andres:

Mennige 1

Collyrium 1

Naturhonig 1 in Eins machen und auf die Augen thun. Ein andres:

Kupfergrünspan 1

Honig 1

4 Tage auf die Augen thun. Ein andres:

Mennige 1

Collyrium 1

senen ')-Harz 1

Natnrhonig 1

in Eins zermahlen und 4 Tage auf die Augen thun Ein andres:

Mennige

Fauliges Holz') (?)

Eisen von der Stadt qesi*)

Galmei

Straussenei

sa *)-Kom von Oberägypten

Pulver vom hennut -Metall •)

Honig in Eins machen und auf die Augen thun. Ein andres:

Schwarzer Messerstein 1

Weihrauch 1

*) Off. vor. Seite Anm. 9.

2) Ebers S. 128 „Opalhan**?

•) Cfr. vor. Seite Anm. 8.

*) qesi = Apollinopolis parva, Stadt in Oberägypten; La ring

S. 97 „Alabaster*'.

') Ebers S. 131 „Natron oder Salpeter*'. •) Ebers I.e. „Schwefelpulver**?

91

Collyrium 1

Honig 1

4 Tage in die Augen thun.

£in andres gegen t'eft^eft^) im Auge:

Lehm von einer Statue') 1

BlStter des Ricinusstrauches 1

Honig 1

für denjenigen, dessen beide Augen an Eiterfluss *) (?) leiden*); zermahlen, zerreiben, in Eins machen und auf die Augen thun. LX. Ein andres das Sehen zu eröffnen:

Collyrium Vs

FauUges Holz (?)*) V,

senen •)-Harz ^/^

Schreibfarbe Vei

8a^)-Köm von Oberägypten Ye*

Myrrhen Ye*

in Eins machen und damit die Augen salben.

Ein andres das Aufsteigen ^ von Wasser in den Augen zu vertreiben:

Echter Lapis lazuli

Grünspan

senen •)-Harz

Milch

Collyrium

Krokodilerde •)

menuu ^^Weihrauch in Eins machen und hernach auf die Augen thun^^). Ein andres:

^ Luring S. 32 „Eiterfluss"; Ebers S. 131 „Phlegmone"; Brugsch. Wort. VIL S. 1384 „das Triefen des Auges".

^ Cfr. Di ose de mat med. Lib. I. Cap. 36.

^ Aegyptisch: bädi.

*) Hier ist im Papyrus eine Locke von einer halben Zeile, doch scheint der Text dadurch nicht unterbrochen zu sein.

*) Ebers 1. c. „arab. Holzpulver".

^ Ebers I.e. „Opalharz"?

0 Ebers 1. c. „Natron oder Salpeter".

*) Aegyptisch: ä^et. Ebers l.c „Cataract oder Staar"; Hirsch- berg S. 53 „ftifAttTOc iTti^oprf".

») Ebers 1. c. „Nilschlamm"?

><Ö Vielleicht: Stücke (?) von Weihrauch

") Cfr. S. 84. Anm. 4.

- 92 ~

sehetet-Korn 1

Gänseschmalz 1 Naturhonig 1

in Eins machen und 4 Tage in die Augen than. Ein andres:

gesfen *)-Kom 1

Grünspan 1

per-her-setef*) 1

zermahlen, in Eins machen und damit die Augen salben.

Ein andres Verschleierung') im Auge zu vertreiben: sa§a^)-Stucke, gekocht 1 Zwiebel (?) 1

Honig 1

zermahlen, zerreiben, aufbewahren in einem Tuch, damit das Auge verbinden, das verschleiert *) ist; sodann auf die Augen (thun)*).

Ein andres Albugo^ im Auge zu vertreiben: Granit^), zermahlen, zerreiben, in ein Tuch pressen und es auf die Augen binden.

Andre Mittel Schielen^) in den Augen zu ver- treiben:

Harz von Acanthus 1

Zwiebelpulver (?) 1

Granit 0 1

zermahlen und als Pflaster auf die Augen legen.

Ein andres Blut um die Augen^) zu vertreiben: 2 Schalen von Thon, die eine mit Pulver der Dum- palmenfrucht und Milch von einer Frau, die einen Knaben ge- boren, die andre mit (Kuh)milch, feucht stehen lassen; am Morgen fülle deine beiden Augen mit jener Dumpalmenfrucht '^);

1) Luring S. 91. „Kupfervitriol"?

^ Ebers S. 137 „was aus seinem Lande heraustritt = Marien- glas oder Gyps".

') Aegyptisch: texen; cfr. S.82. Anm. 8.

*) ß rug 8 eh. Wort. VIL S. 1226 „Kuchen aus zusammenge- pressten Rosinen*'.

5) Cfr. S. 84. Anm. 4.

«) Cfr. S.85. Anm. 5.

T) Ebers S. 138 „Glaskopf oder Hämatit"?

^ Aegyptisch: ne^at.

^ Ebers S. 140 „Bluterguss in den Augen".

*°) Nämlich von der ersten Schale.

^ 93

nachher wasch Du die Augen mit dieser (Kuh)milch *) vier Mal 6 Tage lang.

Ein andres Aufsteigen von Wasser^) in den Augen zu vertreiben:

Komm Grünspan, komm Grünspan! Komm frisch; komm Ansflnss aus dem Auge des Gottes Horus; es komme das, was aus Tums Auge rinnt; komm Saft, der von Osiris strömt. Er kommt zu ihm, er vertreibt ihm Wasser, Eiter, Blut, Augentzündung, Eiter- fluss, Blindheit, Triefauge, die bewirkt der Gott des Fiebers, aller Todesarten, der uxedu jeder Art und aller bösen Dinge in diesen Augen, soviel ihrer sind.

Worte zu sprechen über Grünspan gemischt in xeperä-Honig*); LXI. dazu setzen Cyperus und mit LXf. Vorsicht*) auf das Auge bringen.

Ein andres^) von der Augensalbe uxedu in den Augen abzuwehren:

Spitze der PapyrusfL^^ze

Zwiebeln (?)

Honig

Gänseschmalz

zu gleichen Theilen*); hernach mit Vorsicht*) auf die Augen thnn^), unzählige Male.

Ein andres*) die Blutgefässe^) in den Augen zu ver- treiben:

Getrocknete Myrrhen, nehedet ^-Korn, Grünspan

zu gleichen Theilen*); hernach auf die Augen thun^).

Was zu brauchen ist im 3. zum 4. Winter- monat*"):

0 Nämlich der zweiten Schale.

^ Cfr. S.91. Anm. 8.

») Ebers S. 142 „Kaferwacbs".

*) Wörtlich: der Ordnung gemäss, wie es sich gehört

^) ket ist mit schwarzer Tinte geschrieben.

*) Wortlich: ein Bein zum andern.

0 Cfr. S. 84. Anm. 4.

^ Ebers S. 144 „subconjunctivaler Blutaustritt".

^ Ebers 1. c. „Zahnkrautkömer**?

'°) Ebers S. 146 «vom 17. Januar bis 16. Februar jul." ; eigent- lich «im 3. Monat des Sprossens (der Saat) bis zum 4. Monat des Sprossens", entsprechend unserem Winter.

94

Collyrinm, M')-Kom toq OberSgypten, Dinto"), ßalmei, fauliges Holz') (?)

ZD gleichen Theilen*); in die Aagen than.

Eine andre Angensalbe, anzuweuden im Sommer, Winter and in der Ueberschwemmungsjabreszeit (d.h. fQr das ganze Jahr):

Collyriam, am Uorgen in Schmalz von der terp'}-Gaiis zerreiben; es soll nicht ans Fener kommen'); damit nachts salben.

Ein andres:

Collyrium, Grünspan, Lapis Eazali, Honig, Grüne Blei- erde (?)

zu gleichen Thcilen*); zu einem gezogenen Teig macben und sodann auf die Augen thun').

Ein andres Geschwulst

, am Kop

fe') mit A

Ibe zu vertreiben:

Collyriam

1

Fauliges Holz ^ (?)

V,

senen'^Hsrz

V,.

Galmei

v„

Scbreibfarbe

V

tendn-Beere

'/.,■

Andre Mittel fCr das An

ge, wenn

ihm etwas

igestossen ist:

Henschenhim, in 2 HSiften tbeilen; seine eine Hälfte in Honig thun nnd das Auge damit am Abend (wenn es dnnkel ist) salben und seine andere Ullfte trocken macben; zermahlen, zerreiben nnd das Auge damit am Hoi^n salben.

I) Ebers S. 146. „Natron oder Salpeter".

^ Von Ebers wobl aus Versebn in seiner Uebersetzung weg- gelassen.

') Ebers 1, c. „arab. Holzpuher"?

*) Eine besondre Ginsearl, die man bei den Opfern darzu- bringen pflegte.

*) Eigentlich : nicbt in Feuer fallen lassen.

') Cfr. Tor. Seite Anm. 6.

>) Cfr. S.84. Anm. 4.

") Wohl Atherom.

*; Ebers S. 149 „arab. HolzpuNer"?

'•) Eber» I.e. .Opalbarz"?

95

Ein anderes das Gesicht zu stärken*), anzuwen- den im 1. bis zum 2. Wintermonat'):

Collyriam, Männliches Collyrium'), senen*)-Harz zu gleichen Theilen; in die Augen thun. Ein andres:

sa*)-Kom von Oberägypten, Collyrium zu gleichen Theilen; sodann auf die Augen thun^). Ein andres:

Zwiebeln (?), Collyrium, Honig zu gleichen Theilen; in die Augen thun. Ein andres das Sehen zu öffnen: Die Topfscherbe eines neuen hennu-Gefässes in frischer Milch erwärmt, oftmals auf die Augen thun.

Eine andre Augensalbe zum Oeffnen des Sehens:

Collyrium, Rindermark (?) in die Augen thun.

Ein andres das Sehen zu öffnen: Collyrium 4

Honig 3 ') ebenso.

Ein andres LXII das Sehen zu öffnen: LXII.

Collyrium, Saft von frischen Zwiebeln (?), Naturhonig in die Augen thun.

Eine andre Augen(salbe):

Collyrium 2

Honig 4

Grünspan ^/^

Grüne Bleierde (?) 7,

Echter Lapis lazuli zermahlen und in die Augen thun. Eine andre Augensalbe: Collyrium 2

Gänseschmalz 2 Wasser 4

in die Augen spritzen.

0 Wörtlich: das Sehn wachsen zu machen.

^ Ebers S. 150 »vom 17. November bis 16. December*' jul.

^ Cfr. S. 87. Anm. 9.

*) Cfr. vor. Seite Anm. 10.

*) Ebers 1. c. «Natron oder Salpeter".

^ Cfr. S. 84. Anm. 4.

0 Die Zahl ist nachträglich mit rother Tinte eingeschoben.

96

Ein andres Albogo*) za vertreiben, die in den Angen entstanden ist:

Collyrium 1

Fauliges Holz ') (?) 1 zermahlen, zerreiben and in die Augen tbun. Ein andres:

Dinte 1

Collyrium 1 Wasser zermahlen, zerreiben and in die Augen thun. Ein andres:

Ebenholz'), Collyrium, Wasser ebenso

Ein andres:

Galle (?) vom äbdu-Fisch (Flosselhecht), Collyrium ebenso.

Ein andres:

Sahne, Milch ebenso.

Ein andres das Schielen^) zu vertreiben: Collyrium 1

Mennige 1

Grüne Bleierde (?) 1 Rothes Natron 1

zermahlen, sodann auf die Augen thun^).

Ein andres typhonische Nebel^) in den Augen zu vertreiben:

Zwiebeln (?), Harz von Acanthus, Grunstein, Milch einer Frau, die einen Knaben geboren hat in Eins machen und sodann auf die Augen thun ^). Ein andres adlt^) im Auge zu vertreiben: Collyrium */, Geierei */*

zermahlen, zerreiben und sodann auf die Augen thun^).

0 Cfr. S. 85. Anm. 5.

^ Ebers S. 154 ,arab. Holzpulver«?

*) Aegyptisch: hebeni.

*) Aegyptisch: nehat.

*) Cfr. S. 84. Anm*. 4.

^ Eigentlich: qesemut = Glanzlosigkeit, Verdunkelung, Nebel; deSer = reih oder typhonisch = böse; Ebers S. 156 „allgemeine Trübung der Hornhaut, die mit Reizerscheinungen verbunden ist".

0 adit ist eine Variante von adet; cfr. S. 8o. Anm. 6.

97

Ein andres:

Collyrium

Honig

Grüne Bleierde (?)

Mennige

senen *)-Har2

Ein andres:

Mennige

Grüne Bleierde (?)

Collyrium

senen ^)-Harz

Naturhonig

Ein andres:

Schwarzer Messerstein

Weihrauch

Krokodilerde ')

Honig aof die Augenbrauen^ tbun. Ein andres:

Mennige

Grüne Bleierde (?)

Naturhonig

Collyrium

senen *)-Harz

2

V

/l6

I'

7

/is

2 7.

1 1

V 7

ebenso.

ebenso.

S)

ebenso.

Ein andres das Sehn zu öffnen:

Sahne, Milch einer Frau, die einen Knaben geboren in Eins machen und in die Augen spritzen.

Ein andres Triefauge, Dunkelheit, Augenschmer- zen und Entzündungen, die in den Augen entstanden sind, zu vertreiben:

Fauliges Holz *) (?) Grünspan Zwiebelpulver (?) Harz von Acanthus

1 1 1 1

>) Ebers S. 157 «Opalbarz*? ^ Ebers S. 158 „Nilschlamm«? ^ Eigentlich: die Arme der Augen.

<) Ebers S. 159 „arab. Holzpulver?«; Luring S. 109. „Bohr- mehl ?«

Joachloif AegyptUche Heilkunde. 7

98 -^

Spähne von Ebenholz 1

Saft der qebu '>Frucht 1 in Eins machen, zu einem trocknen Teig machen, in Wasser mischen und dann auf die Augen bringen').

Ein andres Fett') im Auge zu vertreiben:

Grünspan 2

Schreibfarbe 1

Collyrium 27,

Nairon 1

LXIir. Grüne Bleierde (?) 7^

in Wasser zermahlen und sodann auf die Augen thun '). Ein andres:

Mennige 1

Gänseschmalz 1 damit dann auf die Augen schmieren*). Sieh nach^)!

Ein andres eine Geschwulst in der Nase*) zu ver- treiben:

Collyrium 1

Fauliges Holz «) (?) 1

Trockene Myrrhen 1

Honig ]

4 Tage damit (das Auge) salben; sieh gut nach, denn dieses ist das Rechte.

Eine andre (Augen)salbe, zubereitet vom Priester- Pharmaceuten^) j^ul:

Collyrium

Grünspan

sa*)-Korn von Oberägypten

sa'^-Kom von ünterägypten

Mennige

Fauliges Holz«)(?)

Naturhonig

») Ebers S. 160 „Behenöl".

^ Cfr. S. 84. Anm. 4.

*) Aegyptisch: qenät; cfr. S. 86. Anm. 8.

*) So übersetze ich das am Anfang der Zeile 2 stehende är inaek ; Ebers liest är ^erek.

*) Ebers S. 161 „Dakryocystitis" ; ägyptisch: vent m fent.

«) Cfr. S. 96. Anm. 2. t ^EbersS. 162 „Sonnenpriester von Heliopolis".

j ^Ebersl. c. „Natron oder Salpeter".

99

Ein andres Blindheit*) in den Aagen zu vertreiben:

Zwiebeln (?), zermahlen, zerreiben, in ein Tuch

hüllen lassen, in Naturhonig verschliessen und in

die Augen thnn. Ein andres Hindernisse') der Muskeln in den Augen*) zu vertreiben:

Grünspan, Weihrauch, Mennige zermahlen und auf die Augen thun.

Andre Mittel für die Augen, mitgetheilt von einem Semiten aus Byblos^):

ät^aulen *)-Korn

Datteln

Frische Datteln

Durra

Ou&eken ^)-Korn

Mennige

äbennu-Metal

Salz

dehui«)-Frucht 1

Collyrium 1

Schenkeltalg, frisches Baumöl (?) auf die Mittel thun.

Ein andres Granulation^) im Auge zu vertreiben:

CoUyrium 1

senen *)-Harz 1

Fauliges Holz*) (?) 1

das Auge damit salben.

Ein anderes Druck*°) der Haare im Auge zu ver- treiben:

0 Aegyptiscb: sepet; cfr. S. 87. Anm. 4.

*) Aegyptisch: ^esefu ^ Hindernisse, Lähmungen.

>) Hirschberg S. 840 „Lähmung der Lider''; Ebers S. 163 ,,Augenmuskellähmung'^

*) Aegyptiscb: kepni; Stadt in Phonien.

^) Pflanze aus Phönicien.

^ Sonst dehui, tehui.

T) Cfr. S. 86. Anm. 9.

») Ebers S. 165 „Opalharz?"

^ Ebers 1. c. „arab. Holzpulver?**

*") Aegyptisch: uäf = v6wü> = stossen, stechen; Ebers I.e. „Tri- chiasis".

100

Myrrhen 1

Eidechsenblut 1

Flcdermausblut 1

die Haare ausrupfen und darauf thun, um es gesund zu machen^) (das Auge).

Ein andres das Haar nicht in das Auge wachsen zu lassen, nachdem man es ausgerupft hat:

Weihrauch zerniahlen in

Excrementen der Eidechse

Kuhblut

Eselsblut

Schweineblut

Hundeblut

Hirschblut

CoUyrium

Grünspan

zermahlen, in Eins zerreiben in diesen Blutsorten und an die Stelle dieses Haares thun, nachdem man es ausgerupft hat, dass es nicht wächst. Ein andres:

Fledermausblut 1

Der Rand von einem neuen hennu-Gefäss 1

Honig 1

zermahlen, zerreiben und an die Stelle dieses Haares thun, nachdem man es ausgerupft. Ein andres:

Rinderfett 1

Baumöl (?) 1

Das Innere des äpnent-Thieres *) 1 in Eins zermahlen, auf Feuer setzen und an die Stelle des Haares thun.

Ein andres:

Hirn vom uäat-Vogel, ein Blatt ') damit bestreichen und auf LXIV. die Stelle dieses Haares thun, nachdem man LXTV. es ausgerupft. Ein andres das Haar ins Auge nicht wachsen zu lassen, nachdem man es ausgerupft:

^) Cfr. Diese, de mat. med. Lib. I. cap. 52: ed. Kühn Vol. 26. Seite 116.

^9 Ebers S. 169 „Maulwurf?*' 3) Ebers S. 170 „Weinrebe\

»■

~ 101

Wespenexcreincnte 1 Mennige 1

Urin 1

mischen und auf die Stelle dieses Haares than, nachdem man es ausgerupft.

Ein andres. Mittel Granulation^) im Auge zu ver- treiben:

senen *)-Harz 1

Collyrium 1

FauUges Holz») (?) 1 damit die Augen salben.

Ein andres Fett*) im Auge zu vertreiben: Messerstein in frischer Milch mischen und sehr häufig darauf (auf das Auge) bringen *).

Ein andres gegen Biss (oder Stich) von Menschen: Stücke eines ändu-Gefösses, Calmus zerstossen, in Eins machen und als Pflaster auflegen. Ein andres zweites Mittel: Weihrauch 1

Grüne Bleierde (?) 1 Gazellenhim 1

in Eins machen und als Pflaster auflegen. Ein andres drittes Mittel: Gotteskraut (?) 1 Weihrauch 1

Knoblauch 1

kochen, zu einer Salbe machen und als Pflaster auflegen. Ein andres:

Mach Du ihm einen Umschlag in rohem Fleisch den ersten Tag; nachher behandle ihn mit Gel und Honig,um ihm wohl zu thun; sodann thu Du Gel in^) Wachs, um ihm so- fort wohl zu thun.

*) Aegyptisch: pedest; cfr. Seite 86. Anin. y.

2) Ebers S. 171. „Opalharz?'*

2) Ebers 1. c. „arab. Holzpulver?"

*) Cfr. S. 86. Anm. 8.

*) Hier endet der Abschnitt von den Augenkrankheiten: cfr. hierzu Diese. Td tu>v ö^pdaXfjiuiv ßoT]^(xaTa. Ed. Sprengel. Vol. 26. S. 107 120. Ebers rechnet zu diesem Abschnitt noch eine Reihe von Recepten und Vorschriften, die mit dem Kapitel von den Augenkrankheiten gewiss nichts zu thun haben.

^) her ist mit rother Tinte (nachträglich) dazwischengeschrieben.

- 103 -

Za machea gegen den Bisa eines Krokodiles ')- Triffst Da den Krokodilbiss ') and Du findest sein Fleisch gleichmässig heruntergefallen Buf beiden Seiten, so beleg Du es in rohem Fleisch den ersten Tag; in gleicher Weise trocknet alles Fleisch einer Person '),

Der Beginn von den Mitteln Kopfschwäche ") zu vertreiben:

Beere son dega '}-Banm 1

Fett 1

baq-Oel 1

in Eins machen und damit 6 Tage einreiben. Ein andres:

Lein(3<i(K), in Honig zerstossen und als Pflaster auflegen. Ein andres:

Hennige 1 Honig 1

als Pflaster auflegen. Ein andres:

Lapis memphites (?) Palm wein sepnen ')-Sam6n Honig

seneft*)-Kom in Eins machen und damit einreiben. Ein andres:

Honig 1

Palmwein 1

seneft ')-Korn 1 damit einreiben. Ein andres:

*} Eigentlich: g«gsn den Erokodllrachen. Ebers, der diescD kleinen Abschnitt nocn, wie oben erwähnt, zu den Augenkrankheiten rechnet, sieht hierin eine Augenkrankheit, nfimlich das Plenfgion. Er hat «obl übersehn, dass oben (Tafel 59. I) adet anders deler- minirt ist als hier und dasa oben Tor Allem von „adet m niert* die Rede ist; cfr. auch Tafel Ö9. 10.

') Die UebersetzuDg ist unsicher.

•) yenait =^ krankhafte Mattigkeit, Schwäche,

') AegyptiBcb: dega, statt deqm (?); vielleicht also Ricinus- strauch (?).

') Luring S.45 .Mohn'.

^ Ebers S.91 „gebort lu den aU Opfer dargebrachten Körnern*.

103

Mennige 1

Oel 1

Zwiebeln (?) 1 in Eins machen und damit einreiben. Ein andres:

Die Haut des Nilpferdes, erhitzt 1

Oel 1

sepnen ^)-Kömer 1

Zwiebein (?) 1

in Eins machen und damit einreiben. Ein andres:

äbu-Körner

Myrrhen

Zwiebelmehl (?)

Krokodilerde ')

Straussenei damit verbinden. Ein andres:

Lapis memphites (?) 1

sepnen ')-Körner 1

Myrrhen 1

sehetet-Kömer 1

damit verbinden. Ein andres:

Kümmel

Kräuter des Feldes

Seezunge-Körner

sefseft-Kömer zermahlen, in Eins zerreiben und damit verbinden. Ein andres:

Oel vom Nildpferd

Pulver von Mentha montana

Myrrhen

mesfen *)-K5mer

Bleivitriol (?) in Eins zermahlen und damit einsalben.

XLV.

1 1 1 1

0 Cfr. vor. Seite Anm. 5.

^ Ebers S. 186. „Nilschlamm?"

^ La ring S. 45. „Mohn".

*) Statt gesfen; Luring S. 91 „Kupfervitriol?'

104 ~

Ein andres:

penes-Körner 1

Krokodilerde ^) 1

Mentha montana 1

damit verbinden. Wenn Luft fehlt *) thu Du Oel dazu. Ein andres:

Straussenöl, Galle des schwarzen abdu- Fisches*), Blei- vitriol (?), Sefet*)-Oel, Weihrauch in Eins machen und den Kopf damit 4 Tage einreiben. Ein andres:

Mennige 1

Grüne Zwiebeln (?) 1 Oel 1

in Eins machen und damit einreiben.

Beginn') von den Arzeneimitteln graues Haar zu entfernen und das Haar zu conserviren:

Das Blut von einem schwarzen Kalb in Oel kochen und damit einreiben. Ein andres:

Schildkrötenschale und Kehle*) vom gabgu- Vogel in Oel kochen und häufig damit einreiben.

Ein andres graues Haar nicht entstehn zu lassen: Uterus') der Katze, Ei vom gabgu-Vogel, Oel, äbra*)-Salbe warm machen und auf den Kopf der Person thun, nachdem er die Mischung vorgenommen hat (?)*). Ein andres:

Das Blut von einem schwarzen Kuhhorn in Oel erwärmen und damit einreiben. Ein andres:

») Ebers S. 186 „Nilschlamm?«

^ Aegyptisch: ^emu.

') Flösselhecht.

«) Ein beiliges Salböl.

^) Es ist bemerkenswerth, dass zu den Salben dieses Abschnittes häufig eine schwarze Substanz oder eine solche von einem schwarzen Thicr verordnet wird.

*) Aegyptisch: beqsu; Luring S. 130 „Federn".

0 Eigentlich: Mutter der Menschen.

^ Die Uebersetzung ist unsicher; Luring S. 132 vermutbet „nachdem man (den Kopf) vorher geschoren hat**. Stern giebt dem Worte mät* die Bedeutung: „liquor".

105

Galle von vielen behau ')-Fischen in einen hennu-Krug thun and auf den Kopf einer Person bringen, die graues Haar hat.

Ein andres:

Getrocknete Kaulquappe vom Kanal, zermahlen und mischen in äbra-Balsam, damit einreiben, nachdem er die Mischung vor- genommen hat') (?).

Ein andres:

Blut von der Kehle') des gabgu- Vogels in echten äbra- Balsam thun und damit einreiben. Er streckt seine Hand aus auf den Rücken eines lebenden Falken, ihn auf seinen Kopf setzend gegen eine lebende Schwalbe"*).

Ein andres:

Horn eines Hirschkalbes, in Oel in einer Pfanne erwär- men, in Oel mischen und damit den Kopf eines Mannes oder einer Frau einreiben.

Ein andres graues Haar wirklich zu vortreiben und das Haar zu conserviren:

Blut einer schwarzen Kuh, in Oel tbun und damit einreiben.

Ein andres graues Haar zu vertreiben:

Eselsklauen geröstet, Vulva einer Hundin, eine Prise (Portion) hemIt-Kömer, Gummi, ein glattes Zeugstäck*) LXVI. von Oel, dunkler (schwarzer) heft-Wurm, uäult- LXVI. Wurm im Koth gefunden, in Oel kochen und damit häufig einreiben.

Haar an den Augenbrauen nicht grau werden zu lassen:

Honig in Zwiebelwasser (?) und Krokodilerde **); nachher eine Zeit von 3 Monaten (damit) waschen, nachdem Du es hast stehn lassen und 6 Tage es aufbewahrt') (?).

0 Brugsch. Zeitschr. f. ägypt. Sprache. 1882. S.70. „vielleicht Krebs**.

*) Cfr. vor. Seite Anm. 8.

^ Cfr. vor. Seite Anm. 6.

*) Die Uebersetzung ist nicht sicher; Lieblein meint, es be- zeichne vielleicht die Kraft des Medicamentes , das die Krankheit besiegt wie der Falke eine Schwalbe.

*) Hier ist im Papyrus eine Va Zeile lange Lacke, durch die der Text eine Unterbrechung erfahren hat Dass etwas fehlt geht wohl daraus hervor, dass man mit „ein Zeugstück von Gel'' kaum etwas anfangen kann. Aegyptisch: sep = Hemd.

«) Ebers S. 186 „Nilschlamm?«

0 Die uebersetzung ist unsicher.

-- 106 -

Ein andres gutes Mittel:

seter-seref-Saft^) (wanner Schlaftrank), Eselleber es in ein Gefäss thun, dass es zu trockenen Kügelchen wird; in einem Tiegel auf Feuer setzen; ist es darin dann erwärmt, hineinmischen in Oel und damit einreiben.

Der Beginn von Mitteln zum Haarwuchs'): Zerstossene Leinsamen') 1 in Oel 1

in Quellwasser thun und damit einreiben.

Ein andres zum Haarwuchs für das stellenweise Kahlwerden des Kopfes*):

Fett der Wildkatze (Löwe) 1 Fett vom Nilpferd 1

FeU vom Krokodil 1

Fett der Katze 1

Fett der Schlange ^ 1

Fett von Ibex nubiana 1

in Eins machen und damit den Kopf des Kahlköpfigen einreiben. Ein andres das Haar wachsen zu lassen beim Kahl- werden*):

Haare des hunta-Thieres in Oel aufwärmen und damit den Kopf 4 Tage einreiben. Ein andres:

Schreibfarbe in Gehimwasser 1 mischen und darauf thun. Lactuca geschnitten darauf thun. Das Innere der ut'ält-Frucht mischen in abra- Balsam 1, darauf thun.

Andre Mittel zum Haarwuchs, bereitetet für ses, Mutter Sr. Majestät des Königs von Ober- und Unterägypten, tetä, des Gestorbenen^):

Die Zehen von einem Hund^) 1 Dattelabfall 1

Eselsklaue 1

') Ebers S. 16 „Opium?**; eigentlich „Trank des Ruhens". ^ Eigentlich: das Haar wachsen zu machen. •) Eigentlich: Leinsamen (?), zerstossen 1 in Oel 1. *) Aegyptisch: näask; cfr. Brugsch VI. S. 659; möglicherweise handelt es sich hier um area Celsi. *) Cfr. Brugsch VL S. 659. *) Aegyptisch; maÄ-yeru. 0 Luring S. 64 Windhund pfoten«.

- 107 ~

in einem Tiegel in Oei sorgfältig kochen und damit ein- reiben.

Ein andres:

Eine schwarze Eidechse, mischen Ringe (Krammen), Vulva, PhaUus *), in Oel kochen und damit einreiben.

Ein andres das Haar gehörig zu conserviren:

Eselszahn in Honig mischen und einreiben. Ein andres das Haar zu conserviren: Schreibfarbe 1 ^

Collyrium 1

•/et'-Pflanze 1

Öel 1

Gazellenexcremente 1 Fett vom Nilpferd 1

in Eins machen und damit einreiben.

Ein andres zum Haarwuchs auf einer Wunde'): LXVII.

Wachholderheere Cyperus

Frucht vom am- Baum sasa-Stücke *) Dumpalmenfrucht Oel Honig als Pflaster darauf legen.

Ein andres zum Haarwuchs: Oel 1

sefet *)-Oel 1 einreiben damit.

Ein andres Haar zu entfernen®): änärt-Wurm gekocht und erwärmt in Oel und Baumöl (?), auf den Kopf eines verhassten Weibes thun. Ein andres:

*) Nicht recht verstandlich!

^) Die Zahl 1 mit schwarzer Dinte; sonst werden die Zahlen im Papyrus mit rotber Dinte geschrieben.

') Aegyptiscb: ubennu = Wunde oder wunde Stelle; vielleicht bandelt es sich hier um Haarwuchs bei Eczema capitis (?)

*) Brugscb. Wort. VII. S. 1226 „Kuchen aus zusammenge- pressten Rosinen".

^) Ein heiliges Salböl.

^ Eigeptlich: Kahlsein der Haare zu bewirken.

lOH

Hyoscyamus*) erwärmen, in Oel thun und auf den Kopf eines verhassten Weibes thun.

Ks (das Haar) zu entfernen, sobald es sich zeigt: Schildkrötenschale erhitzen, zermahlen, in Fett von Nilpferd- klauen thun und sehr oft damit einreiben.

Der Beginn von den Mitteln zur Heilung der Leber^):

Feigen Yg

Sebesten ^/^

Weintrauben 7i6

Brodteig */,

Beere von der /asit '}-Pflanze Yi« Kuchen Yja

Weihrauch Y«*

Nasturtium 7^4

Wasser 7^

feucht stehen lassen, durchseihen und 4 Tage lang einnehmen. Ein andres:

Feigen

Weinbeeren

Wachholderbeere

asu *)-Pflanzc

Weihrauch

Grüne Bleierde (?)

Wasser

/, /,

8

16 16 «4

/: / /

/„ ebenso.

Ein andres:

Lotusblüthen Yg

Wein 1 denä

Pulver von Zizyphus Lotus*) Ys

Feigen

Milch Y16

Beere vom uän-Baum Yie

Weihrauch Ygi

Süsses Bier 1 denä

feucht stehen lassen, durchseihen und 4 Tage lang einnehmen.

Ein andres:

*) Aegyptisch: sepet-Pflanze; Brugsch: Bluthenblatt.

^ Aegyptisch: merest.

3) Brugsch VI. S. 896 „Mohnpflanze".

*) Brugsch V. S. 141 eine liebliche Pflanze.

^) Luring S. 157.

109

Feigen V,

Sebesten Ys

anest-Kom Yi

Brod von Zizyphus Lotus ^) ^/^

Zwiebeln (?) 7,,

Brodteig V^e

Weintrauben Yg

Nasturtium ^/^^

Weihrauch Ys*

Süsses Bier 1 denä

feucht stehen lassen , durchseihen und 4 Tage lang ein- nehmen.

Ein andres:

Feigen 7^

Brodteig

Beere vom uän-Baum 7,^

sa*)-Kom von Oberagypten Wasser 1 denä

feucht stehen lassen , durchseihen und 4 Tage lang ein- nehmen.

Der Beginn von den Mitteln gegen Brandwunde') den 1. Tag dagegen zu brauchen: Schwarzen ämät-Saft darauf thun. Den zweiten Tag zu brauchen:

Ziegenexcremente verbrennen, zermahlen, zerreiben in entstehender (gährender) Hefe und darauf thun. Den dritten Tag zu brauchen:

Domen (?) von Acanthus getrocknet, sie zermahlen in gekochtem Durrakom und Zwiebeln (?), in Oel thun und als Pflaster auflegen. Den 4. Tag zu brauchen:

») L firing S. 157.

^ Ebers S. 69. „Natron oder Salpeter".

') Aegyptisch: ubedet mit dem Determinativ der Flamme. Es ist zweifellos, dass es sich hier um Verbrennung handelt und nicht, wie Ebers und Stern meinten, um Krebs. Dagegen spricht erstens die Bedeutung des Wortes ubedet, das brennen, verbrennen bedeutet ; zweitens das Determinativ der Flamme und drittens der Inhalt der Recepte und die Art ihrer Verabreichung. Ausserdem ist Carcinom der Haut, resp. carcinomatöse Geschwüre derselben doch verhältnis- mässig selten.

no

Wachs, gebratenes Kuhfett, Palmfasern') in uäh*)-Kom in Eins machen und als Pflaster auflegen. Den 5. Tag zu brauchen:

Zwiebeln (?) 1

Mennige 1

Frucht vom äm-Baum 1 zermahlen, zerreiben in Kupferspähnen '), in Eins machen und als Pflaster (auf) legen.

Mittel zum Verband*) einer Brandwunde*): LXVHI. uäh^-Kom kochen und als Pflaster auflegen.

Mittel gegen eine Brandwunde*): uäh ')-Korn Durra

Cyperus vom bebauten Lande (e locis cultis) Seesalz Baumwolle Palmfasem ^) t'ehä-Thier, gekocht Riuderfett Oel

Wachs

täglich auf die Brandwunde bringen, nachdem sie ge- kühlt worden ist.

Ein andres*) gegen Brandwunde*): Wachholderbeere 1 Papyruspflanze 1

in Gummiwasser mischen und darauf thun. Ein andres:

Kuchen 1

Katzenhaare 1

in Eins zermahlen und darauf thun.

Ein andres zur Heilung einer eiternden Brand- wunde^) an jeder Körperstelle einer Person:

») Luring S. 34. ^ Wohl eine Getreideart (?). ') Luring S. 96 „Das Abgeriebene von Kupfer." *) Wörtlich: die Brandwunde einzuwickeln. *) Cfr. vor. Seite Anm. 3. ^ ket ist mit schwarzer Tinte geschrieben. ^) So übersetze ich ubennu n ubedet; eigentlich das Eitern der Brandwunde.

Ill ^

qebu ^)-Oel 1

Crocus 1

Fetter Saft vom Cederbaum 1

sefet»>Oel 1

zermahlen und als Pflaster auflegen. Ein andres:

"Wachholderbeere 1

Papyrus-Pflanze 1

Katzenexcremente 1 mischen, in Kuchenwasser bringen und darauf thun, Ein andres:

Talg

heta-Pflanze

Foenum graecum

Harz von Acanthus

Seezunge-Kömer

Rother *)-Samen

abra-Balsam *) Ein andres:

Krokodil-Weihrauch

Fett von Ibex nubiana

Stein vom Ufer

Wachs

Zwiebel (?)

Oel

Seezunge-Komer

Rother ')-Samen

Fetter Saft vom Cederbaum

Sycomore

änest-Pflanze zermahlen und zu einem Pflaster machen.

Ein andres gegen stinkenden Brand*):

Kupferspähne 1

Grünspan 1

ebenso ').

») Ebers S. 160 „Behenöl". *) Ein heiliges Salböl. *) Aegyptisch: deSer. *) Ein feines Salböl. ^) Eigentlich: ist ebenso.

*) Aegyptisch : set huaes = Gangrän, welche stinkt ; set = Feuer, Flamme.

112

Schreibfarbe Frischer Weihrauch Kümmel gcnti *)-Samen gesfen '')-Korn Wachs Aloe

Xesalt *)-Harz Süsse Myrrhen sefet*>Oel Honig

zermahlen, zerreiben, in Eins machen und darauf als Pflaster legen. Ein andres zu machen gegen eine Brandwunde^) den 1. Tag:

Honig als Pflaster auflegen. Ein andres:

aqeh-Stein ^), der Wasser annimmt, Fett, Baumol (?) in Eins kochen und darauf thun.

Ein andres eine eiternde Brandwunde an jeder Körperstelle einer Person zu behandeln:

äat-Pflanze in Oel kochen, zermahlen und darauf thun. Ein andres:

Stein von der Mundung') des Wassers 1 änest-Pflanze 1

äbu-Pflanze 1 \

Fett von Ibex nubiana 1

zermahlen und darauf thun. Ein andres:

Gekochte ut'ält-Frucht, darauf thun. Ein andres gegen eine Brandwunde') den 1. Tag: Gekochtes uäh *')-Korn 1

Gekochte Durra 1

k

0 Brugsch VII. S. 1269. «Cassia«.

«) Luring S.91. „Kupfervitriol?«

3) Brugsch VI. S. 896. „Mohnpflanze".

*) Ein heiliges Salböl.

*) Aegyptisch: ubedet; cfr. S. 109. Anm. 3.

^ Also ein poröser Stein; nach Brugsch V. S. 21: ein Stein, mit dem man schneidet.

^) re = Mündung ist nachträglich eingeschoben; d. h. wohl Stein von der Flussmündung oder vom Strande.

*) Wohl eine Getreideart (?).

J13

Gekochter Cyperus Gekochte Baumwollenpflanze Gekochte Palmfasern Gekochtes deher-Thier Rinderfett Oel

Geschmolzenes Wachs in Fett in Eins machen und darauf thun. Ein andres:

Wachholderbeeren 1 uäh ^)-Komer 1

Katzenexcremente 1 in Eins mischen in Kuchenwasser und darauf thun.

Ein andres. Beschwörung von Feuer') zum I.Mal:

„0 Du Gottessohn, Horus! Es ist Feuer im Lande; mag

nun Wasser dort sein oder nicht, das Wasser ist in Deinem Munde,

der Nil ist in den Füssen, wenn Du kommst das Feuer zu löschen.^

Zu sprechen über Milch ein^r Frau, die einen

Knaben geboren hat, Kuchen und Widderhaare; auf

die Brandwunde thun.

Andre Beschwörung:

„0 Sohn Horus! Es ist Feuer im Lande; nicht Wasser ist da, nicht Du bist da; bringe Wasser über die Ufer des Flusses, das Feuer zu löschen.^'

Herzusagen über Milch einer Frau, die einen Kna- ben geboren hat.

Ein .andres. Mittel gegen das Grauwerden') der Brandwunde:

Mennige 1

zermahlen in Sycomorenmilch 1 Zwiebeln (?) 1

utit von Zwiebeln (?) 1

zermahlen und als Pflaster darauf legen. Brauch Du das Messer des Arztes: Gestossener Halm 1 dehui-Beere 1

als Pflaster darauf legen.

LXIX.

^) Wohl eine Getreideart (?).

^ Soll wohl beissen 7on Brandwunde; den Reeepten folgt also hier eine Beschwörung. *) unsicher!

Joacbintf Aegyptlsche Heilkand«. 8

114

Ein andres:

Crocus des Nordens 1 gestossen als Pflaster^) darauf legen. Ein andres:

Zerstossenes meneq^-Holz 1

Domen ') (?) von der uam-Pflanze, zerstossen 1 in Eins machen und als Pflaster darauf legen.

Andre Mittel das Weisswerden der Brandwunde zu vertreiben:

kesu-Komer 1

Honig 1

Zwiebeln (?) 1 mit dem Stachel zerstückeln*) und versenken in Mennige und Collyrium; zermahlen, zerreiben, in Sycomorenmilch mischen; damit viele Tage einsalben. Ein andres:

Zwiebelpulver (?) 1 in Honig mischen und als Pflaster darauf legen. Ein andres:

Glattes, leinenes Hemd in Oel zerstampfen und damit ein- salben.

Ein andres:

Weihrauch 1 Honig 1

damit einsalben. Ein andres:

Durrabrot in Oel und Salz, in Eins mischen und sehr oft als Pflaster auflegen, um ihn sogleich gesund zu machen. Es ist ganz wahr; ich habe (es) gesehn; es ist mir häufig vorgekommen.

Mittel die Striemen von Schlägen zu vertreiben: Honig, Kuhhirn, Mauerlehm, Leinsamenwasser (?), Dattel- saft kochen und als Pflaster auflegen. Ein andres:

Staub*) von Alabaster

^ ut ist mit rother Dinte dazwischengescbrieben.

*) B rugs eh VI. S. 611 „noizstückchen vom Styrax-Baum."

') Aegyptisch: ägit.

*) Brugscb Wort. VII. S. 1341 „zu zermalmen mit dem Reiber".

*) Luring S. 101.

115

Staub von Statuen Granit

Frische Milch damit einsalben. Ein andres:

Durramehl Kuhmilch damit sehr oft einsalben. Ein andres:

Honig, hernach warm damit salben. Ein andres:

Eine Prise hemit, getrocknet zermahlen, zerreiben und in einen Zuckerkuchen thun; dazu eine andre (Prise) in Honig aufweichen und von der Person zu essen.

Es beginnen die Mittel die Wunden') zu heilen, LXX. die an dem Körper geschlagen sind:

Ein Stuck Leinwand in Weihrauch und Honig befeuchten und 4 Tage auflegen.

Ein andres zum Verbinden von Wunden^): Bohnen zermahlen, zerreiben') und in ein Tuch aufbe- wahren, mischen in Oel, Honig und Baumwollencharpie, auf ihren (der Wunde) obem Theil 7 Tage lang (legen), um sie zu heilen.

Ein andres Blut aus Wunden^ auszuziehen: Wachs Fett

Baumol (?) Honig

Zwiebeln (?) Durra, erwärmt kochen, in Eins machen und 4 Tage als Pflaster auflegen. Ein andres vom Ausfluss, der aufquillt: Wachs 1

Oel 1

Fett 1

in Eins kochen, und als Pflaster auflegen.

*) Aegyptisch : ubennu = die eiternde, fliessende Wunde. 2) an = zerreiben ist mit rother Tinte durchstrichen. ^ Wörtlich: Blut in der Oeffnung der Wunden.

8*

116 Ein andres:

Oehni-Beere

(Essbares) nsä-Krant Oel

Honig sefet ^)-Oel

Knoblaach-Kageln 7 todt (verwelkt?) zermahlen und als Pflaster auflegen.

Ein andres eine Wunde

^ ausztrocknen:

Weihrauch 1

Zwiebeln (?) 1

Kuhfett 1

zermahlen und darauf thun.

Ein andres:

Teig Weihrauch

nehed *)-Harz

Wespenexcremente

Mennige

Salz vom Norden

Wachs

zermahlen und darauf thun.

Mittel gegen eine Wunde den ersten Tag:

Kuhfett oder Kuhfleisch, um sie zu reifen*); wenn sie dann gut reif ist, umhülle sie in gesäuertem Durrabrod, damit sie darunter trockne; nieder umhülle sie in Fett, damit sie reife.

Wenn sie*) dann hart wird in ihrem Ausfluss, so umhülle sie in Fett von Ibex nubiana, sefet ^)-OeI und zer- mahlener ftehui-Frucht.

Wenn du darunter drückst, und es ist hart, thu es in Mehl von frischem Elfenbein^). Nachher umhülle sie in

^) Ein heiliges Salböl. ^ Cfr. vor. Seite Aniu. 1.

») Ebers S. 144 «Zahnkörner?«; Luring S. 108. *) Wörtlich: in Verwesung zu bringen. ^) Eigentlich: der Aufluss von der Wunde. ^ Ein heiliges Salböl.

') Papyrus Harris I. pl. XXXIII. v. 13 haben wir dasselbe Wort, von Birch ab gelesen und mit „steatite, or ivory" übersetzt. L.

- 117

Baumwollecharpie in äbe/et- Flüssigkeit. Nachher mach Du einen Verband mit einer Salbe, die die metii^) fester macht, als Pflaster darauf legen, um sie zu heilen. Wenn es nachher in seiner Ausfiuss(wunde) hart geworden ist, so mach Du Fett von der t'as-Pflanze, als Pflaster darauf legen, um die Wunde') zu öfiTnen, und sie reif zu machen. Ein andres zum Wundverband: Wachs 1

Coriander, getrocknet zermahlen, zerreiben und als Pflaster auflegen. £in andres:

Pulver von frischem Elfenbein*), in Honig mischen und als Pflaster auflegen. Ein andres:

Fett von Ibex nubiana 1

Wachs 1

Zwiebeln (?) 1

mischen und als Pflaster auflegen.

Mittel*) für denjenigen, der Stiche in der Wunde hat:

Durramehl 1

Fett 1

Baumöl (?) 1

kochen und ihn es essen lassen, wenn er auch widerstrebt'). Andre Mittel gegen bennut^) in der Wunde:

Harz von Acanthus 1 LXXI.

zermahlen, in Oel thun und auf die Wunde legen, um diese bennnt zu entfernen.

Mittel^) gegen eine Wunde in der Mamma: usebet-Kom 1

Seesalz 1

Dickes Fett 1

auf die Mamma thun, als Pflaster darauf legen.

MitteP) gegen eine Wunde am Halse (Nacken):

') Muskeln, Geßsse, Nerven, Sehnen.

^ Wörtlich: um ihre OefFnung zu öffnen.

') Cfr. vor. Seite Anm. 7.

^) Wörtlich: was für denjenigen zu machen ist, der.

^) Lörine S. 35: „lass es gemessen den, der (dich) hasst'

^ Blasen (?), Pusteln; Stamm: rund, kugelig sein.

0 Wörtlich: was zu machen ist.

118

Myrrhe 1

Palver von der Baamwollenpflanze in Eins machen und als Pflaster auflegen.

Alle Arten Uehles zu heilen, die eine Person an was auch immer fur einen Ausfluss^) haben kann: Seesalz 1

Lactnca 1

in Oel zermahlen und als Pflaster auflegen.

£in andres Ausflüsse^) aller Art zu heilen: Abfall von Durra in Fett vom Nilpferd oder Schwein zer- mahlen und als Pflaster auflegen. Ein andres:

Gekochte Durra 1

Zwiebeln (?) 1

Weihrauch 1

Oel 1

in

Eins machen und als Pflaster auflegen.

Ein andres das Fleisch zum Wachsen zu bringen:

CoUyrium 1

Ruhfett 1

Grunspanspähne 1

Honig . 1

in

Eins zermahlen und als Pflaster auflegen.

Ein andres:

Zwiebeln (?) 1

Bohnen 1

Samen von der seps ')-Pflanze 1

Oel 1

Honig 1

in

Eins zermahlen und als Pflaster auflegen.

Ein andres:

Zweige vom am-Banm 1

Harz von Acanthus 1

Alo6 1

Beeren vom änennu-Baum 1

äneb-Pflanze 1

Zwiebeln (?) 1

') Aegyptisch: setu.

^ Brugsch. Wort. VII. S. 1180 „Edelkraut**.

- 119

sefet *>Oel 1

Wachs kochen und auf die Oeffnang der Wunde legen.

Alle Arten Böses zu heilen, die eine Person in was auch immer für einer Wunde haben kann:

Brod von Zizyphus Lotus') in Wasser kochen, gelinde auf- wärmen und als Pflaster auflegen.

Ein andres asit') zu vertreiben: Zwiebeln (?) Seesalz in Urin kochen und darauf thun. Ein andres:

Teig 1

Natron 1

Harz von Acanthus 1

zermahlen and als Pflaster auflegen.

Ein andres äaglt^) (Krallen) in det Oeffnung einer Wunde zu vertreiben:

Straussenei 1

Schildkrotenschale gebrannt 1

Krallen (Domen ?) vom äm-Baum 1 damit salben.

Ein andres jede Wunde zu heilen: Gazellenfett Wachs

Teig des Geruches Alog

Frisches Baumöl (?) in Eins machen und auf die Wunde than, um sie zu heilen. Ein andres eine Wunde zu verbinden: Menschenexcremente, zermahlen in Hefe von süssem Bier, sefet *)-Oel und Honig und als Pflaster auflegen. Ein andres eine Wunde zu lindern^): ant-Fisch

temi-Fisch 1

Zwiebeln (?) 1

>) Ein heiliges Salböl.

>) Luring S. 157.

') Sterns Glossar. S. 1. „morbus leprosus?*'

') Luring. S. 35. „caro luxurians, Granulationen*'.

^) Wörtlicn: angenehm zu machen.

120 -

Wachs 1

Krokodilerde ') 1

Honig 1

zermahlen, zerreiben, in Eins machen and als Pflaster auflegen. Der Beginn von Mitteln akat') zu vertreiben: LXXll. Palmwein 1

bedet •)-Salz

hautet- Earz 1

Kuchen 1

Honig 1

darauf thun.

Ein andres:

teun-Pflanze

Honig

Harz von Acanthus

Zwiebeln (?)

sefet*>Oel darauf thun.

Ein andres:

Granit, zermahlen, zerreiben in Myrrhen und darauf thun. Ein andres Pusteln^) auf jedem Glied der Person zu vertreiben:

Fett vom Cederbaum

8efet*>0el

Harz von der yesalt *)-Pflanze

Seezunge-Kömer

Grüne Bleierde (?)

Kochendes Wasser zermahlen, zerreiben, in Eins mischen und damit salben. Ein andres:

Seesalz 1

Frische Milch 1

Rothes Natron 1

Oel 1

damit oftmals salben.

») Ebers S. 136 „Nilschlamm?*'

*) Sterns Glossar. S. 1. „scabies, impetigo^.

•) Brugsch. Wort V. S.462. „eine besonders reine Natronart".

*) Ein heiliges Salböl.

*) Aegyptisch: qaqaut; Pocken (?).

^ Brugsch. Wort. VI. S. 896. »Mohnpflanze«.

121

Pusteln (qaqaut) zu vertreiben:

t'aä-Körner in Schaum von Bier kochen und 4 Tage essen.

Ein andres:

Kochendes (Wasser)') 1

Rothe Körner*) 1

Seezunge-Körner 1

seßeft-KÖrner 1

Wasser damit salben.

Ein andres:

Seesalz 1

Frische Much 1

Rothes Natron 1

Oel 1

damit oftmals salben.

Anfang von Mitteln um bennut-Blasen im Fleisch in allen Gliedern einer Person zu vertreiben:

i 1

Mehl von pesen Seesalz

-Brod (?)

1 1

Honig damit oftmals salben.

1

Ein andres:

Kräuter des Feldes

1

Honig Wein

;^:

zermahlen, zerreiben und trinken.

Ein andres zum Vertreiben

der Stiche*) der ben-

nut-Blasen im Zahn:

seps*)-Kömer Teig Honig Oel

1 1 1 1

als Pflaster darauf legen, bennut- Blasen im

Zahn zu

vertreiben und das

Fleisch wachsen zu lassen:

^) Hier ist wohl aus Versehn des Schreibers ^Wasser" ausge- lassen; oben Zeile 5 ist „Wasser'', wie man deutlich sehn kann, erst nachträglich eingeschoben.

^ Wohl Natron.

*) Eigentlich: des Hämmems, Stampfens.

*) Brugsch. Wort. VII. S. 1180. „Edelkraut«.

- 122

besbes *)-Kömer Brodteig änest-Pflanze Honig Weihrauch Wasser feucht stehen lassen und kauen. Ein andres:

Oäm-Pflanze

änest-Pflanze

Weihrauch

ämää-Pflanze

nuan-Pflanze

Crocus

Aloeholz

ännek-Pflanze

Cyperus

Zwiebein (?)

Wasser ebenso.

Der Beginn vom Vertreiben der Schorfe*) und vom Stillen des Juckens*) in jedem Glied einer Person: Durragrutze 1

seneft*)-Kömer 1

in Mscher Milch mischen und als Pflaster auflegen.

Ein andres um die Unreinigkeiten auszuziehen:

LXXlll.

äpesnen-Komer

Natron

Thorlehm

Zwiebeln (?)

Weihrauch

Dattelabfall

in Eins machen und als Pflaster auflegen.

Ein andres:

Weihrauch

1

Collyrium

1

Schreibfarbe

1

0 Brugsch. Zeitschr. f. ägypt. Spr. 1881. S. 33. „Fenchel«.

^ Aegypt: §efut.

•) Aegypt: usäu.

*) Gehurt zu den als Opfer dargebrachten Körnern.

123

gentetrPflanze 1 Honig 1

in Eins machen and als Pflaster auflegen'). Ein andres:

penes -Brod- Krümchen 1, in Wasser thun, zu einem Pflaster') machen, Zwieheln (?), zermahlen, in einem Tuch aufbewahren, in Eins kochen, zu einem Brei machen und als Pflaster auflegen. Ein andres:

Weisses Weizenkom, rösten, zermalmen, in einem Linnen aufbewahren, in frische Milch thun, zu einem Brei machen, in Gel gemischt, als Pflaster auflegen.

Ein andres. Mittel fur Füsse, die an Schorfen krank sind: Rothes Natron 1, mit entstehendem Dattelsaft mischen und als Pflaster auflegen.

Ein andres für den Schenkel:

Bohnenmehl 1

Mehl von pesen-Brod (?) 1 Seesalz 1

Menschenurin in Eins kochen, und als Pflaster auflegen.

Ein andres Schorfe zu vertreiben und Jucken in jedem Glied zu stillen: Cyperus Zwiebeln (?) Lebende Datteln Natron Seesalz Saure Milch seneft')-Kömer Kümmel kochen und damit salben. Ein andres:

Kohlen 1

Dattelsaft 1 Seesalz 1

1) Diese Vorschrift ist, wie man deutlich sieht, erst nachträglich hinzugefügt; sie ist nicht wie gewöhnlich fortlaufend geschrieben, sondern vertical am Rande nachgetragen.

*) Die Uebersetzung ist unsicher!

') Gehört zu den a& Opfer dargebrachten Körnern.

- * -> - ,

124

Bierhefe 1

Weihrauch 1 Myrrhen 1

kochen und als Pflaster auflegen.

Ein andres Schorfe in jedem Glied zn vertreiben. Mach Du ihm Mittel, welche Wasser in den Schorfen ausziehen:

Mehl von frischer Durra Cyperus des Sumpfes (e palustribns) Cyperus des Ackers (e locis cultis) Cyperusknollen Collyrium

Mehl von qaat-Komem in frischem Oel BanmwoUencharpie tlt-Kömer Weihrauch Gänseöl

Männlicher Samen bäa-Flüssigkeit utit-Kömer